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    Mercedes-Benz soll 1 Milliarde Euro sparen

    von Markus Jordan | 23.September 2012

    “Der operative Gewinn von Mercedes-Benz Cars wird 2012 das Vorjahresniveau von rund 5 Milliarden Euro nicht erreichen” – so Dr. Dieter Zetsche am vergangenen Donnerstag – und kündigte parallel ein Sparprogramm an.

    Anlässlich des Besuches des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann im Stammwerk Untertürkheim kündigte Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche ein Sparprogramm an – nach Informationen der “Financial Times Deutschland” soll dies Programm einen Umfang von rund einer Millarde Euro haben – die Zeitschrift selbst beruft isch hier auf Konzernkreise.

    Um dem schärferen Gegenwind zu trotzden, will Zetsche den Absatz nun ankurbeln und parallel die Kosten senken – Einzelheiten dazu wollte Zetsche mit der Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2012 bekanntgegen, was Ende Oktober der Fall sein wird. Die Marktbedingungen in Europa seien “zunehmend schwieriger”, in China verschärfe sich der Wettbewerb parallel “signifikant”, – so der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG im Pressegespräch am vergangenen Donnerstag. Bislang hatten die Absatzzuwächse in den USA, sowie in China der Marke über die Krise in Europa hinweggeholfen – in den Staaten liege Daimler vor allen anderen deutschen Premium-Marken, wogegen im chinesischen Markt der schwäbische Hersteller das Schlusslicht bildet.

    Sparen möchte der Konzern bei seinem Sparpaket wohl ohne Stellenabbau, oder mittels Kurzarbeit. Vorstandschef Dr. Dieter Zetsche hatte bereits im Sommer sich mit einem Brief an die Mitarbeiter gewandt, demnach sich der Konzern auf “gesamtwirtschaftlich auf stärkeren Gegenwind einzustellen habe. Jeder Euro, den wir für Entbehrliches ausgeben, ist ein Euro weniger für unsere Wettbewerbsfähigkeit” – so hieß es da. Für wahrscheinlich gilt es, Kürzungen vor allen bei der Produktion und im Einkauf vorzunehmen, u.a. könnte mit Zulieferern neu verhandelt werden, auch ein temporärer Einstellungsstopp könnte möglich sein.

    Seit Jahresbeginn wurden die Prognosen für Mercedes-BEnz teilweise zurückgeschraubt, – im Februar 2012 hieß es “auf Vorjahresniveau” einen Gewinn vor Steuern und Zinsen in Höhe von 5.19 Milliarden Euro, Ende Juli wurde nur noch ein operativer Gewinn “in der Größenordnung des Vorjahres” angekündigt.

    Derweil wurde bekannt, das Zetsche bis Ende 2016 weiter als Vorstandsvorsitzender fungieren solle, – der Rückhalt im Vorstand sei weiterhin vorhanden. Demnach wird der Vertrag für Dr. Zetsche im Februar 2013 wohl um weitere 3 Jahre verlängert. Lkw-Vorstand Andreas Renschler solle im Herbst 2012 noch eine Verlängerung erhalten, Professor Dr. Thomas Weber im Frühjahr 2013.

    Bilder: MBpassion.de / Philipp Deppe

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    Themen: Konzern | 10 Kommentare »

    10 Kommentare to “Mercedes-Benz soll 1 Milliarde Euro sparen”

    1. Klaus meint:
      23.September 2012 at 00:26

      Allein die extremen Qualitätsmängel bei den Injektoren haben insgesamt 500 mio gekostet..
      Also, in Qualität investieren!
      Sonst sparen wir uns noch kaputt…

    2. Hr.Schmidt meint:
      23.September 2012 at 10:56

      „Beim Produktionsaufwand pro Fahrzeug in unseren Werken sind wir gut vorangekommen, in einigen Baureihen produzieren wir inzwischen auf Augenhöhe“ In anderen Baureihen haben wir noch Nachteile, die mit neuen Modellen beseitigen werden“, gab er zu. „Unsere Nachteile sind geringer geworden, aber noch nicht ganz beseitigt.“ ( Zetsche, 2011 )

      Ein weiteres Thema sind Umsatzrenditen, zusätzlich wurde sicherlich das Werk in Ungarn in den Bilanzen aktiviert. Alles Themen die die Gewinne schmälern. Baukastensysteme, baureihenübergreifender Einsatz von Motoren zur Kostenreduzierung usw. Alles wird geprüft, das ist auch gut so.
      Das Injektorenthema ist eine vielzitierte Pressemeinung, nicht immer alles nachquatschen. Das sind sicherlich Kosten die Renditen bedingt beeinflussen, da aber keiner Rückstellungen etc. Kennt bzw. berücksichtigt, kann’s eben auch keiner konkret beurteilen. Die Umsatzrendite ist letztes Jahr schon auf VW Niveau gewesen aber eben nicht auf dem von BMW oder Audi, die sind etwas besser gewesen und Daimler will Premium sein.

