„Fahrer von morgen kann ich nicht mit Technik von gestern ausbilden“, findet Fahrschulbesitzer Jörg Hartmann. Deshalb setzen er und sein Team bei Verkehr&Ausbildung Hartmann in Plochingen bei Stuttgart seit Ende Januar den ersten Mercedes-Benz Actros mit Active Brake Assist 4 (ABA 4) mit Fußgängererkennung und Abbiege-Assistent in der Führerschein-ausbildung und der Berufskraftfahrerqualifikation ein.

Modernste Assistenzsysteme bereits in der Ausbildung kennenlernen

Einen Truck von A nach B zu bewegen, ist die kleinste Anforderung an einen Lkw-Fahrer – seinen Truck und dessen technische Möglichkeiten genau zu kennen und zu wissen, wie man diese in punkto Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit am besten nutzt, das ist das, was einen zukunfts-orientierten Berufskraftfahrer auszeichnet. Aus diesem Grund hat der neue Mercedes-Benz Actros 2540 von Verkehr&Ausbildung Hartmann sämtliche Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme an Bord, die Mercedes-Benz aktuell anbietet.

„Für mich ist es maßgeblich, dass unsere Kunden solche Hilfsmittel nicht nur aus der grauen Theorie oder vom Hörensagen her kennen, sondern sie selbst ausprobieren und im wahrsten Sinn des Wortes „erfahren“ können“, beschreibt Jörg Hartmann seine Gründe für die Investition in den neuen 25-Tonner-Motorwagen, „so lässt sich ungesundem Halbwissen, Skepsis gegenüber der Technik oder auch der Angst, etwas falsch zu machen, am besten vorbeugen.“

Safety Pack mit Active Brake Assist 4 – Theorie und Praxis

Funktionen, wie den Spurhalte-, Abstandshalte- und Aufmerksamkeits-Assistent, aber auch die Notbremsfunktion des Active Brake Assist 4 lernen die Fahrschüler zuerst im Theorieunterricht und durch eine Einweisung im Fahrzeug kennen. Während der Fahrstunden und bei Überlandfahrten auf Bundesstraßen oder Autobahnen kommen die Systeme unter Anleitung und Überwachung der Fahrlehrer, die jederzeit eingreifen können, dann in gezielt ausgewählten Situationen auch praktisch zum Einsatz.

Neben den normalen Fahrstunden, für die der Actros seit seiner Ankunft im Fuhrpark schon sehr begehrt ist, absolvierte er Anfang Februar gleich einen ersten Härtetest als mobiles Lehrmittel. Beim sogenannten „Wasentag“ konnte ein halbes Dutzend angehender Berufskraftfahrer den schwarzen Mercedes-Benz und seine Features in verschiedenen Situationen ausgiebig testen. Diese spezielle Schulungseinheit findet alle fünf Wochen auf dem weitläufigen Areal des Cannstatter Wasens in Stuttgart statt, wo mit großen Fahrzeugen problemlos geübt werden kann.

Radfahrer im Toten Winkel erkannt – Abbiege-Assistent zeigt, was er kann

Wie sieht es aus, wie hört es sich an, wenn die Radarsensoren des neuartigen Abbiege-Assistent zum Beispiel einen Radfahrer im unübersichtlichen Gefahrenbereich rechts neben dem Actros erkennen und vor einer drohenden Kollision warnen? Zuerst im Stehen, dann in langsamer Fahrt tasteten sich die Fahrschüler an dieses Szenario heran. Die optischen und akustischen Signale, die Warnleuchte und Lautsprecher, wenn der Radler sich nähert und vorbeischießt, sind eindrücklich.

„Verstehen, was die moderne Technik kann, aber auch wo die Grenzen liegen, die es zu beachten gilt, und sich eine entsprechende Fahrweise zu eigen machen, das möchten wir vermitteln“ , beschreibt der Fahrlehrer die Übung.

