Auf zwei Etagen einer Halle im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen produziert der Autohersteller vornehme gepanzerte Luxuslimousinen: die Sonderschutzfahrzeuge auf Basis der S-Klasse: S-Klasse Guard, dessen neuestes Modell seit einigen Tagen produziert wird.

>Manufaktur-Arbeit: Mercedes Guard in Sindelfingen
Die neue S-Klasse Guard wird in einer Manufaktur in Sindelfingen produziert: eine große Halle, kein Roboter – reine Handarbeit einzelner Monteure. Blechteile werden hier nicht von Maschinen gestanzt, sondern von Mitarbeitern mit Hochdruck-Wasserstrahlern ausgeschnitten und von Hand in Form gebracht. Geschweißt oder geschraubt wird dabei von Menschen, statt von Robotern. Die Materialien sind dabei zu hart, die Konstruktionen zu kompliziert für eine maschinelle Fertigung.

Sonderschutzgfahrzeug-Entwicklung während Entwicklung der Serie
Alle Sonderschutzfahrzeuge von Mercedes-Benz Guard teilen die Idee vom Integrierten Sonderschutz ab Werk: Jedes Guard Fahrzeug wird zunächst als Datenmodell konzipiert, und das noch während der Entwicklungsphase des Serienfahrzeugs. Danach wird es als Prototyp in ausgedehnten Tests erprobt und auf höchste Belastbarkeit von Karosserie und Fahrwerk, auf ballistische Resistenz und auf das Funktionieren sämtlicher Sicherheitssysteme beim Crash geprüft. All dies geschieht, lange bevor erste Kundenfahrzeuge gebaut werden. Diese entstehen dann in einem eigenständigen Fertigungsprozess in Mercedes-Benz Guard Kompetenzzentren. Dieses systematische Vorgehen führt zum „Integrierten Schutzkonzept“ von Mercedes-Benz Guard.

Auf diese Weise erhält die gesamte Fahrgastzelle eine wirkungsvolle Verstärkung gegen Gefahren von außen. Dieses Schutzkonzept ermöglicht höchst wirkungsvolle Detaillösungen. Potenzielle Schwachstellen werden von Spezialisten aufgespürt und konsequent eliminiert. So zeichnen sich Mercedes-Benz Guard Modelle durch umfassenden, lückenlosen Schutz aus.

Schutzklasse gemäß BRV 1999/2009
Der S-Guard wird beispielsweise von Grund auf, mit allen Sicherheitssystemen entwickelt und erprobt. In einem parallel zur Serie ablaufenden Produktionsprozess werden alle Schutzkomponenten integriert. In einem S-Guard sowie dem G-Guard von Mercedes-Benz wird höchster Schutz der Widerstandsklasse VR6/7 (gemäß BRV 1999/2009) für Fahrer und Insassen gewährleistet.

Um Besitzer eines Guard-Fahrzeuges möglichst gut vor Angriffen und Attentaten zu schützen, bekommt die S-Klasse Materialen aus Panzerstahl, Kohlefaser-Matten sowie Spezialglas, die Kugeln und Sprengstoff bestmöglichst abhalten sollen.

135 Kilogramm schwere, 10 cm dicke Frontscheibe
Die Frontscheibe ist dazu zehn Zentimeter dick und wiegt alleine 135 Kilogramm – Türen werden mit Stahlplatten ausgekleidet, jeder noch so kleiner Spalt wird verschlossen, um den Innenraum abzukampseln. Schwachstellen, wie Schweißnähte oder Bohrlöcher oder Türfugen werden durch Überlappungen, Verschränkungen oder U-Profile verdichtet.

Hochschutz VR1 bis VR4 – Höchstschutz bis VR7
Mercedes-Benz bietet in unterschiedlichen Schutzklassen das G-Modell, die M-, sowie die E-Klasse als Guard-Variante an. Die Schutzklassen reichen von Hochschutz (VR1 bis VR4) bis zum Höchstschutz (VR5 bis VR7). Hochschutz-Fahrzeuge halten großkalibrigen Revolvermunition stand und schützen die Insassen z.B. von Straneräubern, Höchstschutz-Fahrzeuge bieten eine Armierung gegen Gewehrprojektile aus militärischen Waffen, die fast doppelt so schnell fliegen, wie Revolvergeschosse. Zusätzlich leisten sie Widerstand gegen Splitzer von Handgranaten und Sprengsätzen.

Bilder: Daimler AG