Im Grunde verwunderlich, das Mercedes-Benz bei dem nun erstmals vorgestellten Interieur-Design der nächsten A-Klasse nicht von einer „neuen Generation“ spricht – sondern nach dessen Angaben „Modern Luxury neu definiert“. Und auch wenn es die Bilder dazu gar nicht so rüberbringen mögen, wie es in der Realität auf uns wirkt, ist den Designern bei Mercedes-Benz erneut eine Revolution gelungen. Von „innen heraus“ und somit bislang nur auf das Interieur bezogen, während man das Exterieur der neuen Baureihe W 177 sich noch für 2018 – zu dessen offiziellen Weltpremiere – aufheben möchte. Und eines vorab: das Fahrzeug sieht real tatsächlich stimmiger aus, als auf Fotos.

Die nächste Generation der kompakten A-Klasse, welche im 1. Halbjahr 2018 erstmals zu bestellen – und auch beim Händler stehen wird – ist erneut der Vorbote für eine neue Kompaktwagen-Generation, welches man nun auf insgesamt 8 unterschiedliche Modelle ausbreiten möchte. 20 Jahre nach der ersten Weltpremiere der „A-Klasse“ definiert man das „Modern Luxury“ dazu im Innenraum völlig neu. Komplett – und anders, auch wenn einige Elemente erstmals noch vertraut wirken. Das Modell kombiniert dabei – weniger überraschend – nicht nur Teile der Vorgängerbaureihe 176, sondern bringt hier auch Elemente aus den Showfahrzeug Vision EQ von der IAA 2017.

Bei den Ausstattungslinien führt man die Ausstattungslinie „AMG Line“ sowie „Style“ weiterhin fort – führt nun aber eine „PROGRESSIVE“ Ausstattung ein. Für die AMG Line ist zusätzlich ein Leder Paket oder ein AMG Leder Paket wählbar – für die PROGRESSIVE Line lediglich das Leder Paket.

Mehr Platz im Innenraum
Im Innenraum macht sich – neben besserer Rundumsicht von rund 10 Prozent – der zusätzliche Platz positiv bemerkbar: Der Schulterraum wurde – im Gegensatz zum Vorgänger – vorne um 9 mm, sowie hinten um 22 mm erweitert. Die Ellenbogenbreite liegt vorne bei zusätzlichen 35 mm – hinten bei 36 mm, die Kopffreiheit ist vorne nun 7 mm – sowie hinten 8 mm mehr. Der Kofferraum umfasst nun 370 Liter – 29 Liter mehr als bisher – und ist dank der zweigeteilten Heckleuchten nun bei der Ladeöffnung zusätzliche 20 cm breiter als bisher. Der Laderaum ist dazu nun 11,5 cm länger, wobei die Fondlehne (in Serie 60/40 – optional 40/20/40 teilbar) sich nun in Verbindung mit dem optionalen Laderaum-Paket steiler stellen lässt.

Die wichtigsten Innenraummaße dazu in mm:

  • Ellenbogenbreite: 1.457 mm, im Fond 1.446 mm (+35 bzw. +36 mm)
  • Schulterraum: 1.400 bzw. im Fond 1.372 mm (+9 bzw. 22 mm)
  • Maximaler Kopfraum vorne: 1.024 mm (+7), hinten 960 mm (+8)

In Serienausstattung: immer 2 Displays des WIDESCREEN Displays
Im Interieur fällt zuerst – neben der neuen Raumarchitektur – das Anzeige- und Bedienelement auf. Bereits das Serienelement des WIDESCREEN Cockpits wird hierzu mit 2 7 Zoll (17,78 cm) Displays ausgeliefert, während optional die gezeigten 10 Zoll Displays erhältlich sind. Insgesamt gibt es die Kombination in 3 Ausführungen: 2 x 7 Zoll, 1 x 7 Zoll sowie 10,25 Zoll oder zwei 10,25 Zoll Displays (26 cm). Bei den beiden letztgenannten Varianten wird dazu Verbundglas-Technologie „Bonded Glass“ eingesetzt. Auf den offiziellen Pressebildern sind übrigens auch Anzeigen zum kommender A-Klasse mit Hybridtechnik – mit Anzeigen von Kraftstoff sowie Batterie – zu erkennen.

