Die Daimler AG (Börsenkürzel DAI) hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 den Erfolgskurs fortgesetzt und Bestwerte bei Absatz, Umsatz und EBIT für diesen Zeitraum erzielt. Von Juli bis September hat das Unternehmen erneut Absatz und Umsatz gesteigert. Daimler setzte im dritten Quartal 824.100 Pkw und Nutzfahrzeuge ab (+9%) und erzielte damit erneut einen Bestwert beim Konzernabsatz. Zum bisher höchsten Absatz in einem Quartal haben alle automobilen Geschäftsfelder beigetragen, insbesondere Mercedes-Benz Cars mit mittlerweile 55 Rekordmonaten in Folge (Q3 2017: 597.300 Einheiten, +6%) sowie die deutliche Absatzsteigerung von Daimler Trucks (126.600 Einheiten, +30%). Der Konzernumsatz erreichte im Berichtsquartal 40,8 Mrd. € und lag damit 6% über dem Vorjahreswert. Bereinigt um Wechselkursveränderungen betrug der Umsatzanstieg 8%.

Der Daimler-Konzern erzielte im dritten Quartal 2017 ein EBIT von 3.458 Mio. € und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 4.037 Mio. €. Das Konzernergebnis belief sich auf 2.268 (i. V. 2.726) Mio. €. Der Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis betrug 2.177 (i. V. 2.595) Mio. €; dies führte zu einem Ergebnis je Aktie von 2,03 (i. V. 2,43) €.

Das EBIT im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars lag dabei deutlich unter dem Vorjahreswert, da sich insbesondere Garantieaufwendungen und Aufwendungen für Servicemaßnahmen im Ergebnis des Geschäftsfelds niederschlugen. Auch Mercedes-Benz Vans und Daimler Buses erzielten ein EBIT deutlich unter den Vorjahreswerten. Das Geschäftsfeld Daimler Trucks konnte das Ergebnis des Vorjahresquartals dagegen insbesondere aufgrund eines höheren Absatzes in der NAFTA-Region und in Asien deutlich übertreffen. Daimler Financial Services konnte im dritten Quartal 2017 ebenfalls einen deutlichen EBIT-Anstieg erreichen. Die Überleitung der Segmentergebnisse auf das Konzern-EBIT zeigt ein deutlich geringeres Ergebnis als im Vorjahresquartal.

„Daimler ist erfolgreich unterwegs und führt mit Mercedes-Benz das Premium-Segment an. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, aus einer starken Position heraus zu prüfen, ob wir uns noch besser aufstellen können, um auch in Zukunft das automobile Zeitalter maßgeblich und erfolgreich von der Spitze aus zu gestalten: mit Pkw, Vans, Lkw, Bussen sowie Finanzdienstleistungen und Mobilitätsservices. Denn wir wollen auf lange Sicht erfolgreich sein“, sagte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars. „Dieses Projekt soll die Zukunftsfähigkeit der Geschäftsbereiche stärken, um die Wachstums- und Ergebnispotenziale in den jeweiligen Märkten noch besser zu erschließen.

Die Daimler AG strebt vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats an, die Geschäftsstrukturen des Konzerns durch die Bildung rechtlich selbstständiger Einheiten weiter zu fokussieren und zu stärken: Neben dem bereits bestehenden rechtlich selbstständigen Geschäftsfeld Daimler Financial Services ist angedacht, dass auch die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars & Vans sowie Daimler Trucks & Buses als jeweils eine rechtlich selbstständige Einheit eine stärkere unternehmerische Verantwortung erhalten. Das Unternehmen stimmt sich dabei eng mit den Arbeitnehmervertretern ab und hat sich auf Eckpunkte für einen Interessenausgleich für die Beschäftigten verständigt. Wesentliche Punkte sind die Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis zum Jahresende 2029 (»Zukunftssicherung 2030«) sowie die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen.

„Um dauerhaft wettbewerbsfähig und nachhaltig profitabel zu sein, sind Agilität, Flexibilität und eine kontinuierliche Weiterentwicklung essentiell“, sagte Bodo Uebber, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Finance & Controlling und Daimler Financial Services. „Die Sicherung der Zukunft von Daimler basiert für uns auf drei Elementen: Wahrung und Steigerung des Unternehmenserfolgs, Zukunftsgestaltung für unsere Mitarbeiter und langfristige Bindung der Investoren an das Unternehmen. Mit diesem Dreiklang werden wir uns aus einer Position der Stärke heraus bestmöglich für die Zukunft aufstellen und so unseren Erfolgspfad weiter fortsetzen. Damit schaffen wir weiter Werte für Mitarbeiter, Kunden und Investoren.“

Free Cash Flow und Liquidität

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich in den ersten neun Monaten auf 5,8 (i. V. 2,6) Mrd. €. Dieser Anstieg war auf den positiven Geschäftsverlauf sowie auf die positive Entwicklung des Working Capital zurückzuführen. Im Vorjahresvergleich wirkte zudem die im Vorjahr getätigte Zahlung des Bußgelds von 1,0 Mrd. €, das von der Europäischen Kommission im Zusammenhang mit der Einigung im Kartellverfahren im Bereich Trucks gegen die Daimler AG verhängt wurde. Ein Zahlungsmittelzufluss von 0,8 Mrd. € resultierte aus der von Beijing Benz Automotive Co., Ltd. ausgeschütteten Dividende. Zudem führte der Verkauf von Immobilien durch die Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation am Standort Kawasaki in Japan zu einem Zahlungsmittelzufluss von 0,3 Mrd. €. Gegenläufige Effekte resultierten aus den gestiegenen Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie aus dem Kauf eines Anteils an LSH Auto International Limited (LSHAI).

