Dieses Jahr hat man sich zu den DTM Taxifahrten am Hockenheim eine kleine Besonderheit ausgedacht: hierzu wurde nicht nur ein Mercedes-AMG GT 3 – ein nach dem FIA-GT3-Reglement aufgebauter Rennwagen auf GT Basis – eingesetzt, sondern parallel historischer 300 SEL der Baureihe W 109 mit 6332 ccm³ Hubraum.

Produtkion bis September 1972
Der 300 SEL 6.3 wurde zwischen Dezember 1967 bis einschließlich September 1972 im Baumuster 109.018 mit M100 Motorisierung mit 250 PS / 184 kW V8 produziert. Nach offiziellen Angaben lief das Fahrzeug in dieser Konfiguration insgesamt 6.526 x vom Band. Die serienmäßige V-Max lag bei 220 km/h, die Beschleunigung bei 6.5 Sekunden auf 100 km/h – und der Verbrauch bei wohl eher schöngerechneten 15.5 Litern auf 100 km. Werksseitig gab es übrigens nur 4-Türer mit langem Radstand, wenn auch einige Modelle zu Landaulets oder Cabriolets umgebaut worden sind.

Einzel-Langscheinwerfer seltener
In den USA wurde die Limousine entsprechend der US-Gesetzgebung mit 2 übereinanderliegenden Rundscheinwerfern – sogenannte Sealed Beam – angeboten, für den europäischen Markt waren einteilige – senkrechte Scheinwerfer in 2 Varianten die Regel. Ab 1969 wurden optisch ähnliche Scheinwerfer dann auch in Europa angeboten, was für die Topvariante des 300 SEL 6.3 jedoch bereits Serienumfang war. Amüsanterweise wurden viele ältere Wagen auf moderne erscheinende Doppelscheinwerfer umgebaut – wodurch die Einzel-Langscheinwerfer seltener und begehrter wurden.

Baureihe W 109
Das in Hockenheim eingesetzte Modell wurde von Mercedes-AMG jedoch in „einigen wenigen Punkten“ modifiziert, was auch ein Blick in den Innenraum schnell aufzeigt. Die Baureihe 109 war bekanntlich auch der Eingang im Tourenwagen-Rennsport und im Rallye-Sport, woduch das Fahrzeug meist zu mehr Leistung modifiziert worden ist. Bekannt dazu ist auch die „Rote Sau“, wobei das Originalfahrzeug auf 6.8 Liter Hubraum sowie 295 kW aufgebohrt worden ist. Das erste Produkt von AMG dazu.

Weitere Impressionen der Taxifahrten zum Saisonstart der DTM am Hockenheimring v. 07. Mai 2017 in der Galerie:

Übrigens: Bei den eingesetzten Reifen des 300 SEL hat man in Hockenheim ganz dezent den Hersteller „Dunlop“ unkenntlich gemacht, da bei der DTM eine andere Marke als Sponsor unterstützt.

Bilder: MBpassion.de / Philipp Deppe