Der neue Motor von Mercedes, OM651, hat scheinbar Probleme im Bereich der Piezo-Injektoren. Der Motor wird im E-, sowie in der C-Klasse und im GLK verbaut.

Laut Zeitungsberichten hat der Vierzylinder-Diesel mit Doppelturbo von Daimler Probleme – als 220/250 CDI bekannt – Mercedes selbst spricht demnach mit knapp 2800 bekannte Fälle – über 25.000 Fahrzeuge könnten jedoch betroffen sein. Das Problem liegt bei den von Delphi zugelieferten Piezo-Injektoren, wobei hier produktionsbedingte Fehler vorlagen, die mittlerweilen behoben worden sind. Der Fehler äußert sich durch unrunden Lauf und einer Fehleranzeige auf dem Display – das Fahrzeug schaltet danach in den Notmodus und drosselt die Geschwindigkeit auf 70 km/h.

Der 200 CDI mit 136 PS-Leistung ist übrigens nicht betroffen, weil hier andere Injektoren verbaut worden sind.

Mercedes hat mittlerweilen die Neuwagenproduktion heruntergefahren, da der Hersteller die funktionierenden Injektoren zuerst für die Reparatur der betroffenen Fahrzeuge bereitstellen will, parallel wird sich dem Kunden gegenüber Kulant gezeugt – durch Bereitstellung von Leihfahrzeugen, Taxiunternehmer erhalten zusätzlich Leihtaxen. Für den Austausch in der Werkstatt sind 2,5 Stunden vorgesehen.

Wie die “Süddeutsche Zeitung” berichtet, unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher, erhalten betroffene Kunden in den nächsten Tagen ein Anschreiben. Zusätzlich sollten genannte Kunden wohl zuerst einen Gutschein über 200 Euro – dies wurde jedoch nun (20.10.09) dementiert.

Die Panne selbst hat einen pikanten Hintergrund: Anfang 2005 gab es beim weltgrößten Autozulieferer Bosch Qualitätsmängel bei der Dieseleinspritztechnik – bei Daimler kam es dazumal zu empfindlichen Produktionsverzögerungen. Aufgrund dieser Panne war es zu riskant, sich nur auf Bosch zu verlassen, Daimler vergab die Einspritztechnik für die neue Motorengeneration an den US-Hersteller Delphi, was sich jetzt jedoch zu rächen scheint.

Delphi wollte sich nicht direkt zu den technischen Problemen äußern: „Die Einspritztechnik sei ein komplexes System mit vielen Einflussfaktoren“, sagte ein Sprecher lediglich. Die Zurückhaltung ist verständlich: Bei derartigen Fällen drohen Auseinandersetzungen um hohe Regressansprüche.

Bild: Daimler AG