Auch dieses Jahr stellte die Daimler AG Fahrzeugteams für die Silvretta Classic, wie auch für die E-Silvretta 2017. Als Teilnehmer im smart forfour electric drive sowie im Mercedes-Benz 280 C Coupé haben wir beide Events im Montafon in Österreich absolviert.

„Lucky 7“ hieß es zur Silvretta E-Auto Rallye 2017 für die Daimler AG: bereits zum siebten Mal stellt Mercedes-Benz Fahrzeuge für die E-Auto Rallye im Montafon, wobei man im Jahr 2017 auch das breiteste Portfolio an elektrifizierten Fahrzeugen mit im Gepäck hat.

Silvretta Hochalpenstraße im Montafon
Die Silvretta Hochalpenstraße im österreichischen Montafon gilt als eine der schönsten Panoramastrecken der Alpen. Vom 7. bis 8. Juli 2016 wurde sie erneut zum Schauplatz der legendären Silvretta Rallye mit 26 lokal emissionsfreien Elektroautos und rund 190 Oldtimern. Mit insgesamt 224 Kilometern und Steigungen von maximal 14,5 % sowie einer Höhendifferenz von zusammengerechnet 11.208 Metern zeigte sich die Streckenführung durchaus anspruchsvoll für die E-Fahrzeuge. Auf den insgesamt 5.291 Metern Steigungen wurde der E-Antrieb besonders gefordert, wenn man auch auf 5.917 Metern Gefälle durchaus die Rekuperation nutzen konnte.

Breites Angebot der E-Auto Flotte der Daimler AG
Mercedes-Benz stellte für die E-Auto Rallye insgesamt 7 Fahrzeuge, 4 smart fortwo Coupé electric drive sowie 2 forfour electric drive und ein Mercedes E 350 e. Auf anspruchsvollen Etappen durch das Montafon mussten die elektrischen smart ihr können beweisen. Wir haben die erste Etappe der Rallye mit dem forfour unter die Räder genommen. Mit vollgeladener Batterie ging es auf eine 120km Rundstrecke, die es zum Ende mit der Fahrt zur Bielerhöhe über die Silvretta Hochalpenstraße so richtig in sich hatte.

Weil eine Rallye ohne ein bisschen Nervenkitzel keine Rallye wäre, brachte unser smart es dann kurz vor der Bielerhöhe auf nur noch 5% Batterieladung – sollten wir also kurz vor der Passhöhe auch noch liegen bleiben? Nein, dank sanftem Gasfuß erreichten wir den höchsten Punkt der Etappe mit 2% Batterie. Ab dann ging es bis zum Tagesziel in Schruns nur noch bergab und wir konnten die Rekuperationsmöglichkeiten des forfour komplett ausnutzen. Nach rund 30 Kilometern hatten wir zum Schluss wieder einen Ladestand von 12%, was laut der Reichweitenanzeige noch für weitere 29 Kilometer gereicht hätte. Eng, aber am Ende doch problemlos.

Insgesamt macht ein elektrisches Fahrzeug auf den Kurvenreichen Passstraßen extrem viel Fahrspaß, durch den E-Motor und sein aus dem Stand raus kraftvolles Drehmoment lässt sich wunderbar Kehre für Kehre den Berg erklimmen.

In der Gesamtwertung kam das beste Daimler-Team auf Platz 3 – mit einem smart fortwo Coupé electric drive und den Piloten Michael Gebhardt und Immanuel Schneeberger mit insgesamt 461 Punkten. Platz 1 mit 121 Punkten ging an das Team Volkswagen – im E-Golf – mit Hans-Joachim Stuck und Dirk Guide, Platz 2 im Teasla Model X mit Thomas Bellgardt sowie Dr. Clemens Winter – mit 422 Punkten.

Automobile Klassiker im Montafon
Anders ging Mercedes-Benz Classic bei der 20. Silvretta Classic Rallye Montafon an den Start. Hier ging ebenso ein Mercedes-Benz SSK des Baujahres 1928 an den Start (W 06, Super-Sport-Kurz) mit 170 PS sowie 7.1 Liter Reihensechszylindermotor, sowie ein Coupé der oberen Mittelklasse der Baureihe W 114 – besser als „Strich-Acht“ bekannt – genauer ein 280 C Coupé aus dem Jahr 1972 sowie ein 350 SLC der Baureihe 107.

