Im Rahmen der viel besuchten Sonderveranstaltung „60 Jahre Unimog und Landwirtschaft“ im Unimog-Museum Gaggenau entstand ein Buch über die „Traktoren der Daimler AG“. Den ersten Band dieses 2-bändigen Werkes stellen die beiden ehemaligen Mitarbeiter dieser Unternehmens, Werner Schmeing und Hans-Jürgen Wischhof, am Sonntag, den 23. August 2009, um 10.30 Uhr im Unimog-Museum der Öffentlichkeit vor.

Unimog und MB-trac der Daimler AG sind vielen bekannt. Weniger bekannt ist jedoch der Sachverhalt, welche Bedeutung Traktoren dieses Konzerns zu Beginn der Motorisierung der Landwirtschaft in diesem Unternehmen bzw. in dessen Vorgängergesellschaften hatte. So wurde in ihnen eine Zugmaschine erstmals „tracteur“ genannt, entstand bereits 1906 der Prototyp eines Traktors aus Autoteilen und 1922 der weltweit erste Traktor mit Dieselmotor mit einem sensationell geringen Kraftstoffverbrauch, zu dem auch ein „Mercedes-Pflug“ lieferbar war (siehe Abbildung).

In dem Buch berichten die beiden Autoren erstmals vollständig und mit vielen bisher unbekannten Fakten und Bildern wie der „Stern auf den Acker“ kam und wie aus „nicht zivil“ genutzten Zugmaschinen Traktoren für die Landwirtschaft mit Allrad-, Raupen- und sogar Spatenantrieb wurden.

Sie berichten weiter, wie nach der Fusion zur Daimler-Benz AG 1928 mit dem Mercedes-Benz OE der erste und einzige Traktor dieses Konzerns in damals aufkommender Blockbauweise produziert wurde und warum er sich gegen den Lanz Bulldog nicht durchsetzen konnte. Erstmals wird ein OE auch im Unimog-Museum zu sehen sein.

Schmeing / Wischhof beschreiben darüber hinaus, wie nach 1945 unter den Auflagen der Alliierten ehemalige Daimler-Benz Mitarbeiter einen völlig neuen Allradtraktor in Rahmenbauweise mit Portalachsen, Vollfederung, Fahrerhaus, Ladefläche und einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h entwickelten, den inzwischen zur erfolgreich lebenden Legende gewordenen Unimog. Sie schildern die Entstehung dieser ersten deutschen Traktorneuentwicklung nach 1945 bei den Firmen Erhard & Söhne und Boehringer bis zu seiner Verlagerung 1951 in das Werk Gaggenau der damaligen Daimler-Benz AG.

Im Anschluss an die Buchvorstellung wird Herr Dr. Claudio Lazzarini, Chur, Schweiz, dem Unimog-Museum ein Schnittmodell vom Unimog-Typ 2010 übergeben, das im Werk Gaggenau von den damaligen Lehrlingen des Jahrgangs 1951/52 angefertigt wurde. Dieses Schnittmodell stellt eine wesentliche Bereicherung historisch wertvoller Exponate des Museums dar.

Der Eintritt für die Buchvorstellung am 23. August ist im Eintrittspreis vom Unimog-Museum enthalten. Vereinsmitglieder vom Unimog-Museum e.V. haben freien Eintritt.