• Neueste Fahrtests:

  • Letzte Kommentare:

    • AlexAus welchem Video stammen denn diese Screenshots? 22 Mai, 5:22
    • StefanGenau gesagt macht er scheinwerfer Design 21 Mai, 23:44
    • VmatzWirklich ein sehr schönes Auto. Was mich aber stören würde, ist der relativ kleine Kofferraum. Für eine Reiselimousine erscheint mir das zu wenig. 21 Mai, 21:33
    • HochofenScheinbar war der Kollege so gut, dass er jetzt bei BMW das Interieurdesign mitgestaltet. http://de.linkedin.com/pub/hussein-al-attar/32/40b/114 21 Mai, 21:33
    • FlorianGut, dass Ihr dagegen vorgeht, so ein Idiot sprengt nämlich jede blog-Kultur. Mir drängt sich immer mehr der Verdacht auf, dass es sich bei diesem... 21 Mai, 21:31
  • Bloggeramt.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de Ebuzzing - Top Blog - Automobil
  • « | Home | »

    Ein Designer muss immer ein wenig in der Zukunft leben: Peter Pfeiffer – Mercedes-Benz Chefdesigner 1999-2008

    von Philipp Deppe | 12.August 2012

    Peter Pfeiffer und Automobil-Design und hier ganz besonders Mercedes-Benz Design – das war keine von Anfang an schlüssig vorgezeichnete Geschichte. Die Annäherung an das Automobil-Design in Sindelfingen erfolgte in mehreren Stufen.

    Pfeiffers Designerleben bei Mercedes-Benz war zudem geprägt von zwei Paradigmenwechseln für das Entwerfen: Tonmodelle und Computer Aided Design (CAD) haben den Designprozess erheblich in Zeitablauf und unmittelbarer Kreativität beeinflusst.

    Peter Pfeiffer, der gebürtige Sudete und herangewachsene Franke, lebt die Pünktlichkeit der Preußen und deren Wahlspruch: Mehr sein als scheinen. Er stellt sich nicht in den Vordergrund, ihm geht es in erster Linie um die Sache. Und diese Sache wird für ihn geprägt durch die Erkenntnis: „Wenn ein Kunde vor einem
    Mercedes-Benz steht, soll er denken: Den will ich haben.“ Für Pfeiffer erschließt sich das Thema SL als Teilaspekt des Gesamtbildes Mercedes-Benz mit den Schwerpunkten Leistungsstärke, Leidenschaft und solide Langlebigkeit.

    Im Anschluss an die Vertreibung aus dem Sudetenland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs siedelt sich seine Familie in Franken an, im kleinen fränkischen Ort Schönbrunn in der Nähe von Staffelstein. Pfeiffer absolviert nach der Volksschule eine Ausbildung zum Porzellanmodelleur bei Alboth & Kaiser in Staffelstein und besucht nach dem Abschluss die Fachschule für Porzellan in Selb (Oberfranken).

    Während einer Studienfahrt zu den Ford-Werken in Köln erkundigt er sich beim damaligen dortigen Designchef Wesely P. Dahlberg nach einem Praktikumsplatz. Dahlberg, Vater des legendären Modells P 3 (Spitzname „Badewanne“), hatte in Köln eine Design-Revolution ausgelöst und ist gerade dabei, bei Ford eine Designabteilung aufzubauen. Er lässt Pfeiffer zur Probe einen Kotflügel modellieren, der gefällt. Dahlberg gibt Pfeiffer die erhoffte Chance, er kann sofort anfangen. Pfeiffer ist glücklich; sein Vater, ebenfalls in einer Porzellanfirma arbeitend, versteht allerdings die Welt nicht mehr.

    Der glückliche Pfeiffer zieht in die weite Welt nach Köln und bleibt dort fünf Jahre. Bereits 1967 erreicht ihn ein Lockruf, der letztendlich eine Ortsveränderung herbeiführt: Der ältere Josef Gallitzendörfer, ebenfalls Franke mit einer ähnlichen Porzellankarriere wie Pfeiffer, ist kurz zuvor von Ford zur damaligen Daimler-Benz AG in die neu eingerichtete Designabteilung, damals noch Stilistik genannt, nach Sindelfingen gewechselt. Ein Jahr lang widersteht Pfeiffer den Verlockungen aus Schwaben.

