Kundencenter von Mercedes-Benz gibt es viele – so z.B. in Sindelfingen, Bremen sowie in Rastatt. Unweit der Produktion kann man hier sein Wunschfahrzeug persönlich übernehmen – wahlweise mit Erlebnis einer Werksführung mit Blick in die Produktion. Doch was passiert genau zwischen Ende der Produktion und Übernahme des Fahrzeuges im Center ? Wir haben einen kleinen Ausflug „hinter die Kulissen“ des Mercedes-Benz Kundencenter Rastatt unternommen.

Im Mercedes-Benz Kundencenter in Rastatt kann man – wie auch in den beiden anderen Centern – nicht nur das vor Ort produzierte Fahrzeug abgeholt werden, auch Fahrzeuge aus anderen Produktionswerken sind jeweils dort abholbar. So passiert es, das man in Rastatt – als Kompetenzzentrum der Kompaktwagenmodelle – ebenso eine A-Klasse, wie auch eine S-Klasse übernehmen kann. Selbst die Abholung einer G-Klasse ist – seit kurzem – ebenso hier vor Ort möglich.

Das, was der Kunde bei der Abholung eines Fahrzeuges vor Ort aber nicht mitbekommt, ist die komplette Logistik rund um das Fahrzeug – welche komplett hinter den Kulissen erfolgt. Also genau das, was nach Abgabe des Torpasses sowie der Kennzeichen bei der Annahme passiert, während man im Kundenbistro ein kleines Frühstück einnehmen kann.

Was genau vorab der Übernahme und Erklärung des Fahrzeuges gegenüber dem Kunden passiert, bevor dieser in Rastatt sein Wunschmodell selbst aus der Übergabehalle fahren kann, haben wir uns direkt vor Ort ansehen. Und ja: das Fahrzeug wird davor noch gereinigt – und das ist oft auch notwendig, unabhängig aus welcher Produktion das Modell stammt.

Vorab der Auslieferung werden die Fahrzeuge auf dem Werksgelände in Rastatt zwischengelagert, wobei die Fahrzeuge – anders als bei anderen Herstellern – überdacht unter Schleppdächern abgestellt werden. Dabei werden die Fahrzeuge später auf eigenen Rädern auf das Gelände des Kundencenters Rastatt überführt – je nach Situation vorab, oder erst bei Eintreffen des Kunden vor Ort. Der Zeitpunkt der Überführung erfolgt dabei je nach Auftragsbestand oder Kapazität im Parkdeck.

Reinigung im Interieur- sowie Exterieur
Beim Eintreffen des Fahrzeuges im Kundencenter wird das Fahrzeug vom Transport- und Innenraumschutz befreit und zusätzlich vorab komplett ausgesaugt – zumindest für die Fahrzeuge, die in Rastatt übergeben werden. Parallel erfolgt die Anpassung des Luftdrucks der 4 bzw. 5 Reifen für den Fahrbetrieb sowie die gleichzeitige Deaktivierung des „Transportmodus“. Dieser spezielle Fahrmodus schränkt dazu zahlreiche Fahrzeugfunktionen ein und regelt die maximale Fahrzeuggeschwindigkeit auf 40 km/h ab.

Zusätzlich sind hier alle Türen und Fenster/Dach des Fahrzeuges – mit Ausnahme der Fahrertür und der Tankklappe – elektronisch verriegelt. Diese softwareseitige Verriegelung ersetzt die bisher in der Logistikkette eingesetzten „Do not open“-Aufkleber, welche als Siegel an den Fahrzeugtüren angebracht waren. Beim Fahrzeugtransport zum Händler bleibt dieser Modus übrigens weltweit aktiv- bis zur Übergabe an den Endkunden.

Nach der Reinigung des Innenraumes, Anpassung des Luftdrucks sowie eines Fahrzeugchecks wird das Fahrzeug in einer speziellen und besonders lackschonenden Waschanlage – die übrigens bürstenfrei ist – gereinigt und kurz danach zusätzlich per Hand von den restlichen Wassertropfen befreit. Hier erfolgt auch eine zusätzliche Reinigung aller Scheiben mittels Microfasertüchern, die dazu regelmässig pro Fahrzeug gewechselt werden.

Fahrzeugcheck
Nachdem das Fahrzeug seine Pflege erhalten hat, wird das Fahrzeug nochmals komplett begutachtet, um Schäden am Lack bzw. am kompletten Exterieur vor der Übergabe festzustellen. Dabei werden die Fahrzeuge, die für den Weitertransport vorgesehen sind, auch gemäß den internen Richtlinien per Hand in Folie verpackt. Die Fahrzeuge, die an die Händler gehen, behalten dabei den Transportschutz im Innenraum sowie die technischen Einschränkungen.

Zwischenlagerung im Parkdeck bis zum Abruf
Fahrzeuge, die in Rastatt direkt vor Ort in Kundenhand geht, werden daraufhin im direkt anschließenden Parkdeck abgestellt. Hier erfolgt auch mittels Rohrpost die Anlieferung der Kennzeichen, die der Kunde bei der Annahme im Kundencenter direkt abgibt. Als letzte Aktion vor Ort – bzw. hinter den Kulissen – erfolgt dann hier die Montage der Kennzeichen.

Der spannende Moment: Das Tor öffnet sich
Danach folgt der Zeitpunkt, den man als Kunde direkt vor Ort miterleben kann: das Tor öffnet sich und das Fahrzeug wird in die Übergabehalle des Kundencenters von Mercedes-Benz in Rastatt gefahren und für die Übergabe positioniert.

Kurze Momente danach erfolgt die Übergabe des Fahrzeuges an den Kunden, der sich in dieser Zeit wahlweise im Bistro aufgehalten hat – übrigens auch mit direkten Blick auf die Halle – oder eine Werksführung genossen hatte. Als gastronomische Alternative steht übrigens auch das optionale Restaurant „Berthas“ zur Wahl.  Als „Zeitvertreib“ vor Ort empfiehlt sich hier übrigens auch ein Besuch des „A ROCK“ Geländeparcours.

Abholer im Kundencenter können sich übrigens vorab nicht nur über die Anreise, sondern auch über die direkte Fahrzeugabholung und das Markenerlebnis vor Ort  informieren. Dafür bietet das Kundencenter seine WebApp, die über http://www.mbkundencenter.com erreichbar ist.

Für eine Abholung hat sich das Notwendige vor Ort übrigens nicht verändert: Kennzeichen, Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) sowie den Torpass/Abholschein, den man vom Vertriebspartner erhält.

Bilder: MBpassion.de / Philipp Deppe