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    Offene Ausfahrt mit 650.000 Euro: Testfahrt im Mercedes-Benz 300 SL Roadster

    von Markus Jordan | 29.Mai 2012

    Spazierenfahren in der Sonne, – offen – und dabei noch runde 650.000 Euro an Wert dabei ist wohl… selten – Fahrer eines entsprechend restaurierten Mercedes-Benz 300 SL Roadsters können das jedoch problemlos. Wir testeten das Fahrzeug vor einigen Tagen im sonnigen Spanien – im Rahmen einer kurzen Ausfahrt zum Hafen von Marbella.

    Die offene Variante des legendäre Flügeltürer kam im Jahre 1957 erstmals auf den Markt – intern W 198 II genannt – und bot dazumal in seiner Klasse der Hochleistungssportwagen offenes Fahren, wenn auch mit rund 100 Kilogramm Mehrgewicht. Mit 215 PS (158 kW) war – und ist – der Roadster durchaus gut motorisiert. Der Roadster bietet nicht nur einen bequemeren Einstieg, die Hinterachse wurde zur Eingelenk-Pendelachse mit Ausgleichsfeder umgerüstet, – so das das der offene Roadster nicht nur verbesserte Fahreigenschaften und erhöhten Komfort bietet.

    Es ist durchaus eine Ehre, einen 300 SL Roadster aus der werkseigenen Sammlung von Mercedes-Benz Classic fahren zu dürfen – und würden wir jederzeit wieder tun. Unser Fahrtest geht durch Spanien, genauer durch die Hafenstadt Marbella – eine ideale Umgebung für den Klassiker.

    Schon beim Einstieg und den ersten Leerlauf des Fahrzeuges merken wir den “alten Benzinduft”, was ältere Fahrzeuge gerne noch verbreiten. Das Fahrzeug hat im bereitgestellten Erhaltungszustand einen aktuellen Wert von rund 650.000 Euro, – durchaus das bislang wertvollste Fahrzeug, welches wir bislang bewegt haben – und genauso auffällig auch am Hafen in Marbella. Kaum geparkt, stehen mehre Personen um das Fahrzeug, um den edlen Wagen zu bestaunen. Aufmerksamkeit bekommt man im SL weiterhin, – wohl heutzutage noch mehr, als dazumal.

    Das Fahrzeug mit der dazumal bereits serienmäßigen Lederausstattung und seinen manuellen Stoffverdeck fährt sich, trotz seines Alters, unproblematisch. Faszination macht sich bereits beim Türgriff breit, der hier schon – scheinbar aus aerodynamischen Gründen – größtenteils in der Karosserie verschwindet, und “aufgeklappt” werden kann. Im Hauptblickfeld des Fahrers liegen Drehzahlmesser und Tachometer. Die Motorleistung mit 215 PS ist ausreichend, der Abzug ist sogar ausgesprochen gut – an Leistungsverlust zwecks des Alters ist rein gar nichts zu spüren. Man kann regelrecht spüren, wie das Fahrzeug – das dazumal schon eine Faszination verbreitete – regelrecht gut auf der Straße liegend nach Kilometern schreit , – lediglich die fehlende Servelenkung trübt heutzutage – hauptsächlich beim rangieren – ein wenig den Fahrspaß.

    Eine Umgewöhnung ist die Handbremse, die sich mittig unterhalb des Armaturenbrettes befindet – aber typisch klassisch ist. Die Schaltung selbst ist in wenigen Minuten gut zu handhaben, nachdem man zumindest jeden Gang einmal durchprobiert hat. Lediglich die Frage nach den Rückwärtsgang – wohl obligatorisch – und die Art des Anlassens mussten wir stellen.

