Am Automobilsalon 2016 in Paris hat Mercedes-Benz ein erstes Showcar seiner kommenden „EQ“-Generation von Elektrofahrzeugen vorgestellt, den „Generation EQ“ mit bis zu 200 kW und 700 Nm Drehmoment, was das Fahrzeug mit seinen 21 Zoll Rädern von weniger als 5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Eine maximale Reichweite wird von Mercedes-Benz mit 500 km angegeben. Die Basisarchitektur der kommenden Fahrzeuge ist skalierbar und ist modelübergreifend einsetzbar, d.h. diese eignet sich sowohl für Limousinen, als auch Coupés, SUVs oder weitere Modellreihen.

Motor Show Paris 2016

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Exterieur
Als Erkennungszeichen des „Generation EQ“ dient der „Black Panel“-Frontgrill: In diesem nahtlos verglasten Designelement sind der weiß beleuchtete Mercedes Stern und sämtliche Lichtelemente integriert. Der blau beleuchtete Rahmen interpretiert den Mercedes-typischen Kühlergrill in einer völlig neuen Form. Illuminierte LED-Lichtleiter in electric blue erzeugen eine Lichtinszenierung mit spannenden Farbakzenten. Das umlaufende Lichtband des „Black Panels“ ist ebenso typisch für „Generation EQ“. Eingebettet darin befinden sich die weißen, leuchtstarken LED Scheinwerfer. In der Seitenansicht rahmen die fließende E‑Linie und Bordkante den Sockel der Spiegelkamera ein. Dabei wird mit Roségold-Applikationen im verchromten E‑Linienzierstab und den Speichen der 21‑Zoll-Räder ein besonderer Blickfang aus dem Interieur auch ins Exterieur übertragen.

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Passend dazu haben die Mercedes Designer die Heckleuchten gestaltet: Sie nehmen die Kontur des „Black Panels“ auf und werden von einem LED-Lichtleiter in electric blue umrahmt, der im Fahrbetrieb auf rot wechselt und als Rückleuchte fungiert. Der zentrale Mercedes Stern am Heck ist ebenfalls weiß beleuchtet. Analog zur Front ändert sich die spangenförmige Lichtsignatur außen auf orange, sobald der Blinker betätigt wird.

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Showcar mit Ausblick auf kommende Fahrzeuge
Die monolithische Grundform des Showcars „Generation EQ“ verbindet SUV-Gene mit einem dynamischen Coupé-Charakter und Shooting Brake Anleihen am Heck. Durch das flache und gestreckte Greenhouse entstehen kraftvoll-puristische Proportionen. Für die neue Elektro-Ästhetik sorgt der fließende Übergang von der glänzend schwarzen Motorhaube über die Windschutzscheibe bis zum dunkel getönten Panoramadach – ein spannender Kontrast zur Lackierung in Alubeamsilber. Kaum wahrnehmbare Karosseriefugen, verdeckte Scheibenwischer, Kameras anstatt Außenspiegel und der Verzicht auf gewöhnliche Türgriffe unterstreichen die gestreckte und dynamische Silhouette, lassen das SUV-Crossover wie aus einem Guss wirken und verringern den Luftwiderstand. Die bewusst reduzierte Seitenansicht, breite Schultern und große Leichtmetallräder im 21‑Zoll-Format erzeugen Dynamik schon im Stand.

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4 Einzelsitze im Interieur
„Generation EQ“ ist mit vier Einzelsitzen ausgestattet. Das reduzierte Volumen, die schwebende Anmutung und die avantgardistische Sitzgrafik vermitteln optische Leichtigkeit. In die Kopfstützen integrierte Lautsprecher sorgen für ein individuelles Sounderlebnis. Lichtweißes Leder umspannt die Seitenwangen, die Perforation in Pixelregen-Optik gibt den Blick auf Partikel in roségold frei. Absteppungen in Leiterplatinen-Optik auf den in deep-brown gehaltenen Mittelbahnen erzeugen einen spannenden Kontrast. TFT-Monitore für das Rear-Seat-Entertainment sind in die vorderen Sitzlehnen integriert.

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Neues User Interface für die Insassen
Im fahrerorientierten Cockpit liegt der Fokus auf einer unkomplizierten, touch-basierten Bedienung und einer neuartigen Elektro-Ästhetik, die den Look des Exterieurs konsequent in den Innenraum überträgt. Die Instrumententafel mit dem großen, schwebenden Widescreen-Display ist durch ihr asymmetrisches Design auf den Fahrer zugeschnitten. Mit dem innovativen, digitalen Bedienerlebnis differenziert sich „Generation EQ“ von der bekannten Bedienlogik heutiger Fahrzeuge und gibt einen Ausblick in die Zukunft der User Interaction bei Mercedes‑Benz.

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Das Interieur des „Generation EQ“ ist geprägt von modernem Luxus, der sich vor allem in einem völlig neuen User Interface ausdrückt – es verbindet Emotionalität mit Intelligenz und Anwenderfreundlichkeit und kommt bis auf die Mercedes-typische, elektrische Sitzverstellung ohne klassische Schalter und Knöpfe aus. In zwei der drei schmalen Lenkradspeichen sind Touch Controls installiert, die in OLED-Displays integriert sind (OLED = organic light emitting diode, dt.: organische Leuchtdiode). Sie zeigen im jeweiligen Menü passende Icons und Symbole an; dank Touch-Funktion kann der Fahrer durch die verschiedenen Menüs scrollen und per Klick seine Auswahl bestätigen.