Seit dem 31. Dezember 2016 erhöhte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts von 19,7 Mrd. € auf 20,8 Mrd. €. Der Anstieg war insbesondere auf den positiven Free Cash Flow zurückzuführen. Gegenläufige Effekte resultierten aus der Dividendenzahlung an die Aktionäre der Daimler AG sowie aus negativen Wechselkurseffekten.

Der Daimler-Konzern hat sich in den ersten drei Quartalen 2017 erneut zu attraktiven Bedingungen auf den internationalen Geld- und Kapitalmärkten refinanziert. Von Januar bis September 2017 sind Daimler aus der Emission von Anleihen liquide Mittel in Höhe von 16,6 (i. V. 16,4) Mrd. € zugeflossen. Aufgrund der Tilgung von Anleihen flossen 10,6 (i. V. 8,1) Mrd. € ab. Ein wesentlicher Teil des Emissionsvolumens wurde in Form sogenannter Benchmark-Anleihen (Anleihen mit hohem Nominalvolumen) durchgeführt. Es wurden darüber hinaus diverse weitere kleinere Begebungen in verschiedenen Ländern vorgenommen. Im August platzierte die Daimler AG eine sogenannte Panda-Anleihe mit einem Volumen von 5,0 Mrd. RMB im chinesischen Kapitalmarkt. Im dritten Quartal 2017 wurden zudem Asset-Backed-Securities (ABS)-Transaktionen in China, in den USA sowie in Australien durchgeführt. Dabei konnten in China 5,0 Mrd. RMB erfolgreich am Markt platziert werden. In Australien wurde im Juli eine erstmalige ABS-Transaktion (0,8 Mrd. AUD) begeben. Des Weiteren wurde in den USA mit einer Transaktion ein Refinanzierungsvolumen von 2,1 Mrd. US-$ generiert.

Beschäftigte

Zum Ende des dritten Quartals 2017 waren im Daimler-Konzern weltweit 292.121 (Jahresende 2016: 282.488; Q3 2016: 284.482) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren 175.166 (Jahresende 2016: 170.034) in Deutschland tätig; 23.513 (Jahresende 2016: 21.857) waren es in den USA. Bei den konsolidierten Tochter­gesellschaften in China waren Ende September 2017 3.986 (Jahresende 2016: 3.696) Beschäftigte tätig.

Die Geschäftsfelder im Einzelnen

Das dritte Quartal war das bisher absatzstärkste Vierteljahr von Mercedes-Benz Cars. Weltweit wurden in diesem Zeitraum 597.300 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und smart verkauft (+6%). In Europa verbuchten die beiden Marken einen Quartalshöchstwert (+3%), mit einem Plus von 5% in Deutschland. Belgien, die Schweiz, Polen, Österreich und Schweden trugen mit Absatzrekorden zu dem Erfolg in Europa bei. Die Nachfrage in China inkl. Hongkong stieg im dritten Quartal um 21% auf einen neuen Höchstwert. Daneben verbuchten auch Australien, Indien, Taiwan, Thailand sowie Kanada Bestwerte. Der Absatz in den USA war von einem generell rückläufigen US-Automobilmarkt geprägt und lag im vergangenen Quartal bei 82.200 (i. V. 89.900) Einheiten.

Der Umsatz nahm um 1% auf 23,4 Mrd. € zu. Von Juli bis September lag das EBIT des Geschäftsfelds mit 2.147 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert von 2.746 Mio. €. Die Umsatzrendite belief sich auf 9,2 (i. V. 11,8) %. Im dritten Quartal 2017 wirkte sich die hohe Nachfrage nach SUV-Modellen positiv auf die Ergebnisentwicklung aus. Gegenläufig wurde das Ergebnis durch Aufwendungen im Zusammenhang mit einer Rückrufaktion (230 Mio. €) sowie für freiwillige Servicemaßnahmen im Zusammenhang mit dem Zukunftsplan für Diesel-Antriebe (223 Mio. €) belastet. Des Weiteren beeinflussten Vorleistungen für neue Technologien und Fahrzeuge das Ergebnis.

Der Absatz von Daimler Trucks stieg im dritten Quartal 2017 um 30% auf 126.600 Einheiten. In der NAFTA-Region legte der Absatz mit 45.300 (i. V. 31.400) Lkw deutlich zu. Auch in Asien wurde mit 40.000 (i. V. 28.100) Fahrzeugen ein deutlicher Absatzzuwachs erzielt, der insbesondere auf die positive Entwicklung in Indonesien mit 11.900 (i. V. 6.700) Verkäufen zurückzuführen ist. In Indien verkaufte Daimler Trucks mit 4.900 (i. V. 2.400) Einheiten ebenfalls deutlich mehr Lkw als im Vorjahreszeitraum. Im Kernmarkt Japan lagen die Verkäufe mit 11.900 (i. V. 11.700) Lkw auf Vorjahresniveau. In der Region EU30 (Europäische Union, Schweiz und Norwegen) lag der Absatz mit 20.900 (i. V. 21.300) Einheiten und in Deutschland mit 8.100 (i. V. 8.300) Lkw jeweils leicht unterhalb des Vorjahresniveaus. Die Verkäufe in der Türkei entwickelten sich nach längerer Schwächephase mit 3.400 (i. V. 1.700) Einheiten positiv. In Lateinamerika bewegte sich der Absatz leicht über dem Niveau des Vorjahres. In Brasilien wurden mit 3.700 (i. V. 3.500) Lkw erstmals wieder mehr Fahrzeuge als in der Vorjahresperiode ausgeliefert. Das Joint Venture in China erzielte mit den Auman Trucks einen Verkaufszuwachs um 78% auf 30.000 Einheiten.

