Zwar stellt Mercedes-Benz seinen Mercedes-AMG GT (Typ C 190) erst am 09. September offiziell der Weltöffentlichkeit vor, wir konnten bereits gestern im Entwicklungszentrum in Sindelfingen probesitzen und erstmals das Enddesign ungetarnt begutachten.

Mercedes-AMG GT (C 190) 2014

Mercedes-AMG GT (C 190) 2014

C190 – der Mercedes-Benz AMG GT
Eines war uns vorab klar: wenn uns der neue AMG GT weit vor der Weltpremiere am 09. September ungetarnt gezeigt wird, herrscht komplettes Fotografierverbot – dafür konnten wir das Enddesign des Modells mit Mischbereifung sogar bei Tageslicht unter freiem Himmel begutachten. Unser erster Eindruck auf die neue Mercedes-Formensprache muss wohl noch wirken, doch hässlich ist das neue Modell beileibe nicht. Die Proportionen des Fahrzeuges erinnern jedoch an ein Fahrzeug aus Zuffenhausen: lange Motorhaube, knackiges Heck mit betonter Schulterpartie, das Hinterteil (mit ausfahrbarem Heckspoiler) erinnert sogar ein wenig an einen Porsche 928. Ungewohnt ist die steil abfallende Windschutzscheibe, was jedoch Absicht ist und die Motorhaube weiter nach vorne schieben soll. Zwischen der Scheibe und dem oberem Ende der Motorhaube gibt es einen ca. 10 cm breiten Spalt, „die Länge des Vorderwagens wurde optisch nochmals gestreckt“ – so hieß es vor Ort. Technisch wird das Fahrzeug übrigens nicht über das neue MULTIBEAM LED Lichtsystem verfügen, hier gibt es eine Weiterentwicklung des bestehenden ILS LED Lichtes.

Mercedes-AMG GT (C 190) 2014

Weniger als 1.6 Tonnen Gewicht, V8 Twin Turbo – 2 Sitze
Im Interieur des 510 PS (V8 Twin Turbo vorne, Getriebe im Transaxle-Bauweise hinten, 650Nm Drehmoment, AMG SPEEDSHIFT DCT 7-Gang Sportgetriebe), weniger als 1.6 Tonnen wiegenden, Fahrzeuges (mit 2 Sitzen ohne Notsitze) findet man eine leicht ansteigende Mittelkonsole, die breit wirkt. Beim Sitztest finden wir ausreichend Platz nach oben, auch wenn die Mittelkonsole ein wenig beengend wirkt – sie ist es nicht. Ungewohnt sind die Bedientasten im Dachhimmel, wobei dort mittig der Schalter für den Warnblinker angebracht ist. Ob ein Schiebedach kommt, wollte man nicht bestätigen – ein optionales Glasdach ist jedoch wahrscheinlich. Die hintere Seitenscheibe ist dabei fix. Das mittige Display des COMAND Systems wurde weiter nach unten gesetzt, um einen besseren Blick auf die Motorhaube und Straße zu ermöglichen – und genau das wurde sehr gut gelöst. Der Schwerpunkt ist hier eher „Fahrmaschine“, wenn das Fahrzeug neben der Rennstrecke auch auf öffentlichen Straßen bewegt werden kann.

Beim Blick in den Kofferraum des AMG GT finden wir Platz für 2 große Getränkekästen, – zumindest was die Breite anbelangt, – an der Höhe fehlt es ihnen leider. Platz für einen Golfbag ist jedoch wohl vorhanden, für mehr muss wohl eher der Beifahrersitz herhalten.

Unser erster Blick auf das Fahrzeug war ungewohnt, zumal wir dafür nur rund 20 Minuten Zeit hatten. Für eine abschließende Meinungsfindung eindeutig zuwenig. Im Laufe der Zeit gewöhnt man sich an, neue Fahrzeuge nicht sofort zu beurteilen, doch diese wenigstens mit anderen Modellen zu vergleichen bzw. Vergleiche aufzustellen: Die Heckleuchte erinnert an die der Baureihe C 217 – dem S-Klasse Coupé. Ab Türgriff bis zum letzten Eindruck hinten könnte man durchaus Formen aus Zuffenhausen erkennen, die Heckpartie kann man jedoch als gelungen und passend bezeichnen. Der Eindruck des AMG GT vorne kommt ungetarnt anders, als Erlkönigbilder vermuten lassen.  Der Spalt zwischen Haube und Windschutzscheibe verwunderte uns, macht das Fahrzeug aber nicht hässlich. Gewöhnung benötigt man wohl für das neue Lichtdesign bei der direkten Draufsicht in Verbindung mit dem steilen Kühlergrill mit großen Stern – und an die Frontscheibe.

Zur Weltpremiere werden wir die ersten Bilder des Modells liefern – natürlich eigene. Am gestrigen Tag war uns das Fotografieren in Sindelfingen noch verboten. Beim Verlassen des MTC-Geländes in Sindelfingen wurden wir nach unserer ehrlichen Meinung zum Fahrzeug gefragt, „Recht hübsch, jedoch stark ungewohnt. Die abschließende Meinungsfindung ist jedoch noch nicht abgeschlossen, nicht nach nur 20 Minuten. Der Gesamteindruck fehlt noch, auch wie sich die angebliche „Rennmaschine“ auf der Straße gibt.“

Vielen Dank an die Verantwortlichen von Mercedes-Benz, uns einen ersten Blick auf das Fahrzeug zu ermöglichen.

Bilder: Daimler AG