EcoRoll-Modus und PowerShift 3 Kriechfunktion – nützliche Helfer

Neben dem Aspekt Sicherheit steht natürlich möglichst wirtschaftliches und umweltfreundliches Fahren im Ausbildungsfokus, weshalb die angehenden Berufskraftfahrer sich mit den unterschiedlichen Modi der Schaltautomatik des PowerShift 3 bekannt machen dürfen. Auf den Runden um das Wasengelände ist da zum Beispiel die Funktion des EcoRoll-Modus ein Thema, bei dem das Getriebe bei genug Schwung automatisch auskuppelt und die Rollenergie nutzt, um Kraftstoff zu sparen. Bei verschiedenen fahrpraktischen Aufgaben, die sie auch bei ihrer IHK-Prüfung im Rahmen der beschleunigten Grund-qualifikation absolvieren müssen, lernen die neugierigen „Tester“ die ausgereifte Kriechfunktion kennen und schätzen. Denn sie erleichtert ihnen die ziemlich kniffligen Rangiermanöver innerhalb der strikten Hütchen­markierungen enorm.

Predictive Powertrain Control und FleetBoard-Telematik – nur keine Scheu

Der neue Actros verfügt mit Predictive Powertrain Control (PPC) und dem Telematik-System FleetBoard auch über Features, die ein Fahrschul-Lkw, auf dem „nur“ Führerscheine gemacht werden, nicht zwingend „braucht“. Trotzdem wurde beides bei Verkehr&Ausbildung Hartmann mit Blick auf das Thema BKrFQG-Weiterbildung ganz bewusst auf die Ausstattungsliste gesetzt. Der Nachwuchs, aber auch Fahrer mit Berufserfahrung die ihre EU-Module machen, bekommen die Wirkungsweise des vorausschauenden Tempomats jetzt nicht nur erklärt und per Video gezeigt, sondern können das PPC selbst ausprobieren und so viel besser nachvollziehen, wie es arbeitet und reagiert. Hier ist Jörg Hartmann übrigens ganz energisch: „Ein Fahrer, der mir sagt, er habe so ein System, nutze es aber nicht, denn es koste ihn nur Fahrzeit oder behindere beim Überholen, der weiß schlicht nicht, wovon er redet und wie es richtig funktioniert.“

Gleiches gilt für FleetBoard, bei dessen Nutzung die Fahrer zum Beispiel direkt von Tipps zu ihrer Fahrstilanalyse durch das FleetBoard EcoSupport profitieren können. Mit dem FleetBoard EcoSupport steht dem Lkw-Fahrer ein Tool zur Verfügung, welches die momentane Fahrweise in Echtzeit analysiert und direktes Feedback gibt. Im Kombiinstrument werden Kriterien zur wirtschaftlichen Fahrweise wie gleichmäßige Geschwindigkeit, Fahrpedal­bewegung, Einsatz verschleißfreier Bremsen, Rollverhalten und ähnliches permanent analysiert und ausgewertet. In Hartmanns Team erklären die Fahrlehrer ausführlich die entsprechende Bedienung des Menüs im Bordcomputer. Der lässt sich übrigens in viele verschiedene Sprachen umstellen – was gerade Fahrer mit weniger guten Deutschkenntnissen oft nicht wissen und sich deshalb nicht im Detail damit beschäftigen.

Mercedes-Benz Technik und Service für spezielle Anforderungen

Der Mercedes-Benz Actros 2540 verfügt über einen sparsamen und umwelt-freundlichen OM 470 Motor der neuesten Generation in Euro VI und 290 kW (394 PS). Neben drei Komfortsitzen und zwei zusätzlichen Pedalerie-Sätzen in der ersten Reihe verfügt die BigSpace-Kabine über eine Sitzbank mit drei weiteren vollwertigen Plätzen in der zweiten Reihe. Die Umrüstung bietet Mercedes-Benz ab Werk an, ausgeführt wird sie von den Truck-Technik-Experten der S&G Automobil AG Karlsruhe. Der zertifizierte Mercedes-Benz Partner liefert eine volle Abnahme und Eintragung des Umbaus und erhält gleichzeitig die originale hochwertige Optik des Interieurs.

Quelle: Daimler AG