Der Umsatz lag mit 9,2 (i. V. 7,9) Mrd. € ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau. Das Geschäftsfeld erzielte im Berichtsquartal 2017 ein EBIT von 614 Mio. € und lag somit deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 464 Mio. €. Die Umsatzrendite stieg auf 6,7% gegenüber 5,9% im Vorjahr. Die positive Ergebnisentwicklung war insbesondere auf den höheren Absatz in der NAFTA-Region und in Asien sowie die Realisierung von Effizienzverbesserungen zurückzuführen. Aufwendungen im Rahmen der geplanten Fixkostenoptimierung (70 Mio. €) belasteten das EBIT. Höhere Aufwendungen, insbesondere für Rohstoffe, neue Technologien und zukünftige Produkte, wirkten sich ebenfalls negativ auf das EBIT aus.

Mercedes-Benz Vans steigerte seinen Absatz im dritten Quartal 2017 um 9% auf einen neuen Bestwert von 93.100 Einheiten. In der EU30 stieg der Absatz im dritten Quartal 2017 um 2%. Starke Zuwächse verzeichnete Mercedes-Benz Vans insbesondere in Großbritannien (+8%), Österreich (+21%), Spanien (+8%), Polen (+11%) und in der Schweiz (+9%). Im wichtigen deutschen Markt verzeichnete die Transportersparte mit einem Plus von 2% erneut ein sehr gutes drittes Quartal. Sehr positiv war die Entwicklung in der NAFTA-Region mit einem Wachstum von 19%. Dabei stieg der Absatz in den USA deutlich um 17%. In Lateinamerika legte er ebenfalls deutlich um 22% zu. Dazu trugen die deutliche Markterholung in Argentinien sowie die – trotz eines rückläufigen Marktes – sehr erfreuliche Absatzentwicklung in Brasilien bei. In China hat Mercedes-Benz Vans seine Position weiter verbessert und verzeichnete mit 6.800 Einheiten und einer Steigerung von 64% sein bislang absatzstärkstes Quartal.

Der Umsatz lag mit 3,1 Mrd. € auf Vorjahresniveau. Das Geschäftsfeld erwirtschaftete im dritten Quartal 2017 mit 218 Mio. € ein EBIT deutlich unter dem Niveau des Vorjahres von 312 Mio. €. Die Umsatzrendite sank auf 7,1% gegenüber 10,0% im Vorjahr. Das EBIT war von Aufwendungen für Produktanläufe und höheren Rohstoffpreisen geprägt. Zudem ging das Ergebnis durch die Beendigung einer Auftragsfertigung zurück. Die positive Absatz­entwicklung, insbesondere in Europa, in der NAFTA-Region und in China, konnte diesen Effekt nur teilweise kompensieren.

Der Absatz von Daimler Buses stieg im dritten Quartal 2017 um 17% auf 7.200 Einheiten. In der Region EU30 hat Daimler Buses im dritten Quartal 1.900 Komplettbusse und Fahrgestelle der Marken Mercedes-Benz und Setra abgesetzt (+1%). Im Heimatmarkt Deutschland lag der Absatz bei weiterhin unangefochtener Marktführerschaft auf Vorjahresniveau. In Lateinamerika (ohne Mexiko) legte der Absatz mit insgesamt 3.600 (i. V. 2.200) Fahrgestellen deutlich zu. In Mexiko setzte Daimler Buses im dritten Quartal 800 (i. V. 1.200) Einheiten ab.

Der Umsatz lag mit 1,0 (i. V. 0,9) Mrd. € deutlich über dem Vorjahresniveau. Das EBIT des Geschäftsfelds Daimler Buses lag mit 26 (i. V. 45) Mio. € im dritten Quartal 2017 deutlich unter dem Vorjahreswert. Die Umsatzrenditeging auf 2,6 (i. V. 4,8) % zurück. Der Absatzanstieg in Lateinamerika sowie weitere Effizienzsteigerungen konnten die negativen Wechselkurseffekte und den inflationsbedingten Kostenanstieg hauptsächlich in Lateinamerika nicht ausgleichen.

Daimler Financial Services konnte sein Neugeschäft im dritten Quartal 2017 weiter steigern: Weltweit wurden 481.400 neue Leasing- und Finanzierungsverträge im Wert von 17,4 Mrd. € abgeschlossen – 11% mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Vertragsvolumen erreichte Ende September den Wert von 135,8 Mrd. € und stieg damit im Vergleich zum Jahresende 2016 um 2%. Wechselkursbereinigt wuchs das Vertragsvolumen um 8%. Die Gesamtzahl der Nutzer bei den Mobilitätsdienstleistungen stieg auf 15,9 Mio. Kunden weltweit (+116%). Die Zahl der Kunden von car2go stieg im dritten Quartal auf 2,8 Mio. Bis Ende September registrierte die moovel Group rund 16,4 Mio. Transaktionen über ihre Apps. Im August hat die moovel Group mit dem Hamburger Start-up Familonet eine Ortungs-App mit über zwei Mio. Nutzern erworben. mytaxi, Europas Taxi-App Nummer eins mit mehr als 9,7 Mio. registrierten Nutzern, startete unter dem Label mytaxi match einen Pooling-Service, bei dem sich mehrere Kunden ein Taxi teilen können.

Das EBIT des Geschäftsfelds Daimler Financial Services übertraf im dritten Quartal 2017 mit 507 Mio. € das Vorjahresergebnis von 438 Mio. € deutlich. Ursachen für die positive Entwicklung waren das gestiegene Vertragsvolumen sowie die geringeren Risikokosten. Gegenläufig wirkte sich das gestiegene Zinsniveau aus.

