Mit dem größten Laderaum im Segment von 640 bis 1.820 Litern, einer im Verhältnis 40/20/40 klappbare Fondsitzbank mit elektrischer Entriegelung sowie Cargo-Stellung für 30 Liter mehr Laderaum optionaler Klappsitzbank sowie serienmäßiger EASY-PACK Heckklappe im Design der neuen E-Klassen-Baureihe 213 möchte Mercedes-Benz die Kunden zum Neueinstieg – oder Umstieg – in die bereits 6. Generation der E-Klasse als T-Modell bewegen. Wir konnten den neuen Lademeister aus Sindelfinger Produktion bereits probefahren.

Die E-Klasse war bereits mehrfach Vorreiter am Markt – und möchte dies nun wieder sein. Bereits in der Baureihe S 124 setzte man im Jahr 1986 bereits eine elektrische Schließhilfe ein. 1996 kam mit der Baureihe S210 Sidebags und Gurtkraftbegrenzer sowie eine neue Rohbaustruktur, die u.a. mit einer verstärkten Struktur den Tank des T-Modells bei Heckkollisionen schützen sollte.

Die E-Klasse in der 6. Generation
Mit der 6. Generation des E-Klasse T-Modells – die gegen den Audi A6 Avant oder BMW 5er Touring antritt – setzt man nun gezielt auf ein intelligentes und variables Raumkonzept, sowie Technik aus der Limousine der Baureihe 213. Das neue E-Klasse T-Modell kombiniert dabei richtungsweisendes Design und modern interpretierten Luxus mit durchdachter Funktionalität insbesondere mit Blick auf das Raumkonzept. Von Remote Park Pilot, über Touch Control, volldigitales Widescreen Cockpit oder den DRIVE PILOT findet man im T-Modell gewohnt alles, was bereits aus der Limousine bekannt ist. Die elektrische Heckklappe (die sich maximal bis 2.070 mm Höhe öffnet) ist bereits Serienumfang, das EASY PACK Laderaum-Management ist optional, wie auch eine Anhängekupplung – welche automatisch ausfährt – und 2.100 kg verträgt. Luftfederung an der Hinterachse mit Niveauregulierung sind aufpreisfrei, – rundum AIRMATIC ist weiterhin optional erhältlich.

Fahrzeuglänge um 27 mm gewachsen
Im Vergleich zum Vorgänger der Baureihe 212 ist das Fahrzeug im Radstand um 65 mm gewachsen, die Fahrzeuglänge um 27 mm. Während die Fahrzeugbreite um 2 mm abnahm, ist das Fahrzeug nun 32 mm weniger hoch. Im Innenraum sieht es dabei ganz anders aus: hier steigen die Werte beim Beinraum vorne um 4, im Kopfraum um 5, sowie in der Ellengbogenbreite um 9 mm. Die Beinfreiheit im Fond steigt um 4, die Kniefreiheit um 18, sowie der Schulterraum hinten um 4 mm. Und ja: die 3. herausklappbare Kinder-Sitzbank im Kofferraum wird es im T-Modell gegen Ende des Jahres 2016 auch wieder geben, was das Fahrzeug dann sogar fast zum Siebensitzer macht.

Kofferraumvolumen um 55 bzw. 120 Liter gesunken
Das maximale Volumen von 1.860 Liter reicht zwar – so gibt Mercedes-Benz vor – für rund 12.000 Tennisbälle, wohl aber auch für 19 Mineralwasser-Kästen, jedoch ist das Volumen zum Vorgänger geschrumpft – um 55 Liter unterhalb der Laderaumabdeckung, oder gar 120 Liter bei umgeklappten Rücksitzen bei der Beladung bis zum Dach. Der offene Gepäckraum hinter Fondsitz bei Beladung bis zur Oberkante der Fondlehne liegt bei 640 Liter, in Cargostellung bei 670 Liter – bei Beladung bis zum Dach sind 895 Liter möglich. Der Laderaum hinter den Fahrersitz – Fondlehne umgelegt und bis zur Oberkante der Lehne sind es 1.182 Liter, das maximale Volumen dann bis zum Dach liegt bei den bereits genannten 1.820 Liter.

