Das Mercedes-Benz Werk Mannheim wird heute als erstes Werk der Daimler AG für sein erfolgreiches Eingliederungsmanagement mit dem Zertifikat des International Disability Management Standards Council (IDMSC) ausgezeichnet.

Die Auditierung erfolgte durch das IQPR, Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH der Sporthochschule Köln. Oliver Fröhlke von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) überreichte das Zertifikat im Beisein von Jürgen Heckmann, Betriebsrat Standort Mannheim, und Dr. Michael Dostal, Leiter weltweite Aggregateproduktion und Produktionsplanung Daimler Trucks, an Hermann Doppler, Leiter weltweite Motorenproduktion Lkw und verantwortlich für das Mercedes-Benz Werk Mannheim. Das Zertifikat wird an Unternehmen und Institutionen verliehen, die ein wirksames Eingliederungsmanagement (Disability Management) betreiben. Disability Management macht es sich zum Ziel, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen wieder arbeitsfähig zu machen und ihnen einen Arbeitsplatz zu sichern, der leistungs- und vergütungsgerecht ist. Mit dem Eingliederungsmanagement werden nicht nur Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit gesichert, sondern ebenso die Beschäftigung erhalten, Gesundheitsindikatoren verbessert, die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht sowie interne Kosten gesenkt.

Bereits 2006 hat das Mannheimer Werk das Disability Management eingeführt und als eigene Organisationseinheit etabliert. Seitdem wurden 1.029 Mitarbeiter mit Einsatzeinschränkungen wieder in das Berufsleben integriert. Durch die Umgestaltung ihres Arbeitsplatzes bzw. Veränderungen in der Arbeitsorganisation konnten sogar 403 Mitarbeiter trotz Einsatzeinschränkungen weiter an ihrem ursprünglichen Arbeitsplatz beschäftigt werden. Um entsprechende Anpassungen umsetzen zu können, hat das Mercedes-Benz Werk Mannheim seitdem externe Zuschüsse von mehr als 450.000 € durch die Deutsche Rentenversicherung und die Berufsgenossenschaft erhalten.

„Vor Unfällen und Krankheiten ist niemand gefeit. Es kann jeden treffen. Umso wichtiger ist es, dass wir alles tun, um Unfälle und Erkrankungen – wo es in unserer Macht steht – zu vermeiden und bei Bedarf den Mitarbeitern aktiv zu helfen“, erläutert Hermann Doppler das Engagement am Standort.

Im Mercedes-Benz Werk Mannheim arbeiten die Werkleitung, der Betriebsrat, die Arbeitssicherheit, der Werksärztliche Dienst, die Betriebliche Krankenkasse und die Personalabteilung eng mit den Betroffenen und den Fachbereichen zusammen. Hand in Hand suchen sie nach gemeinsamen Lösungen.

Um Prozesse und Wirtschaftlichkeit unter die Lupe zu nehmen, hat sich das Werk in diesem Jahr freiwillig der Prüfung durch das Institut für Qualitätssicherung unterzogen. Auf Grundlage des sogenannten „Consensus Based Disability Management Audits“ (CBDMA™) hat eine systematische Betrachtung stattgefunden, bei der eine Bewertung des Disability Management-Programms erfolgte. Dabei werden sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerstandpunkte sowie die Beurteilung unabhängiger Dritter berücksichtigt. Das Erreichen von rund 93 % der erreichbaren Kriterien belegt, dass die Abläufe im Mannheimer Werk beispielhaft sind, und bestätigt die Prozesse aus externer Sicht.

„Wir haben eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, damit unsere Beschäftigten trotz Einsatzeinschränkungen wieder erfolgreich ins Berufsleben zurückkehren können“, erläutert Hermann Doppler. „So passen wir unter anderem Arbeitsplätze so an, dass sie individuell auf die Situation des betroffenen Mitarbeiters zugeschnitten sind. Das fängt im Einzelfall mit einem Stehpult an, kann aber auch komplette Arbeitsabläufe in der Produktion umfassen.“

„Ich freue mich sehr, dass das Mercedes-Benz Werk in Mannheim hier so vorbildlich unterwegs ist. Unsere Mitarbeiter werden dabei unterstützt, ihr Schicksal – soweit möglich – selbst in die Hand zu nehmen, und können so alles daran setzen, wieder gesund zu werden und einsatzfähig zu bleiben“, ergänzt Dr. Michael Dostal. „Nicht zuletzt bleiben wir auch so als Arbeitgeber attraktiv, da wir den Beschäftigten viele Möglichkeiten zum flexiblen Arbeiten bieten.“

Schwerpunkte des Disability Managements sind neben Maßnahmen zur ergonomischen Verbesserung der Arbeitsplätze auch das frühzeitige Erkennen von Gesundheitsgefahren, sowie zielgerichtete Schritte hinsichtlich betrieblicher Prävention und Rehabilitation.

Quelle: Daimler AG


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