Die Überleitung der operativen Ergebnisse der Geschäftsfelder auf das EBIT des Konzerns umfasst die zentral verantworteten Sachverhalte sowie Ergebniseffekte aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern. Aus den zentral verantworteten Sachverhalten ergaben sich im dritten Quartal 2017 Aufwendungen von 62 (i. V. Erträge von 39) Mio. €. Darin enthalten ist ein Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen von -53 (i. V. 21 Mio. €). Aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen ergaben sich im dritten Quartal 2017 Erträge von 8 (i. V. Aufwendungen von 7) Mio. €.

Investitionen in die Zukunft

Der Daimler-Konzern hat im dritten Quartal 1,5 (i. V. 1,4) Mrd. € in Sachanlagen investiert. Der größte Anteil entfiel mit 1,0 (i. V. 1,1) Mrd. € auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars. Der Schwerpunkt der Sachinvestitionen lag auf der Produktionsvorbereitung für die neue Generation der Kompaktwagen, vor allem der neuen A-Klasse. Außerdem haben sich darin die Ausgaben für den weiteren Ausbau der internationalen Montage- und Komponentenwerke niedergeschlagen. Bei Daimler Trucks lagen die Schwerpunkte der Investitionen auf neuen Produkten und Folgegenerationen für bestehende Produkte, auf globalen Komponentenprojekten und der Optimierung des weltweiten Produktionsnetzwerks.

Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Daimler-Konzerns beliefen sich im dritten Quartal auf 2,3 (i. V. 1,9) Mrd. €; davon wurden 0,6 (i. V. 0,6) Mrd. € aktiviert. Mit 1,7 (i. V. 1,4) Mrd. € entfielen rund drei Viertel der Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf das Segment Mercedes-Benz Cars. Darin drücken sich bereits in erheblichem Umfang die Vorleistungen für die Mobilität der Zukunft aus. Darüber hinaus lagen die Schwerpunkte auf neuen Fahrzeugmodellen, kraftstoffeffizienten Antrieben sowie der Intensivierung der Modulstrategie. Daimler Trucks investierte vorwiegend in den Bereichen Emissions­reduzierung, alternative Antriebs- und Zukunftstechnologien sowie in maßgeschneiderte Produkte und Technologien insbesondere für die lateinamerikanischen Märkte und China.

Ausblick Märkte

Zu Beginn des Jahresschlussquartals deuten die konjunkturellen Frühindikatoren darauf hin, dass dieWeltwirtschaft ihr aktuell günstiges Wachstumstempo beibehalten wird. Die Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum haben sich für das Gesamtjahr 2017 inzwischen bei knapp über 3% stabilisiert.

Die weltweite Pkw-Nachfrage dürfte nach aktueller Einschätzung in diesem Jahr von hohem Niveau ausgehend um rund 2% zunehmen. Für den chinesischen Pkw-Gesamtmarkt ist dabei aufgrund des außerordentlich hohen Vorjahresvolumens nur noch ein leichter Anstieg unterstellt. In den verbleibenden Monaten des Jahres ist dennoch mit erheblichen Vorzieheffekten zu rechnen, weil die steuerlichen Kaufanreize für Pkw mit kleinen Motoren nach aktuellem Kenntnisstand zum Jahresende beendet werden. Sollte der Markt daher im vierten Quartal stärker wachsen als erwartet, würde aufgrund der Bedeutung Chinas auch der weltweite Zuwachs noch etwas höher ausfallen. Der US-amerikanische Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bewegt sich zwar weiterhin auf hohem Niveau, wird aber voraussichtlich leicht unter dem Wert des Vorjahres liegen. Für den europäischen Pkw-Markt ist insgesamt von einem leichten Anstieg auszugehen. Dabei sollte sich die Nachfrage in Westeuropa nach der kräftigen Erholung der Vorjahre leicht über dem Niveau von 2016 bewegen. In Russland ist mit einer deutlichen Erholung von niedrigem Niveau zu rechnen. Für den japanischen Markt und für die Nachfrage inIndien sind jeweils signifikante Zuwächse zu erwarten.

Auf dem Lkw-Markt in der NAFTA-Region hat nach dem zyklischen Abschwung des Vorjahres inzwischen eine spürbare Erholung der Nachfrage eingesetzt, die sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen sollte. Dennoch dürften die Verkäufe in den Gewichtsklassen 6-8 im Gesamtjahr 2017 leicht unter dem Vorjahresniveau bleiben. Im Segment der schweren Lkw (Klasse 8) geht das Unternehmen weiterhin von einer schwächeren Entwicklung aus. In der Region EU30 wird erwartet, dass die Nachfrage in etwa das solide Vorjahresniveau halten kann. Auf dem brasilianischen Markt ist trotz der jüngsten Stabilisierungstendenzen anzunehmen, dass die Verkaufszahlen ausgehend von dem äußerst schwachen Vorjahresniveau nochmals leicht zurückgehen werden. In der Türkei ist nach dem dramatischen Einbruch des Vorjahres ein weiterer, wenn auch nur leichter Rückgang zu erwarten. Der russische Markt sollte sich deutlich erholen.