Die Ladekantenhöhe bei der E Klasse liegt bei 584 mm, die Kofferraumtiefe bei 1.175 bzw. umgeklappt bei maximal 2.005 mm. Das längste Brett darf übrigens die Maße von 3.180 x 300 x 30 mm, damit es noch ohne große Probleme mitgenommen werden kann.

Im Vergleich zur Konkurrenz liegt der Stern beim Volumen der Ladefläche aber noch gut im Wettbewerbsfeld, wo Audi den A6 Avant nur maximal 1.675 Liter verpasst, BMW den 5er Touring nur 1.670 Liter. Selbst der neue Volvo V 90 kommt nur auf maximal 1.526 Liter, wenn auch der Skoda Superb Combi mit 1.950 Liter – zumindest beim Maximalwert- hier leicht darüber liegt.

Ab Marktstart 2 Benziner und 1 Diesel-Motorisierung
Das T-Modell bietet ab Marktstart 9G TRONIC Automatik in Serienausstattung, wobei die Wahl zwischen 2 Benzinern mit 184 und 211 PS – als E 200 und E 250 – sowie der neuen Diesel-Motorisierung E 220 d mit 194 PS möglich ist. Weitere Motorisierungen folgen, wie u.a. der E 350 d oder der E 400 4MATIC sowie die „kleinen“ AMG-Variante des 43 mit 401 PS.

Concierge-Service und digitaler NFC-Autoschlüssel
Die technischen Assistenten der E-Klasse als T-Modell sind identisch der Limousine und bedürfen hierzu keinerlei Erwähnung. Zwei Dienste führt Mercedes-Benz mit dem T-Modell in die E-Klasse ein: der digitale Autoschlüssel mittels NFC-Technik sowie den neuen persönlichen Concierge-Service. Ist der „Handy“-Schlüssel für Android-Geräte bereits bekannt, gibt es beim durchaus nutzbaren Concierge-Service einen persönlichen Berater und Assistenten, der nicht nur über das Wetter informieren kann, sondern auch Routenempfehlungen gibt und diese auch direkt auf das Navigationssystem senden kann.  Restaurantempfehlung ? Ticketservice ? Kein Problem.

Der Concierge-Service, der über den „iCall“ Schalter, direkt neben der SOS-Taste oberhalb des Innenspiegels, erreichbar ist, erledigt dies schnell und professionell. Ein Dienst, den wir früher nur aus den Maybach-Modellen 57 und 62 kannten. Für das erste Jahr ist der Dienst, der nur bei Fahrzeugen mit COMAND Online System nutzbar ist,  nach erfolgter Registrierung kostenlos, – für später stehen die Preise noch nicht fest.

Der Fahrtest im E 220 d T-Modell (S213)
Als Testfahrzeug stellte uns Mercedes-Benz erneut den E 220 d – diemal natürlich als T-Modell- bereit, mit dem neuen Triebwerk OM 654 (erster Vollalu-Diesel-Vierzylindermotor), ausgestattet mit Stahlkolben mit innovativen Stufenmulden, NANOSLIDE Beschichtung der Zylinderlaufbahnen und 25 prozent weniger innerer Reibleistung. Das motornahe Abgassystem mit Oxi-Kat (DOC) und Dieselpartikelfilter (SDPF) und SCR-Kat der E-Klasse sorgt dafür, das die Stickoxid-Emissionen (NO²) bereits jetzt unterhalb den ab September 2017 geltenden EU-Grenzwerten liegen. Der E 220 d liefert satte 194 PS und 400 Nm maximales Drehmoment.

Technisch liegt die neue E-Klasse – auch als T-Modell – an der Spitze des Modellprogramms, überholt hier aktuell  sogar noch die S-Klasse der Baureihe 222, dessen Modellpflege jedoch 2017 erfolgt und sich dann wieder abgrenzen sollte.