Als weiteres klassisches Fahrzeug fuhr ein Mercedes-Benz 300 CE 6.0 AMG aus dem Jahr 1988 mit – der „Hammer“, wie er von Fans dazumal genannt wurde. Hinzu kommen noch ein 300 SL Roadster der Baureihe 198 sowie zwei Pagoden des Typs 280 SL der Baureihe 113,  allerdings alle in privater Hand und wurden lediglich vor Ort durch das Service-Team von Mercedes-Benz Classic betreut.

Strecke der Silvretta Classic Rallye Montafon 2017
Die Strecke der Classic-Fahrzeuge ging am vergangenen Donnerstag Mittags in Partenen auf eine 116 km lange Etappe, u.a. über die Silvretta-Hochalpenstraße und die Bielerhöhe weiter nach Gargellen und Bartholomäberg bis zum Ziel in Schruns. An den beiden anderen Tagen erfolgte der Start ebenso ab Partenen, wobei das Ziel dann in Gaschurn – der südlichsten Gemeinde im Vorarlberg – lag.

Nach dem Abenteuer an Tag 1 mit dem elektrischen smart haben wir das Fahrzeug gewechselt und sind auf die 326 Kilometer lange zweite und zugleich längste Etappe der Classic Rallye im Mercedes-Benz 280 C Coupé mit 3-Gang Automatikgetriebe gegangen. Der schicke Strich-Acht in dunkelblau ist mit dem 160 PS Reihensechszylinder (M110) ausgestattet und ist eine solide Motorisierung für die Berg- und Talfahrt durch durch Vorarlberg – die über das Hantennjoch, die Piller Höhe, den Flexenpass und Bielerhöhe nach Gaschurn führte.

Mit einem Fahrzeug aus dem Jahr 1972 durch das sommerliche Alpenpanorama fahren zu dürfen, zeigte sich als echter Hochgenuss. Das Strich-Acht Coupé ist weiterhin ein durch und durch komfortables Reisemobil. Die Sitze sich weich und bieten fast schon Wohnzimmerflair und auch das Fahrwerk rollte sanft ab und lässt sich auch durch schlechte Straßen kaum aus der Ruhe bringen.

Im Vergleich zu einem heutigen modernen Fahrzeug ist das fahren aber dennoch ein bisschen „Arbeit“, denn die Lenkung und die Betätigung von Gas- und Bremspedal benötigen schon einiges mehr an Kraftaufwand. Gerade beim Fahrpedal fällt auf, das es noch ein mechanisches oder jegliche elektronischen Bauteile ist, somit muss der Fahrer es auch mit einem entsprechend stärkeren Fußtritt betätigen. Ansonsten lässt sich so ein Oldtimer aber selbst im Hochgebirge ohne weiteres bewegen und auch die Kurven erstaunlich flott nehmen. Echte Probleme auf der langen Etappe waren trotz der sehr hochsommerlicher Temperaturen keine vorhanden, lediglich nach einem Pausenstopp gab es kurzzeitig einen unrunden Motorlauf im Standgas – mit der Folge das der Reihensechszylinder einige male beim anfahren ausging.

Am Samstag gingen die Fahrzeuge zur letzten Etappe auf die 153 km auf die Strecke, dort führte die Strecke unter anderem über das Furkajoch und das Faschinajoch. Das Faschinajoch selbst verbindet das Große Walsertal mit dem Bregenzer Wald und ist ein Gebirgspass mit einer Seehöhe von 1.486 Metern, das Furkajoch verbindet das Tal der Bregenzer Ach bei Damüls mit dem Tal der Frutz bei Laterns und hat eine Höhe von 1.761 Metern.

Die Ergebnisse der Classic Rallye 2017 sind übrigens hier zu finden.

Bilder: MBpassion.de / Philipp Deppe