Die wichtigsten asiatischen Märkte dürften sich im Jahr 2017 uneinheitlich entwickeln. In Japan ist für die Nachfrage nach leichten, mittleren und schweren Lkw auf solidem Niveau eine stabile Marktentwicklung wahrscheinlich. Der indonesische Lkw-Gesamtmarkt sollte sich nach mehreren Jahren mit starken Marktrückgängen deutlich über dem Vorjahresniveau bewegen. In Indien hingegen haben regulatorische und steuerliche Veränderungen Unsicherheit bei den Lkw-Kunden ausgelöst. Aufgrund der entsprechenden Kaufzurück­haltung ist für mittelschwere und schwere Lkw nun von einem deutlichen Marktrückgang auszugehen. In China spielen neben der wirtschaftlichen Erholung ebenfalls Sondereffekte eine Rolle, die hier allerdings einen kräftigen Nachfrageschub erzeugt haben. Entsprechend wird sich der Markt voraussichtlich deutlich über dem Vorjahresniveau bewegen.

Für das Jahr 2017 erwartet das Unternehmen nun in der Region EU30 im Segment der mittelgroßen und großen Transporter ein deutliches Marktwachstum. Bei den kleinen Transportern rechnet das Unternehmen mit einem leichten Marktwachstum. In den USA dürfte die Nachfrage nach großen Transportern stabil bleiben. Dagegen sollte sich der Markt für große Transporter in Lateinamerika, von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend, im Jahr 2017 wieder deutlich beleben. In China wird nun mit einem leichten Rückgang der Nachfrage im adressierten Markt gerechnet.

Bei den Bussen erwartet das Unternehmen nun in der Region EU30 ein Marktvolumen, das auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Die Marktentwicklung in Lateinamerika wird weiterhin durch die schwierige wirtschaftliche Situation insbesondere in Brasilien beeinflusst. Nach den deutlichen Rückgängen in den Vorjahren geht das Unternehmen davon aus, dass die Talsohle im Jahr 2016 erreicht wurde. Insbesondere in Brasilien wird für das Jahr 2017 mit einer deutlichen Erholung auf weiterhin sehr niedrigem Niveau gerechnet.

Ausblick Geschäftsfelder

Auf Basis der oben dargestellten Annahmen für die Entwicklung der für Daimler wichtigen Märkte und der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder erwartet das Unternehmen, dass der Konzernabsatz im Jahr 2017 insgesamt deutlich gesteigert werden kann.

Auch im dritten Quartal 2017 setzte Mercedes-Benz Cars den Erfolg aus den vorangegangenen Quartalen fort und erzielte den höchsten Quartalsabsatz der Firmengeschichte. Für das Gesamtjahr 2017 plant die Pkw-Sparte eine deutliche Steigerung des Absatzes gegenüber dem Vorjahr auf ein neues Rekordniveau. Hierzu werden im vierten Quartal insbesondere die meistverkauften Modellfamilien, die C-Klasse und E-Klasse, sowie die SUVs beitragen. Seit September ist zudem die umfassend modernisierte S-Klasse Limousine in den USA sowie in ihrem größten Absatzmarkt China erhältlich (in Europa bereits seit Juli), von der im vierten Quartal neue Absatzimpulse erwartet werden. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt feierten das modellgepflegte S-Klasse Coupé und Cabriolet Weltpremiere. Außerdem bleibt die Sportwagen- und Performance-Marke Mercedes-AMGein wichtiger Absatztreiber.

Daimler Trucks erwartet nun für das Jahr 2017 eine deutliche Steigerung des Gesamtabsatzes gegenüber dem Vorjahr. In der NAFTA-Region rechnet die Lkw-Sparte damit, die starke Marktposition weiter festigen zu können und einen Absatz deutlich über dem Niveau des Jahres 2016 zu erzielen. Auch in der Region EU30 wird eine leichte Steigerung der Verkäufe erwartet. In Brasilien rechnet das Geschäftsfeld ebenfalls mit einem Absatzvolumen, das das niedrige Niveau des Jahres 2016 leicht übertrifft. In Japan, wo in diesem Jahr die neueste Generation des Schwerlast-Lkw FUSO Super Great vorgestellt wurde, geht Daimler Trucks weiterhin von Verkaufszahlen in ähnlicher Höhe wie im Vorjahr aus. Deutlich steigende Verkaufszahlen sind sowohl in Indonesien als auch in Indien zu erwarten.

Mercedes-Benz Vans plant für das Jahr 2017 einen deutlichen Absatzanstieg. Auch in der Region EU30 rechnet die Transporter-Sparte mit einem deutlichen Zuwachs. Im Rahmen der Geschäftsfeldstrategie »Mercedes-Benz Vans goes global« wurden die Großraumlimousine V-Klasse und der Vito im Jahr 2016 auch in China, dem größten Automobilmarkt der Welt, eingeführt. Dies sorgt dort für zusätzliche Nachfrageimpulse. Außerdem wird das Geschäftsfeld zum Jahresende mit der X-Klasse in das Midsize-Pickup-Segment eintreten und damit langfristig den weltweiten Absatz weiter ausbauen.

Daimler Buses geht davon aus, die Marktführerschaft in seinen klassischen Kernmärkten bei den Bussen über 8t mit innovativen, zukunftsfähigen und hochwertigen neuen Produkten behaupten zu können. Für das Jahr 2017 rechnet die Bus-Sparte insgesamt mit einer deutlichen Absatzsteigerung. Dabei unterstellt das Geschäftsfeld nun in der Region EU30 einen Absatz in der Größenordnung des Vorjahres. Nach dem signifikanten Rückgang im Jahr 2016 wird in Brasilien für das Jahr 2017 mit einer deutlichen Erholung auf einem nach wie vor sehr niedrigen Niveau gerechnet. Für Mexiko erwartet Daimler Buses nun eine leicht rückläufige Absatzentwicklung.