Geräuschniveau ruhig – Blick nach hinten eingeschränkt
Das Geräuschniveau des T-Modells der neuen E-Klasse zeigte sich ruhig – nicht nur in den geringeren Drehzahlen. Wenn uns das „Diesel-Nageln“ der bisherigen OM651-Motorisierung der Vorgängerbaureihe noch in Erinnerung geblieben ist, ist es bei der neuen 194 PS-Motorisierung des OM 654 nahezu Vergangenheit. Hört man genauer hin, bemerkt man den Diesel jedoch – ein minimales Nageln bleibt.

Wie auch bei der Limousine haben die Mercedes-Entwickler bei der Akustik gezielt Hand angelegt, nicht nur durch zahlreiche schalldämpfenden Kunststoffteilen im Motorraum. Auch die Common-Rail-Einspritzung mit bis zu 2.500 bar dürfte hier nicht ganz unschuldig an der Laufruhe des Triebwerks bzw. Gesamtfahrzeuges sein. Über 3.800 u/min wird das Fahrzeug jedoch – wie viele Diesel-Varianten – ein wenig lauter, doch das stört eigentlich kaum.

Betätigt man das Gaspedal des E 220 d T-Modells, ist die durchaus eine gute Elastizität des Fahrzeuges spürbar – das 9-Gang Automatikgetriebe spielt dabei unbemerkt mit. Gangwechsel des Neungang-Automatikgetriebes  erfolgen mühelos – unaufgeregt. Einen Leistungsmangel konnten wir erneut nicht festellen, wie auch bei der Limousine (W 213) zeigte sich der Fahreindruck des Kombis nun ähnlich. Wäre nicht der Blick in den Rückspiegel, würde man den Lademeister der E-Klasse als Fahrer wohl leicht vergessen.

Auch wenn die Dachlinie um 32 mm zum Vorgänger gesenkt wurde, sitzt man in der Reihe 2 noch komfortabel. Die Sitzbreite im Fond liegt bei 1.494 mm bzw. 1.450 mm, vorne bei 1.467 bzw. 1.499 mm. Die Sitzfläche hinten fällt jedoch als zu tief und zu kurz geraten ein wenig negativ auf.

Das neue T-Modell tritt – auch aufgrund der Feinarbeit der Ingenieure bei Achsen, Lenkung, Aerodynamik und Fahrwerk, durchaus leiser aus, als der Vorgänger. Windgeräusche sind fast nicht existent, die Geräuschisolation zeigt sich dazu bestens – doch das konnte auch die Limousinen-Variante bereits sehr gut. Mittels Akustik-Komfort-Paket ist zusätzlich eine lautstärkeabsorbierende Folie in der Front- und Seitenscheibe verbaut, sodass höhere Geschwindigkeiten geräuschemäßig weniger wahrgenommen werden können.

Fährt man das T-Modell der Baureihe 213 im Comfort-Modus, schaltet das Fahrzeug fast unbemerkt und die optionale Luftfederung Air Body Control sorgen dafür, das Schlaglöcher wenig Chancen haben, im Innenraum überhaupt bemerkt zu werden. Auch im Sport-Modus sind genügend Komfortreserven vorhanden, Sport+ sorgt dann jedoch für zu schnelle Schaltvorgänge und mag so gar nicht zum ruhigen Diesel passen. Aber auch Richtung V-Max geht den Fahrzeug überhalb von 220 km/h dann doch leicht die Luft aus und beschleunigt nur noch langsamer in Richtung der Höchstgeschwindigkeit.

Der Fahreindruck unterscheidet sich in der Summe aber kaum von der Limousine, das Luftfahrwerk gab sich bestens, die Lenkung dazu direkt und mitteilsam. Großartige Änderungen hier haben wir aber auch nicht erwartet – warum auch? Ein Eindruck mit schwerer Beladung im Heck konnte wir in der Nähe der Ostsee nich gewinnen.

Beim Rundumblick fiel uns jedoch ein deutlich schlechterer Blick nach hinten auf, was mit der Kamera beim Rangieren ausgeglichen werden muss. Der seitliche Blick ist aufgrund der großen Glasflächen jedoch ausreichend.