    3. Rylex meint:
      23.September 2012 at 13:07

      Das Thema hatten wir schon einmal! Bereits jetzt ist die Qualität an vielen Stellen mangelhaft bis ungenügend. Aber einen Manager interessiert das nicht – dem sind die Mitarbeiter egal und nur der persönliche und operative Gewinn ist wichtig.
      Die Kunden merken bereits jetzt, dass ein Mercedes nicht mehr das ist, was er mal war. Der letzte Werkstatt-Test bei AMS ist trotzdem recht gut gelaufen und spricht für das qualifizierte Personal. Trotzdem ist auch hier eine Tendenz nach unten zu erkennen. Der Slogan: “Das Beste, oder Nichts!” ist schon lange nicht mehr zutreffend!
      Leider lernen es die Hersteller nie, dass wenn man allein beim Einkauf von billigerem Material (wie z.B. den Injektoren) Geld spart, dass es sich hinterher immer rächt.
      Mein Vorschlag: Die Gehälter der Chefetagen drastisch reduzieren.
      Weniger Berater beauftragen, sondern auf die eigenen Mitarbeiter hören und mehr eingehen!
      Und lernt auch bitte endlich mal, dass die Leute in Europa langsam merken, woher der Wind weht und das wir noch mehr Probleme mit dem Geld bekommen. Und dann geben halt immer weniger Leute das Geld für ein Auto aus. Man kann einfach nicht immer weiter wachsen – aber Manager wie Hr. Dr. Z. die checken das einfach nicht. Mein Beileid!

    4. mehrzehdes meint:
      23.September 2012 at 15:47

      in der sogenannten guten, alten zeit, wo ein mercedes angeblich noch ein mercedes war, hatte man keinen pfennig entwicklungsaufwand oder materialwert verschwendet, um damals drängende themen zu lösen. zb rost: peugeot, das damals noch wertige autos baute, hatte alle glänzenden anbauteile aus edelstahl gefertigt. bei mercedes wars verchromtes billigblech, was schnell rostete, wenn man nicht penibel pflegte. auch verbaute man selbst in teuersten autos noch lange lebensgefährliche pendelachsen. die plastikinnenräume der 70er jahre, die abgasentgiftung, die man uns 15 jahre vorenthielt während man autos mit kat in die usa exportierte und die absurde aufpreispolitik bis mitte der 90er jahre hat auch jeder vergessen. trotzdem bleibt fakt, aktuell haben wir die wertigsten und besten benze, die es je gab.

      eher kritisch zu hinterfragen ist das gnadenlose profitstreben, was heute in jedem konzern herrscht. immer gnadenlos wachsen und in der kleinsten nachfragedülle gleich ins eingemachte gehen. kein quartal ohne maximalen gewinn.

      diese maxime kann die politik durch neue rahmenbedingungen sozialer gestalten. macht sie aber nicht. der staat will die investoren nicht verschrecken und die deutsche automobilindustrie weltweit nach vorne bringen. es könnten auch investmentfonds nachhaltiges wirtschaften belohnen. machen sie auch nicht. denn derselbe arbeitnehmer, dessen arbeitsplatz in einer nachfragedelle gefährdet ist,will für sein erspartes nur maximalen gewinn – macht also in dem spiel mit. insofern macht dr. z alles richtig. er bringt die daimler-aktie hoch und auch seine schäfchen ins trockene. würde ich an seiner stelle auch machen.

      p.s.: extrem witzig, der wunsch nach dem verzicht auf berater. die sind doch nicht dazu da, um zu helfen. sondern um harte entscheidungen zu unterstützen. wenn dr. z ein werk schließen will, engagiert er berater und liest dann, oh wunder, im gutachten, das er teuer bezahlt hat, es müssen zwei werke geschlossen werden. dann tritt er damit an die mitbestimmung und lässt sich in langem kampf abringen, daß nur ein werk geschlossen wird. sieg. ohne der böse zu sein.

    5. Deutscher Auto Blogger Digest vom 23.09.2012 › "Auto .. geil" meint:
      24.September 2012 at 06:05

      [...] passion BlogMercedes-Benz soll 1 Milliarde Euro sparen“Der operative Gewinn von Mercedes-Benz Cars wird 2012 das Vorjahresniveau von rund 5 [...]

    6. AMG meint:
      24.September 2012 at 07:29

      Wahrscheinlich aus genau diesem Grund herrscht seit geraumer Zeit auch Core 3 bei Daimler was wohl ab 2013 zu Einstellungsstop führen wird. Eigentlich schon schade aber was muss das muss.

