Ein Fahrzeug mit 2 Felgengrößen gibt es öfters, – das ist jedoch auf den Vergleich der Vorderachse auf die Hinterachse bezogen. Das Forschungsfahrzeug F400 Carving machte es jedoch anders: Die Felgengröße war außen bei 19 Zoll, im inneren Bereich jedoch nur bei 17 Zoll. Durchaus interessant – und einen Blick zurück auf das Showcar des Jahres 2001 wert.

Die Vorstellung des F400 Carving-Fahrzeuges war bereits im Jahr 2001 auf der Tokyo Motor Show: 4-Takt-Ottomotor mit 6 Zylindern, 3.2 Liter Hubraum und 218 PS auf der Hinterachse, dabei nicht nur eine aktive Sturzverstellung oder ein elektronisches Lenksystem (Steer-by-Wire), sondern ebenso bereits Bremsscheiben aus kohlefaserverstärkter Keramik.

Weitere technische Highlights waren u.a. eine aktive Hydropneumatik mit Active Body Control, Brake-by-Wire, sowie Xenon-Scheinwerfer mit Glasfaser-Technik und Blinker mit Hochleistungs-Leuchtdioden. Das Bordnetz verfügte gar über 42 Volt.

Viele Fakten des F400 Carving, der im Mercedes-Benz Museum frei zu besichtigen ist, sind bekannt. Nicht so bekannt waren die besonderen Reifen, die speziell für das Fahrzeug entwickelt worden sind und die Vorteile eines Autoreifens mit denen eines Motorreifens vereinte. An ihrer Innenseite haben er eine abgerundete Lauffläche für optimales Kurvenverhalten, die zudem einen besonders hohen Reibwert hat.

Werden die Räder geneigt, ist die Kraftübertragung besonders hoch. Die Außenschulter des Reifens zeigt ein bewährtes Pkw-Profil mit guten Geradeauslauf-Eigenschaften. Der Reifen ist auf einer besonderen Felge montiert, die an der kurvenaktiven Innenseite einen Durchmesser von 17 Zoll und an der Außenseite von 19 Zoll hat. Damit ist gewährleistet, dass der Forschungswagen bei Geradeausfahrt nur auf dem nicht gekrümmten Laufstreifenanteil rollt. In Kurven steht dank des kleineren Innendurchmessers eine möglichst große Aufstandsfläche zur Verfügung.

Zum Serieneinsatz schaffte es das Design des F400 Carving nicht, viele Ideen und Neuheiten des Forschungsfahrzeuges selbst fanden jedoch in der Serie mittlerweilen Platz. Schade eigentlich – zumal ein kleines Cabriolet auf Basis der damaligen A-Klasse vielleicht doch auch einen Erfolg gewesen wäre – die Planer entschieden sich dagegen.

Bilder: Daimler AG