Daimler Financial Services erwartet für das Jahr 2017 einen deutlichen Anstieg beim Neugeschäft und weiteres Wachstum beim Vertragsvolumen. Ausschlaggebend hierfür sind weiterhin die guten Absatzentwicklungen der automobilen Geschäftsfelder, insbesondere Mercedes-Benz Cars. Darüber hinaus erschließt das Geschäftsfeld neue Marktpotenziale vor allem in Asien und nutzt neue und digitale Möglichkeiten des Kundenkontakts, insbesondere indem die Online-Vertriebskanäle gezielt weiterentwickelt werden. Außerdem werden auf dem Gebiet der innovativen Mobilitätsdienstleistungen weiterhin weltweit gute Wachstumschancen gesehen.

Ausblick Daimler

Daimler geht davon aus, dass der Konzernumsatz im Jahr 2017 deutlich zunehmen wird. Auf Basis der deutlichen Absatzsteigerungen erwarten die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars und Daimler Buses sowie Daimler Financial Services deutlich höhere Umsatzerlöse und Mercedes-Benz Vans einen leichten Umsatzzuwachs. Auch für das Geschäftsfeld Daimler Trucks rechnet Daimler nun mit einem Umsatz deutlich über dem des Vorjahres. In regionaler Hinsicht erwartet das Unternehmen für Asien und Europa die höchsten Zuwächse.

Auf der Basis der erwarteten Marktentwicklung sowie der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder geht der Konzern davon aus, das Konzern-EBIT im Jahr 2017 nochmals deutlich zu steigern.

Die einzelnen Geschäftsfelder haben für das Jahr 2017 folgende Erwartungen für das EBIT:

– Mercedes-Benz Cars: deutlich über Vorjahresniveau,
– Daimler Trucks: deutlich über Vorjahresniveau,
– Mercedes-Benz Vans: auf Vorjahresniveau,
– Daimler Buses: leicht unter Vorjahresniveau und
– Daimler Financial Services: deutlich über Vorjahresniveau.

Daimler Trucks rechnet im Rahmen der geplanten Fixkostenoptimierung insbesondere bei der Marke Mercedes-Benz mit Aufwendungen von bis zu 0,2 Mrd. €, die überwiegend im Jahr 2017 anfallen werden. Begünstigt durch den Wechsel von Mitarbeitern innerhalb des Daimler-Konzerns, erwartet Daimler Trucks nun geringere Aufwendungen als ursprünglich angenommen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 sind hierfür Aufwendungen von 94 Mio. € entstanden. Der Hochlauf der Fixkosteneinsparungen läuft weiterhin wie geplant.

Die erwartete Ergebnisentwicklung in den Automobilgeschäftsfeldern wird sich auch im Jahr 2017 positiv im Free Cash Flow des Industriegeschäfts niederschlagen. Trotz nochmals höherer Vorleistungen für neue Produkte und Technologien dürfte der Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft ohne Berücksichtigung einer geplanten außerordentlichen Zuführung zum deutschen Pensionsvermögen der Daimler AG, leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen und damit die Dividendenausschüttung im Jahr 2017 übertreffen. Unter Einbeziehung der außerordentlichen Zuführung zum Pensionsvermögen erwartet das Unternehmen den Free Cash Flow des Industriegeschäfts unter dem Vorjahreswert. „Mit unserem geschäftlichen Erfolg, unserer guten Bilanz und unserem soliden Cash Flow haben wir die Stärke, den Ausfinanzierungsgrad unserer Pensionsverpflichtungen zu erhöhen. Damit untermauern wir unsere Pensionszusagen gegenüber unseren Mitarbeitern“, sagte Bodo Uebber. Zudem will das Unternehmen damit auch einen Beitrag zur Stärkung des A-Ratings von Daimler leisten.

Um die anspruchsvollen Wachstumsziele zu erreichen, werden die bereits sehr hohen Investitionen in Sachanlagen (i. V. 5,9 Mrd. €) im Jahr 2017 nochmals deutlich erhöht. Sowohl Mercedes-Benz Cars als auch Daimler Trucks werden im Jahr 2017 vor allem in Folgegenerationen für bestehende Produkte, in neue Produkte, in globale Komponenten­projekte und in die Optimierung des weltweiten Produktionsnetzwerks investieren.

Auch bei den Forschungs- und Entwicklungsleistungen erwartet Daimler Umfänge deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 7,6 Mrd. €. Zu den wesentlichen Einzelprojekten bei Mercedes-Benz Cars gehören die Nachfolgemodelle der aktuellen S-Klasse und C-Klasse. Außerdem wird in neue effizientere Motoren, alternativ angetriebene Fahrzeuge und Antriebssysteme, autonomes Fahren und in Konnektivität investiert. Bei Daimler Trucks liegen die Schwerpunkte weiterhin auf den Aktivitäten in den Bereichen Kraftstoffeffizienz, alternativen Antriebs- und Zukunftstechnologien sowie bei Aufwendungen für maßgeschneiderte Produkte und Technologien insbesondere für Lateinamerika und China.

Vor dem Hintergrund weiterer Effizienzsteigerungen im Rahmen der mittel- und langfristig ausgerichteten Programme zur strukturellen Verbesserung der Geschäftsprozesse geht Daimler davon aus, dass die anspruchsvollen Wachstumsziele mit einem nur leicht wachsenden Personalbestand erreicht werden können.

