Von außen ein unscheinbarer, über 20 Jahre alter Mercedes 190, wie er gut erhalten noch zehntausendfach auf deutschen Straßen unterwegs ist. Aber wehe, das Gaspedal wird gedrückt: Ausgerüstet mit dem hochmodernen Common-Rail-Motor OM 651 mit 150 kW/204 PS, zeigt der Mercedes 190 D BlueEFFICIENCY das ganze Potenzial dieses neuen Vierzylinder-Dieselmotors.

C-Klasse

Mit einem maximalen Drehmoment von 500 Nm im Bereich von 1.600 bis 1.800 /min hat das Experimentalauto mehr als doppelt so viel Kraft wie das seinerzeit stärkste Modell der Baureihe W 201. Der 190 E 2.5-16 Evolution II, 1990 vorgestellt und 502-mal als Homologationsmodell für die DTM-Tourenwagen der Gruppe A produziert, bringt es „nur“ auf 245 Nm.

Die Idee für das ungewöhnliche Experimentalfahrzeug entstand bei einer abendlichen Diskussion über die enorme Entwicklung der Diesel-Technologie in den letzten 20 Jahren. Die Frage lautete: „Wie könnte man diesen Fortschritt wirklich erlebbar machen, isoliert von den ebenfalls tiefgreifenden Veränderungen bei Sicherheit und Komfort des Gesamtfahrzeuges?“ Das Ergebnis: Werkstuning einmal anders: der 190 D BlueEFFICIENCY. Er beschleunigt in 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Damit bewältigt er den Standardsprint 11,9 Sekunden schneller als ein zeitgenössischer 190 D, der bei seiner Vorstellung 1983 mit seinem neu entwickelten, vollgekapselten Aggregat als „Flüsterdiesel“ Furore machte.

Noch beeindruckender sind die Unterschiede zwischen beiden Dieselgenerationen im Verbrauch: Trotz des deutlichen Leistungszuwachses von 72 (OM 601, 1988) auf 204 PS (OM 651, 2009) verbraucht der neue in der alten Karosserie 4,9 Liter auf 100 Kilometer im NEFZ-Zyklus, statt 7,3 Liter anno 1988.

Wirklich erstaunlich aber ist, dass sich der aktuelle C 250 CDIBlueEFFICIENCY gemessen nach der zu Zeiten des 190 D geltenden DIN-Norm im Drittelmix mit 4,6 Liter auf 100 Kilometer begnügt, im aktuellen NEFZ-Fahrzyklus sind es 5,1 Liter auf 100 Kilometer. Das ist eine Verbesserung um rund 30 Prozent – ganz zu schweigen von den Abgaswerten.

Die Startbedingungen sind ungleich: So ist ein Mercedes 190 D um 385 Kilogramm leichter als ein aktueller Mercedes C 250 CDIBlueEFFICIENCY. Neben dem gestiegenen Platzangebot – das aktuelle C-Klasse-Modell ist deswegen 16 Zentimeter länger sowie rund neun Zentimeter breiter und höher als ein 190er – ist dafür das hohe Komfort- und Sicherheitsniveau verantwortlich.

Als echter Mercedes war der 190 seiner Zeit sicherheitstechnisch voraus. Doch von der umfangreichen Ausstattung mit passiven und aktiven Sicherheitssystemen, wie sie der aktuelle C 250 CDIBlueEFFICIENCY serienmäßig besitzt, konnten die Käufer seinerzeit nur träumen. Dazu zählen unter anderem sieben Airbags, das adaptive AGILITY CONTROL-Fahrwerk und etliche Assistenzsysteme wie ESP® und ADAPTIVE BRAKE. Auch Komfortdetails wie die ergonomisch vorbildlichen und vielfach verstellbaren Sitze oder elektrisch verstell- und beheiz-bare Außenspiegel tragen zum Gewichtsplus bei.

Eine Reihe von Faktoren ist für die vorbildliche Effizienz der aktuellen C-Klasse ausschlaggebend. Zum einen die Aerodynamik: Mit cw= 0,34 war der 190 vorbildlich für seine Zeit. Die neue C-Klasse aber schlägt ihn um Längen und ist mit cw= 0,27 wiederum Trendsetter in seinem Segment. Groß ist auch der Fortschritt im Antriebsstrang: Verfügte der 190 D über ein Vier- oder wahlweise auch über ein Fünfgang-Schaltgetriebe, stehen beim C 250 CDIsechs Gänge zur Verfügung. Hinzu kommt eine Vielzahl von Maßnahmen zur Reibungsminderung. Auch Kühlerventilator, Servolenkung oder Generator laufen heute erheblich effizienter als vor 20 Jahren.

Quelle: Daimler AG