Mercedes-Benz wird den DRIVE PILOT mit der Einführung der Modellpflege der neuen S-Klasse in der Version „DRIVE Pilot 2.0“ mit zusätzlichen Funktionen ausstatten. Eine erste Version des Assistenzsystems kommt bereits seit der neuen E-Klasse der Baureihe 213 zum Einsatz.

INTELLIGENT DRIVE reloaded / Las Vegas 2017

INTELLIGENT DRIVE reloaded / Las Vegas 2017

Bessere Kurvenerkennung mittels Kartendaten
Eines vorab: für Mercedes-Benz bleibt der DRIVE PILOT weiterhin ein Assistenzsystem, wird aber mit Neuheiten und neuen Funktionen nun einen weiteren Schritt hin zum voll autonomen Fahren in der Zukunft machen. Zu den neuen Funktionen des DRIVE PILOT 2.0 gehören unter anderem eine nun noch besser autonome Steuerung durch Kurven. Bislang konnte das System rund 80 % aller Kurven auf der Autobahn eigenständig durchfahren, – mit der Einführung der neuesten Generation 2.0 in der S-Klasse (BR 222) wird das Fahrzeug auch abseits der Autobahn auf kleineren Kurven besser unterwegs sein und Kurven deutlich besser erkennen. Um dies zu ermöglichen, greift der DRIVE Pilot 2.0 noch detaillierter auf die Kartendaten des Navigationssystems COMAND ONLINE zu. So wird das innovative Assistenzsystem künftig Kurven mit einem kleineren Radius vorab an Hand der digitalen Karte erkennen können und – falls notwendig – die Geschwindigkeit aktiv reduzieren. So ist sichergestellt, dass das Fahrzeug auf Kurs bleibt und die Kurve autonom durchfahren kann.

INTELLIGENT DRIVE reloaded / Las Vegas 2017

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Abbiegeassistent im DRIVE PILOT 2.0
Zu den weiteren neuen Funktionen des DRIVE-Pilot 2.0 wird ebenso eine Art Abbiege-Funktion gehören. Nähert man sich hier einer Kreuzung und setzt den Fahrtrichtungsanzeiger, erkennt das Fahrzeug/System den Abbiegewunsch selbstständig und reduziert automatisch die Fahrgeschwindigkeit auf das passende Tempo zum Abbiegen. Ein eigenständiges abbiegen, also aktives Lenken durch das System selbst – funktioniert dabei ebenfalls, allerdings nur, wenn der Abbiegeradius nicht zu eng ist. Ist letzteres der Fall, muss der Fahrer noch aktiv eingreifen. Nach dem Abbiegen beschleunigt das Fahrzeug ebenfalls voll automatisch auf die für die Straße maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit.

Einführung mit der modellgepflegten S-Klasse
Innerhalb der nächsten 6 Monate wird der DRIVE-Pilot der zweiten Generation in der modellgepflegten S-Klasse an den Start gehen. Bereits kurz danach soll auch die E-Klasse mit dem Technik-Update kommen, da das System schnellstmöglichst und flächendeckend ausgerollt werden soll. Andere Baureihen, die bislang noch keinen DRIVE Pilot im Ausstattungsumfang haben, folgen.

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Kartendaten kommen vom Dienstleister „here“
Auf dem Weg zum autonomen Fahren ist für Mercedes-Benz nicht nur die immer bessere Sensortechnik entscheidend, sondern auch die Rechenleistungen und Algorithmen, um die jeweilige Situationen erkennen und darauf richtig reagieren zu können. Deshalb sind genaue und noch viel detailliertere Kartendaten – als es sie heute gibt – ebenso wichtig. Hier beschreitet Daimler bekanntlich – zusammen mit den anderen deutschen Automobilherstellern Audi und BMW – sowie weiteren Partnern (u.a. Intel) mit dem Kartendienstleister „here“ neue Wege.

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Anmerkung: Im Rahmen der CES 2017 in Las Vegas stellte Mercedes-Benz das neue System mittels E-Klasse Testträger vor, der die neue Technik – mit dem neuen Lenkrad der S-Klasse – bereits verbaut hatte.

Bilder: Daimler AG / Dirk Weyhenmeyer