    Doch nach umfangreichen Auseinandersetzungen mit den Produkten von Mercedes-Benz und der Markengeschichte entschließt sich der Fünfundzwanzigjährige 1968 zu einem Wechsel dorthin – ein Wechsel, der sein letzter sein wird. In Sindelfingen kommt der junge Designer und Modelleur gerade in den Umbruch vom aufwendig herzustellenden Holzmodell zum Tonmodell, das schneller herzustellen ist und, ganz wichtig, kurzfristig Änderungen zulässt. Die Arbeit mit Ton, später Plastilin, wird von Gallitzendörfer vorangetrieben, der Pfeiffer zu seinem engen Mitarbeiter macht. Beide vereint die gemeinsame Arbeit und Erfahrung mit dem neuen gestalterischen Medium. Pfeiffers Fähigkeit, nicht im Gestern oder Heute, sondern im Morgen zu leben, ist damals bereits ausgeprägt. So vollzieht er auch ohne Brüche die zweite Revolution der gestalterischen Entwicklung vom Tonmodell zum Computermodell durch CAD (Computer Aided Design). Und es ist nur folgerichtig, dass er sich nicht nach alten Zeiten zurücksehnt. Für ihn muss der Designer eben in der Zukunft leben.

    Das bedeutet auf den SL der Baureihe R 230 bezogen, der 2001 unter seiner Designleitung vorgestellt wird, ein Fahrzeug zu gestalten, das bei größeren Abmessungen Eleganz, Markenidentität, Harmonie und Sportlichkeit unter einen Hut bringt, und dabei in der Urfassung ein sportliches Gesicht zu präsentieren, das sich sympathisch und bar jeder Agressivität dem Betrachter zeigt. Euphorische Kommentare begleiten die Neuerscheinung 2001 als den schönsten Mercedes-Benz seit Langem. Es ist ein Mercedes-Benz, von dem viele sagen, ob sie ihn sich nun leisten konnten oder nicht: „Den will ich haben.“ Und es ist ein Beweis für die gelungene Arbeit eines Teams, als dessen Teil sich Peter Pfeiffer stets betrachtet und dessen Chef und Richtliniengeber er als Chefdesigner zwischen 1999 und 2008 ist.

    Quelle: Daimler AG

    Facebook Like

    Eingehende Suchbegriffe zum Artikel:

    Themen: Historie | 14 Kommentare »

    14 Kommentare to “Ein Designer muss immer ein wenig in der Zukunft leben: Peter Pfeiffer – Mercedes-Benz Chefdesigner 1999-2008”

    1. Manuel Loth via Facebook meint:
      12.August 2012 at 04:18

      Sein Design war nicht so kurzlebig wie das von Gordon Wagener!

    2. Dominic meint:
      12.August 2012 at 22:29

      Sein Design war durchaus gut!
      Aber dem der expressiven der Mitbewerber unterlegen!
      Pfeiffer hat im übrigen auch die E-Klasse 212 gemacht, die eine sehr gründliche Überarbeitung wegen Erfolglosigkeit erhält! ;-)

    3. AMG Power meint:
      12.August 2012 at 22:46

      Also ich denke das Mercedes grundsätzlich die falschen Designer hat! Ich finde nicht das jeder Mercedes hässlich ist, aber manche sehen schon von Start aus etwas gewöhnungsbedürftig aus!? Ein großes Beispiel dafür ist grad die W212er, die hat mir schon von Anfang an nicht gefallen, viel zu klobig das Auto. Über Geschmack lässt sich natürlich streiten, aber ich glaube die anderen OEM´s haben da das bessere Händchen. Wobei die neuen bzw. die MOPF´s im Moment meinen Geschmack treffen.

    4. Rylex meint:
      12.August 2012 at 23:47

      Seine “alten” Design-Ideen gefallen mir deutlich besser als das, was derzeit bei Mercedes angeboten wird. Der Mercedes SL R230 (Design vor 2008) gehört zu den schönsten und zeitlosesten Autos überhaupt! Vor allem finde ich das neue Innenraumdesign gar nicht mehr ansprechend – also im Vergleich zu dem “alten” Design. Die Triebwerks-Luftdüsen gefallen mir persönlich gar nicht! Und ich denke auch, wenn das in noch mehr Autos Einzug hält, kann man das irgendwann gar nicht mehr sehen, weil es nichts mehr Besonderes ist.
      Selbst der jetzt ganz neue SL gefällt mir im Vergleich zum Vorgänger nicht wirklich.

    5. samy meint:
      12.August 2012 at 23:55

      die akuelle E-Klasse ist so hässlich vorallem seitlich und das kantige Heck und zum neuen SL auch nicht schön vorallem der Vorgäger war schöner! A & GLK-Klasse Facelift sind gut gelungen!!!

    6. Peter meint:
      13.August 2012 at 06:24

      Ich finde das aktuelle Design passend zur Marke im vergleich zu Mitbewerbern aus Ingolstadt, München oder anderswoher. Da muss man schon 2mal hinsehen um die unterschiedlichen Typen zu erkennen. Bei Mercedes hat jedes Modell noch Charakter, seine eigene Linie und unterscheidet sich im Gegensatz zum rundgelutschten Design der anderen. Aber es ist wie immer: man kann’s nicht allen recht machen.