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Der 24 Zoll (53 x 11 cm) große TFT-Widescreen in High Definition Qualität rückt im Interieur des Showcars alle relevanten Informationen wie Geschwindigkeit, Reichweite, Fahrdaten oder die Navigations- und Kartenthemen ins Blickfeld. Die Innovation zeigt sich an der Differenzierung zwischen einer sehr reduzierten und einer komplexen Darstellung inklusive Zwischenschritten. Ob die Informationsdichte gering und damit das Design sehr clean dargestellt wird, oder Mehrinhalte angezeigt werden sollen, bleibt dem persönlichen Geschmack des Fahrers überlassen.

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Die roségold eingerahmte Mittelkonsole scheint zu schweben: Sie kommt ohne mechanische Bedienelemente aus und ist mit berührungssensiblen Touch-Elementen ausgestattet. Analog den Touch Controls im Lenkrad bedient der Fahrer auch dort mit einem Finger die Klimaautomatik und das Infotainmentsystem. Da „ Generation EQ“ auf herkömmliche Außenspiegel verzichtet, projizieren Kameras das Bild des rückwärtigen Verkehrs auf integrierte Displays in den Türen. Sowohl die Türöffner als auch die elektrischen Fensterheber werden mit Touch-Elementen bedient.

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Generation EQ mit neuesten Fahrerassistenzsystemen
Selbstverständlich verfügt „Generation EQ“ auch über die neuesten Fahrerassistenzsysteme von Mercedes‑Benz. Zusammen mit dem hochpräzisen Kartenmaterial des Partners HERE kennen die Systeme so zum Beispiel die genauen Kurvenradien sowie die Position und Größe eines Kreisverkehrs. Das Fahrzeug kann daraufhin die Geschwindigkeit und Fahrdynamik automatisch einregeln, damit der Fahrer noch mehr Komfort und Entlastung erfährt. Damit geht EQ einen weiteren Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren, immer unter der Prämisse Sicherheit und im Einklang mit den gesetzlichen Regelungen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem optimierten Zusammenspiel der einzelnen Features, der sogenannten „Sensor Fusion“, also der intelligenten Verknüpfung von Daten aus unterschiedlichen Sensoren. Diese zählt nach Einschätzung der Mercedes‑Benz Experten zu einer der wichtigsten Voraussetzungen in Richtung automatisiertes Fahren.

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Car-to-X Technologie
Die Ingenieure gehen aber noch einen Schritt weiter: So verfügt „ Generation EQ“ über die Car-to‑X-Technologie und kann Informationen mit der Infrastruktur und anderen Fahrzeugen austauschen – eine ideale Grundlage für eine Reihe an neuen Assistenzfunktionen, die bestehende Systeme ergänzen und so einen weiteren Schritt in Richtung Unfallvermeidung gehen. Hilfreich für den Fahrer sind außerdem Hinweise über Lademöglichkeiten in der Umgebung. Sobald „Generation EQ“ realisiert, dass das Fahrtziel mit der vorhandenen Batterieladung nicht erreicht werden kann, informiert er den Fahrer über entsprechende Optionen auf der Navigationskarte.

Digitales Interface mit 3D-Stadtansicht auf HERE-Kartenbasis
Das digitale Interface kann aber noch wesentlich mehr: Ein weiteres Highlight ist die hochdetaillierte 3D‑Stadtansicht mit zukunftsweisendem Design. Die technische Grundlage dafür bildet die Kartenplattform von HERE. So können zum Beispiel bei der Suche nach Point-Of-Interests Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten besonders hervorgehoben werden. Andere Gebäude treten elegant in den Hintergrund. Ein weiterer Schwerpunkt bei der Gestaltung der neuen HERE-Karten liegt in der Reduktion der visuellen Komplexität während der Fahrt: So sieht der Fahrer lediglich die für die Navigation relevanten Gebäude und Informationen. Hierbei zeigt sich das Zusammenspiel von Cockpit und Karte in außergewöhnlicher Weise – so spiegeln die Gebäude in der Karte detaillierte Reflektionen der Instrumentenbeleuchtung wider. Zugleich gibt die Kartendarstellung auch einen Ausblick auf neue Funktionen speziell für Elektrofahrzeuge: Der Fahrer bekommt Hinweise auf Ladestationen sowie Informationen, wo induktives Laden entlang der Route möglich ist. Auch eine Anzeige des aktuellen Energieverbrauchs entlang der gefahrenen Strecke ist in der hochdetaillierten Anzeige integriert.

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„Generation EQ“ vereint die Ladetechnologien der neuesten Generation. Das Fahrzeug ist sowohl für das Laden zu Hause via Induktion oder Wallbox als auch für das Schnellladen vorbereitet. Deutlich reduzierte Ladezeiten gehen mit der Einführung des Schnellladens via Combined Charging System (CCS) einher. Der europäische Ladestandard ermöglicht ein Schnellladen mit weit größerer Leistung als heute. Aktuell sind bereits Ladeleistungen von 50 bis vereinzelt 150 kW möglich. Mittel- bis langfristig sind sogar Ladeleistungen von bis zu 300 kW vorgesehen. Innerhalb von fünf Minuten könnte somit Strom für 100 lokal emissionsfreie Kilometer nachgeladen werden.

 

Bilder: MBpassion.de / Philipp Deppe