Das Mercedes-Benz Werk Monterrey, Mexiko, feiert dieses Jahr zwei Jubiläen: 15 Jahre Daimler Busses in Mexiko und die Produktion des 50.000sten Fahrzeugs vor Ort.

Seit 1994 betreibt Daimler Buses das Werk und produziert dort mit rund 350 Mitarbeitern Busse und Fahrgestelle für den mexikanischen Markt. Das Werk befindet sich in Garcia, in der Nähe von Monterrey, im mexikanischen Bundesstaat Nuevo León. Der Standort Monterrey bietet eine sehr gute Verkehrsanbindung und verfügt über viele gut ausgebildete Mitarbeiter sowohl in den Produktions- als auch in den Ingenieurbereichen.

Hartmut Schick, Leiter Daimler Buses: „Zum 15-jährigen Jubilläum unseres Werkes in Monterrey bedanke ich mich vor allem bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort. Mit ihrem Wissen und Engagement haben wir es gemeinsam geschafft, die mexikanischen Bus-Aktivitäten stetig weiterzuentwickeln und seit 1997 der unangefochtene Markführer in Mexiko zu sein.“

Mit rund 11.000 verkauften Einheiten (Omnibusse > 8t zGG, inkl. Schulbus) in der mexikanischen Busindustrie in 2008, hat Daimler Buses dort 6.250 Einheiten in diesem Rekordjahr abgesetzt und hält einen Marktanteil von 56.3 Prozent. Den größten Anteil machen mit 85 Prozent die Stadt- und Intercity-Busse aus, die von insgesamt 39 Mercedes-Benz Händlern vertrieben werden. Die restlichen 15 Prozent sind Fernreisebusse, mit denen acht große Flotten bedient werden.

Das erste Halbjahr 2009 war durch eine anhaltend rückläufige Entwicklung der Märkte Südamerikas geprägt, so dass Daimler Buses auch in Mexiko eine stark rückläufige Nachfrage verzeichnete. Dies führte in den ersten sechs Monaten 2009 zu einem Absatzrückgang von -48% im mexikanischen Busmarkt. Dennoch konnte Daimler Buses seine Martkführerschaft in Mexiko mit einem Marktanteil von 60.4 Prozent klar behaupten und sogar noch Marktanteil hinzugewinnen.

Jochen Duppui, Leiter Mercedes-Benz Busse Mexiko: „Unser Produktportfolio ist vollständig erneuert. Darüber hinaus setzen wir unsere bereits eingeleiteten Maßnahmen weiter um, um unsere Erfolge fortzuschreiben. Ich bin mir sicher, dass unsere Mannschaft in Monterrey weiterhin mit viel Engagement und Einsatz vorangeht und wir gemeinsam die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Werkes voranbringen.“

Die Entwicklung des Werkes Monterrey zeigte in den letzten 15 Jahren stets nach oben. 1993 beginnt Daimler-Benz seine Kooperation mit dem brasilianischen Aufbauhersteller CAIO und montiert Stadtbusse. Die Fahrgestelle der Busse mit Frontmotor entstehen im brasilianischen Werk São Bernardo do Campo, den Aufbau leistet CAIO. Wenig später wird auch der erste Bus mit Heckmotor in Monterrey montiert. Eine große Herausforderung gleich zu Beginn der Werkshistorie war die „Tequila Krise“ im Jahre 1995. Damals führte eine massive Abwertung der mexikanischen Währung zur bis dato größten Wirtschaftskrise des Landes. Nur durch ein Hilfspaket von 47,8 Mrd. US-$ durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank konnte damals ein Zusammenbruch der Großbanken und Investmentfonds in Mexiko verhindert werden. Das Werk Monterrey arbeitet in dieser Zeit nur mit einer Rumpfbelegschaft, um das Know-how vor Ort zu halten. 1997 sorgen neue Aufträge für Erholung, gleichzeitig endet die Partnerschaft mit CAIO.

1998 übernimmt das Werk Monterrey die Bus-Chassis-Aktivitäten des mexikanischen Werks Santiago Tianguistenco, 1999 wird das erste Bus-Chassis in Monterrey gebaut. Es kommt auch eine Lkw-Montage hinzu. 2000 folgt das Joint Venture mit Marcopolo. Der Stadtbus Torino und der Intercity-Bus Allegro kommen 2001 auf den Markt. Ein Meilenstein ist die Markteinführung des Boxer, ursprünglich als reines Chassis für Stadtbusse mit Frontmotor entwickelt, welcher seither der Inbegriff des mexikanischen Stadtbusses ist. In den Folgejahren erobert das Werk den mexikanischen Markt mit Produkten wie dem Multego, liefert Gelenkzüge für den Bus Rapid Transit (BRT) in Mexiko City und bietet alle Fahrzeuge mit EPA04-Abgastechnologie an.

2008 stellt das Werk mit 6.010 gefertigten Einheiten einen neuen Produktionsrekord auf. Im Jubiläumsjahr wird neben dem 50.000sten in Monterrey produzierten Fahrzeug die gesamte Produktpalette runderneuert. Sie besteht unter anderem aus dem neuen XBC-Chassis für Stadt- und Intercity-Busse mit Heckmotor, dem neuen OH2836 RFA, der die Abgasnorm Euro 5 erfüllt, und dem neuen Multego 1844 und 2244 mit EPA04-Werten.

Mercedes-Benz bietet bei Stadtbussen den Boxer mit Frontmotor, den Torino mit Heckmotor sowie die Gelenkbusse Gran Viale und Coraza an. Als Intercitybus gibt es den Allegro und für Fernreisen den Andare (Economy), den Turiclass (Business) und den Multego (Premium). Dabei ist der Boxer ganz klar der Bestseller aus Monterrey. Rund zwei Drittel der Einheiten, die in Monterrey vom Band laufen, sind Busse dieses Modells. So konnte sich der Boxer mit einem Marktanteil von 68,2 % im vergangenen Jahr zum typischen mexikanischen Stadtbus schlechthin entwickeln.

Von 1993 bis 2009 hat Daimler Buses insgesamt rund 80 Mio US-$ in das Werk Monterrey investiert. In den Jahren 2007 und 2008 beliefen sich die Investitionen auf rund 1,6 Mio US-$, beispielsweise für eine neue Trinkwasseraufbereitung, Produktionswerkzeuge und -einrichtungen, ein Laboratorium für Material- und Qualitätsprüfungen, Trainingsräume sowie Transportbehälter und Vorrichtungen für Fahrzeugachsen.
Der Standort Mexiko bildet einen Entwicklungsverbund mit den Mercedes-Benz Werken in Brasilien und Deutschland. „Die Zusammenarbeit zwischen den Kollegen in Brasilien, Deutschland und Mexico funktioniert sehr gut und alle Seiten profitieren davon. Das Werk Monterrey ist in die Entwicklung neuer Fahrzeuge für den mexikanischen Markt eingebunden und übernimmt darüber hinaus Aufgaben für andere Standorte“, sagt Hartmut Schick. Zum Beispiel werden in Mexiko die Höhenerprobungen für diverse Nutzfahrzeuge durchgeführt. Auch der neue Boxer OF Stadtbus ist ein gutes Beispiel für den globalen Entwicklungsverbund bei Daimler Buses: In Brasilien entwickelten Ingenieure das Fahrgestell, in Deutschland unterstützten die Kollegen beim Projektmanagement und bei der Bereitstellung wesentlicher Komponenten wie Achsen, Kupplung und Motor. In Mexico selbst haben die Mitarbeiter dann den Boxer OF auf die regionalen Anforderungen ausgerichtet und angepasst.