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    Martyrium für die Motoren der neuen A-Klasse

    von Philipp Deppe | 18.Juni 2012

    Bevor die neuen Motoren der A-Klasse für die Dauerlauf-Tests auf die Straße kommen, haben sie bereits ein torturenreiches Vorleben hinter sich – zum Beispiel auf den Motorprüfständen im Untertürkheimer Prüfstandshaus.

    In dem imposanten Gebäude in Untertürkheim sind auf drei Stockwerken jeweils 24 hochmoderne Motorprüfstände installiert. Die insgesamt 72 Prüfstände sind Tag und Nacht an 365 Tagen im Jahr in Betrieb.

    Auf den Prüfständen lassen sich die unterschiedlichsten Straßen- und Lastsituationen simulieren, um alle denkbar möglichen Einsatzzwecke abzubilden wie etwa Heiß- und Kaltstart, Stop-and-Go und Dauerläufe unter den unterschiedlichsten Bedingungen. Selbst steile Bergfahrten werden im Labor nachgestellt: Auf einem sogenannten Schwenkprüfstand werden die Motoren bis zu 40 Grad gekippt, um die Belastung zum Beispiel des Ölkreislaufs zu kontrollieren.

    Die Motoren der verschiedenen Entwicklungsstufen werden einem zeitgerafften Stresstest unterzogen. „Dabei werden Belastungen simuliert, wie sie kein Kunde erreicht“, erläutert Thomas Uhr, verantwortlich für die Werkstätten des Mercedes-Benz Entwicklungszentrums und das Prüffeld Powertrain. Die Prüfstand-Programme haben eine Laufzeit von 500 bis zu 2.400 Stunden, sowohl mit vielen hohen Volllast- als auch niedrigen Teillastanteilen. Unter Volllast werden das thermische Verhalten und die Haltbarkeit von Bauteilen geprüft. Aber auch besonders geringe Belastungen können zu einem Martyrium für den Motor werden, Stichwort Motoröl-Schwarzschlamm. Hinzu kommen große Belastungen wie die starke Abkühlung der Kühlwassers innerhalb von maximal 60 Sekunden von 110 °C auf ca. 25 °C und das schnelle Hochfahren des Motors unter Volllast auf Nenndrehzahl bei kaltem Kühlmittel. Thomas Uhr: „Wir erproben unsere Motoren intensiver als jeder andere Hersteller.“

    Insgesamt über 25.000 Stunden absolvierte beispielsweise allein der neue Diesel OM 607 auf den Motorprüfständen, bevor er die Freigabe für den Einsatz in der A-Klasse erhielt.

    Die von den Versuchsmotoren erzeugte Energie wird möglichst vollständig zurückgewonnen. Das Vollmotorenprüffeld in Untertürkheim ist als Heizkraftwerk im Sinne der Kraft-Wärme-Kopplung zertifiziert: Denn zur Leistungsabnahme der Motoren werden ausschließlich aktive Maschinen eingesetzt. Die Leistung der Motoren wird nicht wie im Fahrzeug für die Fortbewegung in Längsrichtung genutzt, sondern in elektrische Energie gewandelt und in das Stromnetz zurückgespeist.

    Neben der Dauerhaltbarkeit der Aggregate sind Verbrauch- und Abgasverhalten sowie die Fahrbarkeit im Zusammenspiel zwischen Motor, Getriebe und Fahrzeug die wesentlichen Entwicklungsziele, die unendlich
    viel Feinarbeit zunächst auf Rollenprüfständen, später in der Fahrerprobung auf der Straße erfordern.

    Quelle: Daimler AG

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    6 Kommentare to “Martyrium für die Motoren der neuen A-Klasse”

    1. Rylex meint:
      18.Juni 2012 at 11:39

      Eben – und genau deswegen möchte ich keinen Renault-Motor in einem Mercedes! Ein Mercedes als deutsches Auto verdient einen deutschen Motor! Aber leider ist es ja heute modern, dass wenn man das Wort “deutsch” zu oft in den Mund nimmt, man gleich in die “rechte” Ecke geschoben wird. Audi z.B. baut viele Motoren wohl in Ungarn – das wäre für mich ein absolutes No-Go.

    2. Stefan meint:
      18.Juni 2012 at 13:47

      Ich finde es erbärmlich, dass wir deutschen überhaupt nicht mehr patriotisch sein können, denn wie du schon sagst, ist man gleich “rechts” wenn man mal zuviel “Flagge zeigt”.

      Ich persönlich kaufe mit Stolz deutsche Produkte und schätze unsere intelligente Arbeit noch so lange wie möglich, denn lange dauert es nicht mehr bis die Politik unser Land und unseren Ruf zerstört hat.

    3. Otti meint:
      18.Juni 2012 at 14:09

      @ Stefan, es ist nicht die deutsche Politik die daran Schuld ist, sondern der Verbraucher!

    4. Felix meint:
      18.Juni 2012 at 14:42

      ich will dem nicht widersprechen, aber:

      “Insgesamt über 25.000 Stunden absolvierte beispielsweise allein der neue Diesel OM 607 auf den Motorprüfständen, bevor er die Freigabe für den Einsatz in der A-Klasse erhielt.”

      => das ist der “Renault-Diesel”…

    5. elias meint:
      18.Juni 2012 at 20:01

      @ Otti: Sehr richtig. Ansonsten als kleiner Wink für die Moderatoren:

      http://www.daimler.com/unternehmen/corporate-governance/compliance

    6. Das Ender einer Klasse : Mercedes A-Klasse W176 meint:
      28.Juni 2012 at 23:19

      [...] zur Qualität empfehle ich das HIER [...]