Die gesamte Nutzfahrzeugbranche ist von dem weltweiten wirtschaftlichen Abschwung über alle Branchen hinweg am stärksten betroffen. Dadurch hat auch das Daimler Achsenwerk in Kassel 2009 ein anspruchvolles Jahr zu bewältigen. Dr. Holger Steindorf, Leiter des weltweiten Nutzfahrzeug-Achsengeschäfts von Daimler:

Werk Kassel - Spatenstich KITA

„Wir, aber auch unsere direkten Wettbewerber, müssen auf einen Absatzeinbruch von rund 50% je nach Markt reagieren. Ich kann Ihnen keine Prognose darüber geben, wann wir die Krise überstanden haben. Allerdings scheint es, dass wir die Talsohle erreicht haben. Unsere Auftragseingänge im globalen Lkw-Geschäft zeigen eine leichte Erholung.“

Als eine der europaweit größten Produktionsstätten von Achsen für Nutzfahrzeuge hat das Werk Kassel frühzeitig auf die veränderten Rahmenbedingungen mit verschiedenen Maßnahmen reagiert. Bereits im Herbst 2008 wurde mit der Optimierung der Kosten- und Cash-Situation begonnen. Interne Optimierungsprozesse im Rahmen des Global Excellence Programms von Daimler Trucks tragen darüber hinaus wesentlich dazu bei, Produktionssysteme zu verbessern und das Achswerk in seiner Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und weiter voran zu bringen.

Die Global Excellence Strategie wurde bereits 2005 eingeführt und umfasst vier Initiativen: Management von Marktzyklen, Operational Excellence, Wachstum und Marktausschöpfung sowie zukünftige Produktgenerationen und Technologien. Das “Management von Marktzyklen“ steht zur Zeit im Fokus der Aktivitäten, um der Krise aktiv entgegen zu steuern. So wurde beispielsweise im Werk Kassel auf Top Management-Ebene ein Team gebildet, das sich wöchentlich mit den wichtigen Steuerungsgrößen wie Auftragseingang, Produktionsprogramm, Situation der Lieferanten, Budgets, Finanzierung und Cash-Generierung beschäftigt sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung schnell und effizient beschließt, einleitet und umsetzt.

In den letzten Jahren positionierte sich das Werk Kassel nachhaltig im internationalen Fertigungsverbund von Daimler Trucks: So gehen Gelenkwellen aus Kassel zur Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) in Japan. Aktuell wird der Produktanlauf für verbrauchsoptimierte Vorder- und Hinterachsen für die schweren Nutzfahrzeuge vorbereitet. Diese Achsen zeichnen sich beispielsweise durch leichtere Achskörper oder verbesserte Laufeigenschaften im Achsantrieb aus.

Damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zukunft Beruf und Familie besser in Einklang bringen können, startete im Oktober der Bau der Kinderkrippe „sternchen“. Bereits im letzten Jahr erwarb das Mercedes-Benz Werk Kassel dafür ein an das Werk angrenzendes Grundstück. Die Kinderkrippe soll bereits im nächsten Jahr ihren Betrieb aufnehmen und rund 40 Betreuungsplätze für Kinder im Alter von 0-3 Jahren anbieten. Das fachliche Konzept wurde von Experten speziell für die Daimler Kinderkrippen erarbeitet. Schwerpunkte sind die Förderung von Sprachen und Interesse für Naturwissenschaft, Technik, Musik, Kunst und Bewegung.

Im Juli startete am Standort ein großes Angebot an Qualifizierungsmaßnahmen: Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besuchten seither Weiterbildungen an Kurzarbeitstagen. Dabei wird bedarfsorientiert für den Standort Kassel geschult: Inhalte und Themen, die die Mitarbeiter für die Zukunft gut vorbereiten und den Standort weiterbringen, wie beispielsweise neue Maschinensteuerungstechnik oder
Qualitätsmanagement. „Die große Resonanz unter unseren Mitarbeitern zeigt uns, dass wir mit dem Angebot auf dem richtigen Weg sind“, sagte Steindorf. „Wir müssen die Zeit jetzt nutzen, und unsere Beschäftigten fit für die Zukunft zu machen. Insgesamt erlebe ich die Beschäftigten hier in Kassel sehr motiviert und engagiert. Alle zeigen große Flexibilität und packen gemeinsam an. Dafür möchte ich jedem einzelnen meinen Dank aussprechen.“

Quelle: Daimler AG


Werbung: