Der Mercedes-AMG GT R ist ein Rennwagen mit Straßenzulassung – er hat die Gene des im Motorsport erfolgreichen GT 3 Boliden. Der GT R ist ebenso durchaus auf der Rennstrecke zu Hause und genau dort – auf dem Bilster Berg – haben wir einige heiße Runden mit dem „Biest aus der grünen Hölle“ auf den Asphalt gelegt.

Mercedes-AMG GT R mit 585 PS / 700 Nm Drehmoment
Der Mercedes-AMG GT R leistet 585 PS und stemmt 700 Nm Drehmoment auf die Hinterachse. Für beste Straßenlage wurde speziell ein Gewindefahrwerk von den Spezialisten von Mercedes-AMG entwickelt. Diese aus dem Motorsport bekannte Technik ist mit der stufenlosen, adaptiven Verstelldämpfung AMG RIDE CONTROL kombiniert. Zudem ist als Serienausstattung die aktive Hinterachslenkung verbaut. Aerodynamische Optimierungen und der große Heckflügel sorgen für zusätzlichen Grip auf der Rennstrecke – nicht nur für eine gute Optik bereits im Stand.

Die 4,2 Kilometer lange Rennstrecke „Bilster Berg“ ist eine anspruchsvolle Berg-und-Tal-Strecke und kann auf Grund seiner Topographie zurecht als eine kleine Nürburgring-Nordschleife bezeichnet werden. Fehlt nur noch das passende Auto…..aber das haben wir ja mit dem Mercedes-AMG GT R gleich mitgebracht.

Performance am Bilster Berg
Auf geht’s also….Helm aufgesetzt und eingestiegen in die Performancemaschine! Die Vollschalensitze bieten dabei einen sehr guten Seitenhalt und parallel eine tiefe Sitzposition – so fühlt man sich schnell wie in einem „echten“ Rennwagen. Per Knopfdruck in der Mittelkonsole brüllt der V8-Motor los und sorgt beim Fahrer für den ersten Adrenalinschub. Noch rasch ein kurzer Check auf das Setup – der Race-Mode ist am AMG Driving Select  bereits aktiviert – und schon geht es raus aus der Boxengasse direkt auf die Strecke.

19 Kurven auf der Rennstrecke
Nach einer ersten Inforunde, um sich an die aktuellen Streckenbedingungen zu gewöhnen, darf der GT R seine maximale Leistungsfähigkeit auf den 19 Kurven an den Tag legne – und den Adrenalin-Level bei uns weiter erhöhen….- den bereits die Einführungsrunde ruft das Verlangen nach mehr auf.

Los geht’s nach Start und Ziel mit Kurve 1, dem Kugelkopf, wo man aus etwa 220 km/h in eine enge Rechtskurve bergauf bremsen muss, welche später weiter in einen schnellen Linksbogen führt. Es folgen schnell Kurve 3 und 4 – die eine mehr als flotte rechts-links Kombination ist, die flüssig mit etwa 150 km/h durchfahren wird kann. Danach  geht es auf einer kurzen Gerade, wo man umgehend sich um den passenden Bremspunkt für Kurve 5 suchen muss.

Nach der Kurve 5 geht es eng nach Rechts – und gleich wieder darauf nach links durch die Kurve Nummer 6. Hier zeigt sich beim rausbeschleunigen, dass das elektronisch geregelte Hinterachs-Sperrdifferenzial sehr feinfühlig und schnell reagiert und uns eine optimale – gar perfekte -Traktion bietet. Mit rund 180 km/h schlängeln wir  über den Streckenabschnitt „Sauwechsel“ zu Kurve 9 -dem Telegraphenbogen. Leicht bergab geht es von dort zur Kurve 12, der spektakulärsten Passage des Bilster Berges. In der besonders atemberaubenden Doppel-Links – genannt „Mausefalle“ – heißt es zuerst den Bremspunkt aus rund 150 km/h perfekt zu treffen, um anschließend auf einen Gefälle v0n 26 Prozent nach unten zu schießen.