Wichtige Ereignisse

Im Juli hatte Daimler verkündet, eine Machbarkeitsstudie zur Bildung rechtlich selbstständiger Einheitendurchzuführen. Auf Basis der positiven Ergebnisse der Machbarkeitsanalyse hat der Vorstand im Oktober vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats eine Weiterverfolgung des Projekts beschlossen sowie in diesem Zusammenhang der Durchführung vorbereitender Maßnahmen zugestimmt. Die Daimler AG strebt an, die Geschäftsstrukturen des Konzerns durch die Bildung rechtlich selbstständiger Einheiten weiter zu fokussieren und zu stärken: Neben dem bereits bestehenden rechtlich selbstständigen Geschäftsfeld Daimler Financial Services ist angedacht, dass auch die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars und Vans sowie Daimler Trucks und Buses als jeweils eine rechtlich selbstständige Einheit eine stärkere unternehmerische Verantwortung erhalten. Dieses Projekt soll die Zukunftsfähigkeit der Geschäftsbereiche stärken, um die Wachstums- und Ergebnispotenziale in den jeweiligen Märkten noch besser zu erschließen. Daimler wird für die ersten Schritte einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag investieren. Das Unternehmen stimmt sich bei dem Projekt eng mit den Arbeitnehmervertretern ab und hat sich auf ein Eckpunktepapier für einen Interessenausgleich für die Beschäftigten verständigt. Wesentliche Punkte sind die Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis zum Jahresende 2029 (»Zukunftssicherung 2030«), die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen sowie eine Verlängerung der einheitlichen Ergebnisbeteiligung der Daimler AG.

Der Vorstand der Daimler AG hat im Juli einen Zukunftsplan für Dieselantriebe beschlossen. Dieser umfasst eine massive Ausweitung der bereits laufenden freiwilligen Servicemaßnahmen bei Fahrzeugen in Kundenhand sowie eine schnelle Markteinführung der komplett neu entwickelten Diesel-Motorenfamilie. Bereits seit März bietet Mercedes-Benz seinen Kunden bei Fahrzeugen der Kompaktklasse eine Verbesserung des NOx-Emissionsverhaltens für eine Motorvariante an. Um auch das Emissionsverhalten weiterer Baureihen wirkungsvoll zu verbessern, hat der Vorstand der Daimler AG im Juli die Ausweitung der Servicemaßnahmen auf mehr als drei Millionen Mercedes-Benz Fahrzeuge beschlossen. Die Maßnahmen werden bei einem Großteil der EU5-und EU6-Fahrzeuge in Europa und weiteren Märkten in enger Zusammenarbeit mit den Zulassungsbehörden durchgeführt. Daimler wendet hierfür einen Betrag von 223 Mio. € auf. Die Servicemaßnahme wird für die Kunden kostenfrei durchgeführt. Um die Fahrzeugflotte auf der Straße zu verjüngen, bietet die Daimler AG den Besitzern von EU1- bis EU4-Diesel-Pkw in Europa eine Umtauschprämie in Höhe von 2.000 € an, wenn sie sich noch in diesem Jahr für einen Mercedes-Benz Pkw entscheiden. Für einen smart electric drive Neuwagen beträgt die Prämie 1.000 €. Entsprechend ihrem Marktanteil beteiligt sich die Daimler AG an dem gemeinsam von Politik und Industrie aufgelegten Mobilitäts-Fonds.

Mercedes-Benz Vans steigt in den Markt für Mitfahrangebote ein. Dafür gründete die Transportersparte der Daimler AG mit dem in New York ansässigen Start-up Via ein Joint Venture. Der entsprechende Vertrag wurde Anfang September in Stuttgart unterzeichnet. Der intelligente Via-Algorithmus ermöglicht ein dynamisches Massentransportsystem, das die öffentliche Personenbeförderung ergänzt und das Verkehrsaufkommen in Städten verringert. So ergeben die Technologie von Via und das Engineering von Mercedes-Benz Vans eine perfekte Kombination für ein effizientes, günstiges und nachhaltiges Mitfahrangebot.

Mercedes-Benz setzt seine globale Elektrooffensive konsequent fort: Im US-Werk Tuscaloosa sollen künftigElektrofahrzeuge der Produkt- und Technologiemarke EQ vom Band laufen. Geplant ist außerdem der Bau einerBatteriefabrik in der Nähe des bestehenden Pkw-Werks. Insgesamt will Mercedes-Benz 1 Mrd. US-$ in die Erweiterung seines industriellen Engagements in der Region investieren. Dadurch entstehen voraussichtlich über 600 neue Arbeitsplätze. Damit verfügt Mercedes-Benz Cars in Zukunft über sechs Standorte zur Produktion von Elektrofahrzeugen und fünf Standorte zur Produktion von Batterien auf drei Kontinenten. In den globalen Batterieproduktionsverbund investiert Daimler insgesamt über eine Milliarde Euro. Dieser kann analog zur Fahrzeugproduktion flexibel und effizient auf die Marktnachfrage reagieren.

Daimlers brasilianische Tochtergesellschaft Mercedes-Benz do Brasil investiert in den kommenden fünf Jahren rund 600 Mio. € in ihr Nutzfahrzeuggeschäft. Damit unterstreicht der größte Nutzfahrzeughersteller in Lateinamerika sein starkes Engagement im brasilianischen Markt. Die Investitionen fließen in die Modernisierung der Fahrzeugpalette, digitale Dienste sowie die beiden größten Produktionswerke in São Bernardo do Campo und Juiz de Fora. Bis 2022 sollen beide Werke den höchsten Produktionsstandards entsprechen und so noch wettbewerbsfähiger sein. Seit 2010 hat Daimler etwa 1 Mrd. € in den Standort investiert.

Die Lkw-Sparte der Daimler AG investiert in das israelische Unternehmen StoreDot Ltd. Die Investition erfolgte im Rahmen der aktuellen Finanzierungsrunde von StoreDot. Ein Vertreter der Daimler AG erhält einen Sitz im Board of Directors. Das im Jahr 2012 gegründete Unternehmen ist Vorreiter bei Nanotechnologie-Werkstoffen und eines der führenden Unternehmen für elektrische Ladesysteme und Energiespeicherwerkstoffe. Beide Partner haben zudem eine strategische Partnerschaft vereinbart. Der Fokus liegt auf dem Schnellladen von Batterien.

