Das Gewicht ist ein wesentlicher Faktor für die Performance eines Sportwagens. Bei der Struktur des am 24. Juni in Brooklands vorgestellten AMG GT R, der neuen Speerspitze der Sportwagen- und Performance-Marke Mercedes-AMG, setzen die Affalterbacher Ingenieure deshalb auf einen besonders intelligenten Material-Mix. Chassis und die Karosserie sind aus Aluminium in verschiedenen Legierungen gefertigt, der Heckdeckel aus Stahl und das Front-Deck aus Magnesium. Zahlreiche Elemente aus hochwertigem Carbon unterstützen bei der Gewichtsoptimierung. Die hohe Biege- und Torsionssteifigkeit der gesamten Konstruktion ermöglicht die Einleitung und Übertragung extremer Längs- und Querkräfte aus Antrieb und Fahrwerk. Unerwünschte Elastizitäten werden so verringert; das Fahrzeug reagiert präzise und direkt. Für diese intelligente Kombination von High-Tech-Materialien wurde der AMG GT R jetzt mit dem Innovations-Award der EXPERIENCE COMPOSITES 2016, einer neuen Fachmesse für Faserverbundmaterialien, Leichtbau und Carbon, ausgezeichnet.

Mercedes-AMG GT R ( C 190), 2016

Tobias Moers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercedes-AMG GmbH, freut sich über die Anerkennung: „Wir haben die Gesamtkomposition des neuen AMG GT R unter Nutzung unserer Komposit-Kompetenz konsequent auf Performance ausgelegt. Durch den gewichtsoptimierten Spaceframe erlebt der Fahrer einen maximal dynamischen und präzisen Sportwagen.“ Im Rahmen der AMG Lightweight Performance Strategie tragen zahlreiche Maßnahmen zur Gewichtsreduktion bei. Insbesondere der Einsatz des leichten und gleichzeitig sehr festen Motorsport-Werkstoffs Carbon hilft, die anspruchsvollen Ziele zu erreichen. Carbon kommt beispielsweise als Material für die vorderen Kotflügel, das Dach und das Gelenkwellenrohr („Torque Tube“) für eine äußerst biege- und torsionssteife Verbindung zwischen Motor und Getriebe zum Einsatz. Die zahlreichen technologischen Innovationen im neuen AMG GT R zeigen, wie eng die Konstrukteure von Renn- und Straßenfahrzeugen, die Faserverbundexperten der Daimler Forschung und die Entwicklung bei AMG zusammenarbeiten.

Für höchste Torsionssteifigkeit
Mit nur noch 13,9 Kilogramm Gewicht ist die Torque Tube aus Carbon rund 40 Prozent leichter als das bereits gewichtsoptimierte Bauteil aus Aluminium im AMG GT. Zudem ersetzt ein neues Tunnelkreuz aus Carbon drei andere Bauteile des GT aus Aluminium. Das Kreuz ist unterhalb der Abgasanlage und der Torque Tube montiert. Dadurch konnten die AMG Experten mit diesem neu konstruierten Leichtbau-Strukturelement nicht nur das Gewicht senken, sondern auch die Torsionssteifigkeit signifikant um 7,5 Prozent erhöhen. Darüber hinaus versteifen zwei Diagonalstreben im Motorraum den Vorderwagen. Sie sind ebenfalls aus Carbon gefertigt und sparen rund 50 Prozent Gewicht gegenüber Bauteilen aus Stahl.

Verformbares Komposit-Material unterstützt Crash-Kinematik
Einen intelligenten Material-Einsatz verfolgen die AMG Leichtbauexperten auch bei den sogenannten Radfangstreben, die aus Komposit-Material gefertigt sind. Diese Bauteile führen bei einem Unfall die Vorderräder im Rahmen der vorgesehenen Crash-Kinematik auf die Längsträger zu, um sie dort zu verblocken. Die Komposit-Streben sind rund 50 Prozent leichter als entsprechende Bauteile aus Stahl, sind aber anders als Carbon verformbar.

Quelle: Daimler AG