Überrascht haben uns übrigens die Verbrauchswerte des E 220 d, ohne hier großartig auf den Gasfuß zu achten waren schnell Werte zwischen 5.1-5.3 Liter im Display zu lesen. Immer noch mehr als der Normverbrauch von 4.2 Liter in den Preislisten, aber durchaus ansehbar.

Fazit:
Das T-Modell der neuen E-Klasse ist – solange es auch vernünftig ausgestattet ist – ein Lademeister im PKW-Bereich für längere Strecken. Länger dann, wenn man statt des serienmäßigen 50-Liter Tanks auch den großen 66 Liter dank optional hinzubestellt. Auch wenn das E-Klasse T-Modell optisch zu sehr dem T-Modell der aktuellen C-Klasse ähnelt, die Länge dient hier als eindeutiges Unterscheidungsmerkmal – mit 4,93 Meter in der Baureihe 213 Gesamtlänge satte 23 cm mehr.

Die Kombination zwischen Motor, Fahrkomfort und Platzangebot im Fahrzeug ist stimmig, Mängel oder Mankos fanden kaum, abgesehen von den kurzen Sitzflächen im Fond. Ein großes Manko des Fahrzeuges bleibt jedoch, doch das ist eher ein Problem des Premiumsegments: der Preis, vor allen für die Ausstattungsoptionen.  In der Summe hat das Fahrzeug zum Vorgänger jedoch gewonnen. Das neue EXCLUSIVE-Exterieur und der Grills machen sich beim Fahrzeug bestens. Aufgrund der gewollten sportlichen Optik und der sportlich abfallende Dachlinie am Heck büßte man jedoch Laderaum ein, was aber nach unserer Sicht verschmerzbar ist.

Auszug aus der Ausstattungsliste des Testwagens:

E-Klasse E 220 d T-Modell, 194 PS, 9G TRONIC Automatikgetriebe, EXCLUSIVE Exterieur, Avantgarde Interieur, cavansitblau metallic Lackierung, Polster designo Leder Nappa macchiatobeige / sattelbraun – Grundpreis 50.485,75 Euro.

  • AIR BALANCE Paket 398,65 Euro
  • Memory Paket 1.487,50 Euro
  • cavansitblau metallic Lackierung 1.035,30 Euro
  • EXCLUSIVE Exterieur 654,50 Euro
  • AVANTGARDE Interieur 1.368,50 Euro
  • designo Interieur macciatobeige / sattelbraun 5.831,00 Euro
  • Diebstahlschutz Paket 523,60 Euro
  • KEYLESS GO Paket 952,00 Euro
  • Spiegel Paket 0,00 Euro
  • Sonnenschutz Paket 440,30 Euro
  • Mercedes-Benz Intelligent Drive Professional Paket 12.292,70 Euro
  • Akustik-Komfort Paket 1.309,00 Euro
  • Panorama-Schiebedach 2.106,30 Euro
  • Servoschließen der Türen 654,50 Euro
  • Sitzheizung im Fond 428,40 Euro
  • Laderaummanagement EASY-PACK Fixkit 351,05 Euro
  • Sitzklima Fahrer und Beifahrer 1.309,00 Euro
  • Klima THERMOTRONIC 1.011,50 Euro
  • AIR BODY Control Luftfahrwerk 1.785,00 Euro
  • Burmester Surround Soundsystem 1.011,50 Euro
  • Multifunktions Telefonie 583,10 Euro
  • DAB Radio 392,70 Euro
  • Widescreen Cockpit 1.011,50 Euro
  • Media Interface Kabel Kit 59,50 Euro
  • Kraftstofftank 66 Liter, größeres Volumen, 59,.50 Euro
  • Scheibenwaschanlage beheizt 202,30 Euro
  • Sidebags im Fond 452,20 Euro
  • Anhängevorrichtung mit ESP Anhängerstabilisierung 1.082,90 Euro
  • Digitaler Fahrzeugschlüssel für Smartphone 119,00 Euro
  • Gesamtpreis rund: 91.659,75 Euro.

Fahrbilder: Andreas Lindlahr / Sonst: MBpassion.de / Zeichnungen: Daimler AG

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