Analoge Anzeigeelemente wird es in der Baureihe 177 nicht geben. Das untere Volumenkörper des Cockpits ist dabei durch einen optischen „Graben“ vom Hauptvolumen der Instrumententafel getrennt – die Designer sprechen hierbei davon, das die „Instrumententafel zu schweben scheint“. Die optionale Ambientebeleuchtung – 64-farbig – verstärkt diesen Effekt sogar. Die Cockpithutze entfällt und lässt den Gesamt-Grundkörper der Instrumententafel mit dessen Zierteilebene von einer Vordertür zur anderen regelrecht schweben.

Weltpremiere auf der CES 2018: COMAND Online erstmals mit NTG 6.0
Ungern möchte man aktuell noch über das Navigationssystem sprechen, welches so erst auf der CES 2018 in Las Vegas Weltpremiere feiern wird. Hierbei handelt es sich jedoch bereits um das COMAND Online nach NTG 6.0, welches zusätzliche Highlights bieten wird.

Neben einer verbesserten Sprachsteuerung ist hier u.a. auch mit Updates für verschiedene Steuergeräte über das Mobilfunknetz zu rechnen. Inwieweit nun trotzdem ein Touchscreen erhältlich sein wird, ist fraglich – dazu äußern sich die Verantwortlichen bislang auch noch nicht.

Als zusätzliches Highlight verbaut man 5 Lüftungsdüsen in Turbinenoptik, die in der Front – in einer Ausstattungslinie – beleuchtet sind. Die mittleren 3 Düsen sind dabei fahrerorientiert ausgerichtet.

Premiere in der Kompaktwagenklasse: Sitzklimatisierung mit Massagefunktion
Das Lenkrad stammt hingegen aus der S-Klasse. Bei den Sitzen gibt es 3 verschiedene Vordersitze: den Basissitz, den Komfortsitz mit 20-Wege-Verstellung sowie den sportlichen Integralsitz (in Kombination mit den Ausstattungslines).

Als verdecktes Highlight ist in der A-Klasse erstmals Sitzklimatisierung mit Massagefunktion und Multikontursitz Komfortausstattung erhältlich. Hierbei befindet sich je ein Radiallüfter in Sitzkissen und Lehne, welche über den perforierten Bezug die die warme Luft ansaugt und nach unten und hinten abführt.

Die Belüftungsstärke lässt sich in drei Stufen variieren. Mittels Multikontursitz-Paket lassen sich die Seitenwangen sowie die Lordosensütze durch eine elektrisch angetriebene Pneumatikpumpe einstellen. Der Massageeffekt wird im Lendenwirkelbereich mittels Luftkammern durch pulsieren bzw. wellenförmiges aufblasen und wieder verkleinern erzeugt.

Die Zierteile – im „Wrap-Around“-Design gehalten, sind u.a. mit offenporigen Hölzern lieferbar. Die Integration der Klimaanlage in den Zentral-Bildschirm sorgt zusätzlich u.a. für eine klare Linie des Cockpits. Die Klimabedienung erfolgt über Schaltwippen des Klimabediengerätes oder über das entsprechende Menü auf dem Bildschirm.

Vergrößert wurden übrigens auch die Ablagen in den Türverkleidungen, wo vorne nun 1,5 Liter große PET-Flaschen oder Zeitschriften im DIN A4 Format Platz finden. Hinten passen in die Türen noch 1 Liter PET Flaschen. In alle 4 Türen sind übrigens nun auch integrierte Aufnahmen für Warnwesten vorhanden. Die „Spontanablage“ in der Mittelkonsole vor Schaltung wurden vergrößert. Ein Cupholder auf dem Mitteltunnel für Flaschen bis 0,5 Liter ist nun in Serie vorhanden, dessen Einsatz sich aber auf Wunsch entnehmen lässt.

Die Weltpremiere des Fahrzeuges wird am 2. Februar 2018 in Amsterdam stattfinden – wo wir natürlich direkt vor Ort sind. Hier wird der Hersteller auch erstmals das komplette Design des Fahrzeuges vorstellen – mit weiteren Details zu Motoren und Ausstattungen. Messepremiere feiert das Fahrzeug dann im Frühjahr am Genfer Autosalon 2018.

Weitere Infos zur A-Klasse der Baureihe 177 findet man übrigens auch bei den Kollegen von autophorie.de sowie bei www.rad-ab.com und www.mein-auto-blog.de.

Bilder: Daimler AG