Der Mercedes-AMG zeigt hier schnell seine richtige Stärke – und liegt dazu noch mehr als satt auf dem Asphalt. Lastwechselreaktionen sind für das Teil aus der Grünen Hölle gar ein ein Fremdwort. Die perfekte Gewichtsverteilung von 47,3 zu 52,7 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse und auch der tiefe Fahrzeugschwerpunkt wirken sich hier besonders vorteilhaft aus.

Die gute Straßenlage erlaubt uns ein äußerst agiles Handling und eine hohe Kurvengeschwindigkeit in der „Mausefalle“. Die anschließend folgende Kompression in der Senke, gepaart mit einer leicht welligen Strecke, schluckt und federt das Fahrwerk des GT R dabei souverän weg, bevor es gleich darauf in der Steilwand mit 21 Prozent Steigung wieder berghoch geht. Bergauf sehen wir hier lediglich den Himmel – doch das Fahrzeug bleibt fest am Boden.  Oben auf der Kuppe wird das Auto kurz etwas leicht -unmittelbar darauf folgt ein blinder leichter Rechtsbogen, den wir mit rund 200 km/h durchfahren können.

Als nächstes folgt der Fahrer der Kurvenkombination 14, 15 und 16, welche zuerst eine schnelle Links ist und in einer Schikane – dem Clubhaus-S – mündet. Unter Ausnutzung der Randsteine geht es dabei flüssig mit um die 125 km/h durch die Schikane – um danach voll auf dem Gas stehend die Bergab-Gerade entlang zu schießen.

Aktive Hinterachslenkung
Durch die aktive Hinterachslenkung zieht der GT R direkt durch die Kurve. Auf der langen Geraden erreichen wir einen Topspeed von rund 250 km/h – wenn der GT R auch maximal bis 318 km/h sprinten könnte. Mit einem harten Bremspunkt geht es durch mit rund 170 km/h durch die sogenannte Mutkurve, in der man nicht zu weit nach links einlenken sollte. Macht man hier einen Fehler, trifft man in der abfallenden Kurve 11 nicht den Scheitelpunkt, um optimal auf der zweiten langen Gerade optimal beschleunigen zu können.

Nach einer leichten Senke erreichen zum zum Rundenende erneut die 250 km/h Mark,e bevor es bergauf zu Kurve 18 (Hügelgrab) geht. Hier eine kurze Bremsung – und es geht zügig – erst rechts und dann immer enger werdend – nach links auf Kurve 19 zu. Die Oeynhausen-Kurve ist hier die letzte Kurve auf dem Bilster Berg, bevor es zurück auf Start-und-Ziel geht. In der langsamen bergauf links führenden Kurve heißt es optimal die Linie und den Scheitelpunkt zu treffen, um bestmöglich auf die schnelle Start/Ziel-Gerade fahren zu können.

Nach einer schnellen Runde im Mercedes-AMG GT R am Bilster Berg geht´s somit zum Fazit:

Das Biest aus der grünen Hölle trägt zurecht diesen Spitznamen – nicht nur wegen seiner auffälligen Lackierung. Die Fahrbarkeit im Grenzbereich des GT R Sportwagens ist mehr als genial und fast schon als sehr souverän zu bezeichnen. Die beeindruckende Längs- und Querbeschleunigung, aber auch das überaus präzise Einlenkverhalten und der sensationelle Grip begeistern auf ganzer Linie. Der Mercedes-AMG GT R bietet hier ein ultimatives Fahrerlebnis auf der Rennstrecke.

Das Zusammenspiel aus dem bärenstarken 4,0 Liter AMG-Achtzylinder, der Fahrwerksabstimmung, der Gewichtsverteilung, der Hinterachslenkung, dem elektronischem Sperrdifferenzial und den aerodynmaischen Maßnahmen, wie dem breiten Frontsplitter oder dem Heckflügel, sowie das aktive Aerodynamik-Profil im Unterboden harmonieren einfach perfekt zusammen.

Der GT R macht süchtig…..- egal wo.

Bilder: Philipp Deppe / MBpassion.de & Daimler AG