    7. Stefan meint:
      13.August 2012 at 08:36

      sehr amüsant wie manche über Design urteilen…

    8. AMG Power meint:
      13.August 2012 at 09:08

      @Stefan, was ist da für dich amüsant? Nehmen wir das Bsp. Audi, vor 10 oder 15 Jahren hätte sich kein Mensch nach denen umgedreht, die Autos sahen einfach nach nichts aus (von Design keine Rede). Heute muss ich zugeben, sehen die schon schick aus, technisch zwar ein VW aber optisch gut gelungen. Und wo steht Audi heute, die verkaufen mittlerweile mehr Fahrzeuge wie der Daimler! Das sagt einiges! Ich möchte nicht sagen dass Audi alles richtig macht, aber der Daimler muss seine momentane Schwäche gut analysieren und dementsprechend Personal einstellen.

    9. Stefan meint:
      13.August 2012 at 10:17

      Ich habe nicht gesagt, dass ich das derzeitige Design von Mercedes befürworte – ganz im Gegenteil. Aber dennoch sind hier sehr viele Kommentare einfach unbegründet.
      Wer übrigens seinen eigenen “Geschmack” in die Beurteilung von Design miteinfließen lässt, der sollte es besser bleiben lassen.

    10. MM meint:
      13.August 2012 at 10:26

      also mir gefällt das 212er design echt gut, verstehe garnicht warum das hier so stark kritisiert wird. War natürlich am anfang schon bisschen gewöhnungsbedürftig, aber wie ich finde hat man der e klasse dadurch ein unverwechselbaren design gegeben.

    11. Schnattchen meint:
      13.August 2012 at 23:17

      Das Design des W212 ist für mich das beste, was derzeit in dieser Klasse rumfährt. Wenn man einen 212er im Rückspiegel sieht, ist da schon ein ‘Wow, ich lasse den mal vorbei’-Effekt bzw. man glotzt ständig wieder in den Spiegel, um sich an der coolen Front zu ergötzen. Selbst der ‘dicke’ Hintern ist Klasse, kein Konkurrent hat sowas markantes. Der BMW 5er hat mir zuerst gut gefallen, inzwischen finde ich ihn langweilig, ich wiederhole: langweilig! Über Audi braucht man eigentlich nichts mehr sagen, ich z.B. kann kein Statement über den aktuellen A6 abgeben, weil ich nicht weiß, welcher das ist.
      Den neuen SL habe ich letztens auf der Straße gesehen, er ist geil-auch hier hat die Konkurrenz meiner Meinung nach nichts vergleichbares, BMW nicht, Audi erst recht nicht.
      Noch schnell was zum SLS. Ich habe ihn mehrfach im Straßenverkehr bewundern können und wer auch diese Begegnung der besonderen Art hatte, wird nie mehr über Mercedes-Design negativ seiern. Dagegen wirkt Audis R8… ja also… eigentlich gar nicht! Ich finde, am Benz wird deswegen mehr rumgenörgelt als an anderen(falls das überhaupt so ist), weil die Erwartungen einfach viel größer sind.

    12. Hr.Schmidt meint:
      14.August 2012 at 07:34

      Es ist doch legitim, dass man auflistet wieviel E- Klassen man verkauft hat. VW hat uns auch jahrelang mit Golf- und Käferzahlen am Leben in Wolfsburg teilnehmen lassen. Zufriedenheitsabfragen durch unabhängige Institute zeigen die hohe Zufriedenheit mit der E- Klasse. Das Design z.B. des T- Modells ist meiner Meinung nach immer noch aktuell. Auch wenn die hier immer wieder auftauchenden Provokatuere gerne hätten dass Audi oder unsere Freunde von BMW vor uns sind, sind sie aber nicht. Nach wie vor ist der Stern vorn, wenn auch in den Augen mancher nur an der Karosserie.

    13. melaw meint:
      14.August 2012 at 10:50

      Im Gegensatz zu Audi und BMW sieht man einem Benz das Modell an. Dieser Fakt ist über Geschmäcker erhaben. Abgesehen vom GLK gefallen mir z.Z. auch alle Mercedes-PKW sehr gut.

    14. Fuenfkommasechs meint:
      14.August 2012 at 13:46

      Ich stelle mir diesen Beruf als Designchef eines Automobilkonzernz – zumal von Daimler – als den härtesten der Republik vor. Noch härter als der des Fußball-Bundestrainers. Mit dem hat er immerhin gemein, daß es grundsätzlich 80 Millionen andere besser wissen als er.
      Hut ab, wenn man dann – wie bei Herrn Prof. Peter Pfeiffer überwiegend der Fall – auf einige großartige Schöpfungen zurückblicken kann, die sich immer noch nicht überlebt haben. Dazu gehören sicher der Mopf I R230 und insbesondere der Mopf 211, der sowohl als Droschke, als auch als eleganter Businessliner oder sogar als Sportlimousine funktioniert und noch heute einigermaßen frisch wirkt.