Forschungsfahrzeug F400 Carving
Mit der Konzeptstudie F 400 Carving präsentierte Daimler auf der 35. Tokyo Motor Show ein Forschungsfahrzeug mit einer Vielzahl zukunftsweisender Systeme für die Automobile von übermorgen. Sie steigern Fahrsicherheit, Fahrdynamik und Fahrspaß deutlich.
Die Hauptattraktion des F 400 Carving ist ein neuartiges System, das den Sturzwinkel der kurvenäußeren Räder je nach Fahrsituation auf bis zu 20 Grad vergrößert. In Kombination mit neu entwickelten Reifen lassen sich dadurch 30 Prozent höhere Seitenführungskräfte übertragen als bei einem herkömmlichen Fahrwerk mit fixer Sturzeinstellung und serienmäßigen Reifen. Das bedeutet ein beachtliches Plus an aktiver Sicherheit, denn je größer die Seitenführungskräfte der Reifen desto besser sind Fahrbahnkontakt und Kurvenstabilität. Dank aktiver Sturzverstellung erreicht das Forschungsfahrzeug eine maximale Querbeschleunigung von 1,28 g und übertrifft damit die Werte heutiger Sportwagen um rund 28 Prozent.
Die aktive Sturzverstellung des F 400 Carving ermöglicht ein ebenso neuartiges Reifenkonzept mit asymmetrischer Lauffläche. Neigen sich die kurvenäußeren Räder zur Seite, fährt der Zweisitzer auf inneren, leicht abgerundeten Reifenlaufflächen, deren Profil und Gummimischung speziell auf hohe Kurvendynamik und –sicherheit ausgelegt wurde. Bei Geradeausfahrt haben hingegen die äußeren Reifenbereiche Kontakt zur Fahrbahn; sie zeigen ein bewährtes Pkw-Profil mit guten Schnelllauf- und Geräuscheigenschaften. So lassen sich dank der aktiven Sturzverstellung in einem Reifen zwei unterschiedliche Konzepte verwirklichen.
Der Beiname Carving des Forschungswagens symbolisiert diese neuartige Technologie; er erinnert an die hochdynamische Wintersportart, bei der in Kurven auf einem speziellen Ski-Laufstreifen mit hohem Reibwert gefahren wird.
Der F 400 Carving dient den DaimlerChrysler-Ingenieuren als rollendes Forschungslabor, mit dem sie weitere Potenziale der neuartigen Fahrwerkstechnik untersuchen werden. Denn neben der höheren Fahrstabilität in Kurven bietet die Technologie auch in Notsituationen ein deutliches Plus an Fahrsicherheit, in dem sie den Radsturz zum Beispiel bei Schleudergefahr gezielt vergrößert und so durch höhere Seitenführungskräfte die Wirkung des elektronischen Stabilitätsprogramms ESP® nachhaltig unterstützt. Bei einer Vollbremsung lassen sich blitzschnell alle vier Räder des Forschungswagens stürzen, wodurch sich der Bremsweg aus 100 km/h um gut fünf Meter verkürzt.
Neben der aktiven Sturzverstellung ist der Forschungswagen F 400 Carving mit anderen zukunftsweisenden Lenk- und Fahrwerkssystem ausgestattet. Dazu gehört zum Beispiel eine elektronische Lenkung, die ohne mechanische Bauteile arbeitet. Sensoren erfassen die Lenkbewegungen des Autofahrers, übertragen sie an zwei Mikro-Computer, die wiederum ein elektrisch angetriebenes Lenkgetriebe steuern. Auch bei der Fahrwerksabstimmung betreten die DaimlerChrysler-Ingenieure technisches Neuland und setzen erstmals eine aktive Hydropneumatik ein, die sowohl die Federung als auch die Dämpfung des Fahrzeugs blitzschnell an die jeweilige Fahrsituation anpasst.
Mit Xenon-Lampen unter der Motorhaube, deren Licht mittels Glasfaserleitungen zu den Scheinwerfern geleitet wird, präsentieren die Stuttgarter Automobilforscher im F 400 Carving auch eine völlig neuartige Lichttechnik. Sie zeichnet sich durch hohe Leistung und sehr geringen Platzbedarf aus. In Kurven schalten sich zusätzlich seitlich platzierte Scheinwerfer ein.
Technik und Design stehen beim F 400 Carving in einem faszinierenden Einklang. Die durch markante Flügelprofile gekennzeichnete Linienführung des Sportwagens lässt den Rädern bei Kurvenfahrt die notwendige Bewegungsfreiheit für die aktive Sturzverstellung und betont zugleich den jugendlichen, betont erlebnisorientierten Charakter dieser Konzeptstudie. Um die hohen fahrdynamischen Qualitäten des Forschungswagens auch stilistisch zu symbolisieren, entschieden sich die Designer für ein Speedster-Konzept mit langer Motorhaube, extrem flach geneigter Frontscheibe, kurzem Heck und maßgeschneidertem Interieur für zwei Passagiere.





8.August 2009 at 14:28
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