Daimler Buses ist der größte und profitabelste Bushersteller der Welt. Um an den europäischen Standorten fit für die Zukunft zu bleiben, haben sich Unternehmen und Betriebsrat im September auf ein Zukunftspaket zurEffizienzsteigerung in der Produktion verständigt. Zudem wird Daimler Buses konsequent weiter die Mobilität der Zukunft gestalten. Insgesamt werden dazu in den nächsten Jahren rund 340 Mio. € investiert. Davon werden rund 140 Mio. € an den europäischen Standorten in optimierte Strukturen und effizientere Prozesse fließen. In diesem Zusammenhang verlängert die EvoBus GmbH auch die Zukunftssicherung für ihre Beschäftigten an den deutschen Standorten bis Ende 2024. Darüber hinaus treibt das Geschäftsfeld Daimler Buses die Umsetzung der CASE-Strategie weiter voran und investiert hier rund 200 Mio. € bis 2020; weitere Investitionen in CASE und damit in die Zukunft von Daimler Buses sollen folgen.

Daimler erprobt als erster Lkw-Hersteller in den USA den Einsatz von digital gekoppelten Trucks – das sogenannte Platooning – auf öffentlichen Straßen. Dies gab der Hersteller anlässlich der North American Commercial Vehicle Show im September in Atlanta bekannt. Beim Truck Platooning erhöhen Konnektivität und automatisiertes Fahren die Sicherheit bei hintereinander fahrenden Lkw, entlasten die Fahrer und verbessern die Kraftstoffeffizienz durch verringerte Fahrzeugabstände. Nach erfolgreichen Tests auf der Teststrecke von Daimler Trucks North America (DTNA) in Madras, Oregon, hat DTNA von der regionalen Regulierungsbehörde Oregon Department of Transportation (ODOT) die Erlaubnis erhalten, die Erprobung auf öffentlichen Straßen fortzuführen. In einem ersten Schritt testet DTNA seine Platooning-Technologie in zwei gekoppelten Freightliner New Cascadia Sattelschlepper-Kombinationen („Pairing“).

Mercedes-Benz Vans ist seit zehn Jahren mit seinem Joint Venture Fujian Benz Automotive Co., Ltd. (FBAC) in China vertreten. Dieses Jubiläum feierte die Transporter-Sparte von Daimler im September bei einem Festakt am südostchinesischen FBAC-Standort Fuzhou gemeinsam mit Partnern. China ist der größte Automobilmarkt der Welt und mittlerweile einer der wichtigsten Wachstumstreiber für Mercedes-Benz Vans. Eine zentrale Rolle für den Erfolg der Vans mit Stern spielt die lokale Fertigung von FBAC „ made in China for China“. Allein in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres setzte Mercedes-Benz Vans rund 17.500 Fahrzeuge in China ab. Dies entspricht einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 78%.

Im Mercedes-Benz Werk Mannheim wird weiter investiert: Das Gebäude 150 des Motorenwerks bekommt einen rund 100 Meter langen Nordanbau, um Fertigungsprozesse und interne Abläufe weiter zu optimieren. Der Spatenstich fand Anfang September statt. Die Inbetriebnahme des Neubaus wird in der zweiten Jahreshälfte 2018 erfolgen. Die Baumaßnahmen sind Teil des umfangreichen Investitionsplans des Mercedes-Benz Werks Mannheim, der zwischen den Jahren 2014 und 2020 insgesamt 1 Mrd. € umfasst. Ein großer Teil dieser Investitionen fließt in Produktprojekte und die Kapazitätserweiterung der neuen Motorenbaureihen, die schwere Motorenplattform und die mittelschwere Motorengeneration.

Business Innovation, die Innovationsschmiede der Daimler AG, feierte Ende August ihren zehnten Geburtstag. Seit 2007 arbeitet dieser „Think & Act Tank“ wie ein Start-up erfolgreich an der Entwicklung von Ideen und Projekten für neue Geschäftsmodelle. Dabei entstanden beispielsweise der flexible Carsharing-Dienst car2go, die Mobilitäts-App moovel und Mercedes me, der digitale Zugang zur Mercedes-Benz Welt. Anlässlich des Jubiläums leitet Daimler jetzt die nächste Evolutionsstufe in seinem Innovationsprozess ein: Business Innovation wird zu Lab1886. Ziel ist es, schneller von der Idee zum Produkt oder Geschäftsmodell zu gelangen. Lab1886 fungiert als neues Innovationslabor der Daimler AG mit eigenem Inkubator und stellt neben neuester Hard- und Software qualifiziertes Personal bereit, das die Daimler-Mitarbeiter bei der Umsetzung kompetent begleitet.

Im September feierte Daimler Trucks in New York die Markteinführung des FUSO eCanter, dem weltweit ersten vollelektrischen Leicht-Lkw aus Serienproduktion. Erste Kunden in den USA sind UPS (United Parcel Service) und vier gemeinnützige Organisationen in New York. Seit Juli werden FUSO eCanter für Europa und die USA im portugiesischen Tramagal gebaut, die Lkw für Japan kommen aus Kawasaki. Innerhalb der nächsten Jahre sollen insgesamt 500 Lkw dieser Generation an ausgewählte Kunden ausgeliefert werden. Die Großserienproduktion ist für 2019 geplant.

Quelle/Bilder: Daimler AG