Das C-Klasse Cabriolet, die neue E-Klasse sowie die aktuelle S-Klasse haben eines gemeinsam: Sie sind u.a. mit der modernen Vernetzungsarchitektur MOST150 ausgestattet, mit der Audio-, Sprach- sowie Videodaten mit einer Geschwindigkeit von 150 MBit /s übertragen werden können. MOST steht dabei für Media Oriented Systems Transport.

Der MOST-BUS ist eine neue Vernetzungsarchitektur auf Lichtwellenleiterbasis und wird für den Anschluss von Soundsystemen benötigt, dem TV oder dem Digitalradio DAB2. Das System wird verbaut, sobald das Fahrzeug mindestens Audio 20 USB oder Audio 20 CD in der Ausstattung erhält (Code 520 bzw. 505). Eine Ausweitung der Technologie auch für andere Fahrzeugmodelle von Mercedes-Benz war ja bereits angekündigt und wird entsprechend auch umgesetzt. In Fahrzeugen der Daimler AG wurde bereits seit über zehn Jahren MOST25 mit einer Geschwindigkeit von 25 MBit/s eingesetzt, wäre aber in gegenwärtigen Fahrzeugen komplett ausgelastet.

Baureihe A205, 222 sowie 213
Die Entwicklung der neuesten MOST Generation wurde von Mercedes-Benz vorab der Einführung in der neuen S-Klasse der Baureihe 222 von einer Kosten-Nutzen-Analyse begleitet, die zu sowohl diversen Innovationen als auch einem hohen Grad an Rückwärtskompatibilität führte. Bestehende Applikationen können im neuen Netzwerk so einfach wiederverwendet werden, indem lediglich ihre Netzwerkschnittstellen angepasst werden. Damit ist eine sanfte Adaption unter Beibehaltung der Mehrheit der Funktionalitäten möglich. Daimler kann so viele Komponenten seiner bewährten Systemarchitekturen wieder verwenden oder anpassen. Dazu gehören unter anderem wesentliche Umfänge aus dem Topologie-Aufbau, dem Netzwerkmanagement und der Applikations-Strukturierung. Somit kann sich der Autohersteller gezielt auf die Entwicklung neuer Funktionen konzentrieren.

Bei Daimler geht man bereits schon länger davon aus, dass die Bedeutung von Internetanwendungen im automobilen Umfeld weiterhin stark zunehmen wird. Zukünftige Infotainment-Plattformen müssen deshalb neuen Anforderungen Rechnung tragen. MOST150 liefert hier durch die Einführung des MOST Ethernet-Protokolls einen entscheidenden Beitrag.

Dieser neue Kommunikationskanal ermöglicht auf einfache Weise sowohl den Aufbau von leistungsstarken IP-Netzen, als auch die Integration von Internetanwendungen. Der Ethernetkanal transportiert die Ethernetframes dabei unmodifiziert (entsprechend IEEE 802.3) mit mehr als 100 MBit/s, je nach Netzwerkkonfiguration. Damit lassen sich Softwarestacks und Applikationen aus der Unterhaltungselektronik- und IT-Domäne nahtlos ins Auto übernehmen. TCP/IP-Stacks oder Protokolleinheiten, die TCP/IP verwenden, können über MOST ohne Modifikation kommunizieren. Folglich stellt die neue MOST Generation den fahrzeugtauglichen Physical Layer für Ethernet im Auto bereit.

MOST150 als Weiterentwicklung von MOST25 und 50
Das MOST150 System wurde im Oktober 2007 erstmals von der Entwicklungsfirman vorgestellt und ist eine Weiterentwicklung von MOST25 – durch die Vergrößerung der Frames auf 3072 Bits hat es jedoch die sechsfache Kapazität davon. Neben 3 Kanälen wurde ein Ethernet-Kanal mit frei einstellbarer Bandbreite sowie die isochrone Übertragung auf dem syncronen Kanal eingeführt – was die Übertragung von synchronen Daten mit andere Frequenz ermöglicht, als durch die Frame Rate des MOST vorgegeben ist.

Bei der MOST Cooperation handelt es sich um eine Organisation, die die MOST-Technologie standardisiert und weiterentwickelt. Die Kooperation für das MOST-System umfasst aktuell 16 internationale Automobilhersteller (u.a. BMW und Audi, Opel und VW) sowie über 60 Firmen aus dem Zulieferbereich. Das System wurde zwar Anfangs für die Übertragung von Infotainmentdaten in Fahrzeugen konzipiert, das Einsatzgebiet des Netzwerkes wurde dann jedoch auch auch schnell auf die Unterhaltungselektronik-Bereich ausgeweitet. MOST ist ein eingetragenes Warenzeichen der SMSC Europe GmbH (ehemals OASIS Silicon Systems AG). Der MOST Cooperation ist die Marke dabei zur Nutzung überlassen.

Bilder: Daimler AG