Im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2017 hat sich die Daimler AG bereits vorab offiziell zum Thema Diesel-Fahrzeuge und dessen Zukunftsperspektiven geäußert. In der Stellungnahme wird auf die Investition von rund 3 Milliarden Euro in die Entwicklung und Produktion der komplett neuen Motorenfamilie hingewiesen, dessen erstes Mitglied der OM 654 (Marktstart im E 220 d bereits im Jahr 2016) ist.

In der offiziellen Äußerung des Konzern heißt es im Detail: „Für Premium‐Fahrzeuge hat der Diesel aus unserer Sicht definitiv eine Zukunft. Deshalb hat die Daimler AG rund 3 Milliarden Euro in die Entwicklung und Produktion einer komplett neuen Motorenfamilie investiert. Das erste Mitglied ‐ der neue Vierzylinder OM 654 ‐ hatte seinen Marktstart letztes Jahr im E 220 d. Damit bringt Mercedes‐Benz als erster Hersteller Dieselfahrzeuge auf den Markt, die bereits heute die ab September 2017 für die EU geplanten strengeren Emissionsgrenzwerte erfüllen. Das bestätigen Tests von unabhängigen Behörden so wie auch der Deutschen Umwelthilfe.

Die Beliebtheit des Dieselmotors variiert von Region zu Region und von Modell zu Modell. Der Diesel hat in Europa einen hohen Stellenwert und wird nach derzeitiger Einschätzung auch in Zukunft wichtig bleiben. In vielen Ländern Europas liegt der Dieselanteil bei über 50%. Bei Mercedes-Benz ist der Anteil der Diesel-Verkäufe derzeit stabil und wir sehen weiterhin ein positives Kaufverhalten unserer Kunden gegenüber dem Dieselmotor.

Weiter heißt es: „Wir verfolgen unter Berücksichtigung der individuellen Kundenbedürfnisse konsequent unsere dreispurige Antriebsstrategie, um eine möglichst gute Umweltverträglichkeit über alle Fahrzeugklassen hinweg realisieren zu können – mit einem intelligenten Mix aus hoch effizienten Verbrennungsmotoren, maßgeschneiderten (Plug‐In) Hybriden und Elektrofahrzeugen mit Batterie‐ oder Brennstoffzellenantrieb. Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, bis reine Elektrofahrzeuge unsere Straßen dominieren. Zum einen benötigen neue Technologien Zeit, um sich am Markt durchzusetzen und die notwendige Kundenakzeptanz zu erlangen. Zudem hängt der Erfolg alternativer Antriebskonzepte auch maßgeblich vom Aufbau einer adäquaten öffentlichen Infrastruktur ab.

Alternative Antriebskonzepte bieten grundsätzlich ein sehr großes Potential hinsichtlich ihrer Energiebilanz. Dennoch können moderne Verbrennungsmotoren aktuell elektrischen Antrieben im Hinblick auf den Klimaschutz auch überlegen sein, wenn der jeweilige bei der Energieerzeugung genutzte Mix der Energieträger berücksichtigt wird. Dies gilt für Dieselmotoren noch mehr als für Benzin‐Aggregate. Durch seine hohe Effizienz und vergleichsweise niedrige CO2‐Emissionen leistet der Diesel einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.

Feinstaub und andere Emissionen kommen zudem aus unterschiedlichen Quellen und werden nicht nur durch den Straßenverkehr verursacht. So erzeugen beispielsweise Kleinfeuerungsanlagen in Haushalten genauso viel Feinstaub wie der gesamte Straßenverkehr. Eine Regulierung des innerstädtischen Transports sollte darauf abzielen, den Verkehrsfluss zu verstetigen. Ein gleichmäßiger Verkehrsfluss wirkt sich positiv auf die Verkehrssituation insgesamt aus und ist ein wirksamer und kostengünstiger Stellhebel für eine erhebliche Verbesserung der Emissionen des Straßenverkehrs. In der Luftreinhaltungsfrage deutscher Innenstädte hat die für Herbst 2017 geplante Einführung des RDE (Real Driving Emissions)‐Prüfverfahrens eine zentrale Bedeutung. Für eine wirksame Verbesserung der Luftqualität in den Innenstädten kommt es auf eine schnelle Verbreitung von Pkw an, deren Motor‐ und Abgasnachbehandlungstechnologien dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Das trägt zu einer Verbesserung der Luftqualität bei.

Quelle: Daimler AG / Bilder: MBpassion.de / Philipp Deppe (im Bild: OM 656)