    7. daniel meint:
      24.September 2012 at 10:06

      Also “die guten alten Zeiten” kenne ich anders. Wenn wir da Geld gebraucht haben für eine Entwicklung, dann hat sich der E2 das angeschaut und wenns sinnvoll war hat er Geld reingesteckt – und zwar soviel wie nötig. Das dauerte 2 Stunden, das ganze zu entscheiden.

      Heute muss man erstmal eine Besprechung organisieren, dann muss man Geld beantragen, dann muss man zur Fremdfirma und entwickeln lassen, die machens falsch und am Ende ist das Geld (was viel zu wenig war) wieder aus und es hat sich nichts getan.

      Ach und um das einmal klar zu stellen. Aus Plastik ist das Interior schon immer – auch jetzt. Nur verändern sich eben die Verarbeitungsmöglichkeiten.
      Bezogen auf die Zeit von damals, waren die Mercedes der Vergangenheit einiges hochwertiger als heute.

    8. mehrzehdes meint:
      24.September 2012 at 10:50

      nichts gegen kunststoffe im automobilbau. aber heutzutage greift man als fahrer immer in ein lederlenkrad und fasst einen lederschaltknüppel an, das auge erfreuen große holzflächen in den limousinen und viele bedienelemente wirken durch die metallisierte struktur optisch wertig und haptisch angenehm. wohlgemerkt in serienausstattung.

      das ist in den 70er bis 90er jahren schlicht nicht gemacht worden – denn die kundschaft hatte man auch so sicher. ein opel commodore hatte damals einen wertigeren innenraum als ein w123 mit sehr viel holz (gut, kunstholz), schicken velourpolstern in großer farbauswahl und vielen instrumenten inkl. drehzahlmesser. auch waren die commodore fahrdynamisch überlegen, weil man bei mercedes in sachen motoren zwischen ende der 60er jahre und mitte der 80er jahre schlicht 15 jahre nichts im vier- und sechszylinderbereich gemacht hatte.

      insofern sehe ich keine guten, alten zeiten. man hat schon immer nur so viel gemacht, wie man gerade mußte. heute muß man mehr tun, weil die konkurrenz besser ist. für mich als mercedes-fahrer ist das gut.

    9. Rylex meint:
      24.September 2012 at 11:42

      Ich finde Daniel hat mit seiner Aussage genau den Punkt getroffen, den ich ansprechen wollte. Natürlich ist heute viel mehr möglich als früher! Natürlich ist der Fertigungsprozess fortschrittlicher – mehr Elektronik mit Firlefanz – und auch wirklich richtig geniale Technologie wie z.B. Distronic Plus. Früher wurde einfach anders entwickelt… viele Produkte waren ausgereifter, weil nicht einfach vorschnell auf den Markt geworfen. Dies trifft aber auch nicht auf alles zu… aber allgemein würde ich das so unterschreiben. In der heutigen Zeit, in der alles sofort und jetzt verfügbar sein soll und dazu noch alle 3-5 Jahre ein komplett neues Auto entstehen soll (wenn es nach den Kunden geht) ist einfach alles anders geworden!

      Die Materialien im Innenraum sind inzwischen ganz in Ordnung – aber es wird geschlampt bei billigen Schaltern und Tastern wie z.B. in der Mittelkonsole die Bedieneinheit oder die Fensterheber. So in meiner aktuellen C-Klasse FL (EZ Okt 2011).
      Eine Taste muss funktionieren, wenn man sie drückt. Tut sie das nicht dann passt was nicht. Aber inzwischen hat selbst meine Werkstatt eingesehen, dass die Tastenqualität wohl mangelhaft ist.

      Über das Design braucht man nicht streiten – das sieht jeder anders. Die runden Düsenjet-Lüftungsdüsen sind echt der letzte … ach lassen wir das. Leider kommt das wohl auch in der neuen C-Klasse 2014 oder 2015 oder wann auch immer. War auf den Erlkönig-Bildern schon zu sehen. Ich hoffe das ändert sich bzw. ist nicht ernst gemeint sonst könnt ich kotzen.

      Wie mehrzehdes schon schrieb, bin ich auch der Meinung: Die Konkurrenz schläft nicht. Vieles wird sich von alleine erledigen, weil man sonst zur Konkurrenz wechselt. Gute Angebote und gute Qualität gibt es heute bei mehreren Herstellern.

    10. pkwteile meint:
      24.September 2012 at 12:10

      Eine gute Idee wäre die eigne Betriebsrente zu kürzen. Grund für die schlechten Ergebnisse ist auch schlechts Management. MB ist nicht mehr konkurenzfähig.

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