    Schon dazumal äußerte sich die Presse über das Fahrzeug mehr als lobend – und auch uns hat die Ausfahrt mit den Fahrzeug fasziniert. Der 300 SL Roadster, – er verströmt nach seiner ersten Vorstellung in den 1950er Jahren immer noch die Faszination, – “ja, er kann es immer noch”. Eine Ikone auf Rädern, dabei ist es egal, ob mit oder ohne Flügeltüren. SLS fahren kann man wohl öfters, die Faszination Mercedes lebt im klassischen 300 SL Roadster…

    Technische Daten:

    - M-198-Reihensechszylinder, 2996cm3, 215 PS bei 5800/min
    - 4-Gang Schultgetriebe, Antrieb auf Hinterräder
    - 1-Scheiben Trockenkupplung
    - 1420 kg Wagengewicht, 11,5 Meter Wendekreis
    - Reifen: 6,50-15 Supersport 185VR15
    - Bremsen: hydraulisch mit Unterdruck-Bremskraftverstärker, Trommel-Duplexbremsen

    Bilder: MBpassion.de

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    Themen: Classic, Fahrtest | 13 Kommentare »

    13 Kommentare to “Offene Ausfahrt mit 650.000 Euro: Testfahrt im Mercedes-Benz 300 SL Roadster”

    1. Dreikommanull meint:
      29.Mai 2012 at 08:03

      Sehr schöner Test, Danke.
      Hoffentlich bekomme ich so einen auch mal für eine Ausfahrt in die Finger… oder gleich einen SSK… :D

    2. Markus Jordan meint:
      29.Mai 2012 at 08:47

      @dreikommanull: Ein SSK kostet “minimal” mehr,…ist aber erheblich schwerer zu fahren (da lieber nochmals nen 300 SL Roadster ..

    3. Winnetou Koslovski via Facebook meint:
      29.Mai 2012 at 09:07

      Richtig guter Test und tolle Fotos !
      Ein Test mit der roten Sau (original AMG Nachbau) wäre auch noch ne Idee ;-)

    4. Stefan meint:
      29.Mai 2012 at 09:15

      Ich beneide euch! Die Möglichkeit so ein wunderbares Auto zu fahren hat man nicht allzu oft!

    5. Markus Jordan meint:
      29.Mai 2012 at 09:35

      @stefan: Eigentlich war das nicht geplant, – ich wurde regelrecht gezwungen, in den roten 300 SL einzusteigen… geplant war das von mir nicht…. ich wollte eigentlich nur den neuen SL in Marbella fahren…den dafür intensiver.

      Ich bin schon viele Autos von Mercedes-Benz gefahren, – manchmal sind die Klassiker auch nicht einfach zu handhaben. Den Roadster hier könnte man fast als Alltagsfahrzeug bewegen, – wenn er nicht so ungünstig im Preis liegen würde… :)

      Der Roadster macht mehr Spaß, als das Coupé….auch wenn die Flügeltüren fehlen…

    6. Roman meint:
      29.Mai 2012 at 11:00

      Ich beneide Dich um dieses Fahrerlebnis!

    7. Achim meint:
      29.Mai 2012 at 12:36

      Mein absoluter Traum-Mercedes!

    8. Markus Jordan meint:
      29.Mai 2012 at 13:56

      @Achim: Meiner auch. Schon allein der Duft aus´n Auspuff ..

    9. Achim meint:
      29.Mai 2012 at 17:57

      Stimmt, alte Autos riechen anders. Der ist aber alleine von der Form her schlicht und einfach der perfekte Mercedes! Es wird nie wieder so einen geben, die heutigen Normen und Materialien geben es nicht mehr her. Er wird immer DAS Auto bleiben.

    10. Roman meint:
      29.Mai 2012 at 21:39

      Jetzt aber mal noch eine Frage:
      Wie ist das, wenn man so eine Rarität bewegt? Ich hätte durchaus Angst, dass irgendwas an den Wagen kommt, da muss man ja übervorsichtig unterwegs sein, oder?

      Ich meine, das ist ja kein ‘normaler’ Vorführwagen, wie man sie des öfteren fährt, sondern schon was besonderes. Und schon normale Vorführer behandel ich wie meinen eigenen Augapfel ;)

    11. Markus Jordan meint:
      29.Mai 2012 at 21:50

      @roman: Danke für Deine Nachfrage -will ich Dir auch gerne beantworten, – soweit mir das möglich ist. Grundsätzlich behandel ich eine solche Rarität genauso, wie alle anderen Testfahrzeuge, die ich in die Hände bekomme – d.h. ich fahr das Teil genauso wie ich den SLS AMG E-CELL, den es nur einmal gibt , gefahren habe – oder aber eine neue B-Klasse W246 – von denen es massig gibt: Mit größter Vorsicht, – mit lieber einmal mehr rangiert – als einmal zu wenig – und mit Abstellen des Fahrzeuges mit extrem viel Platz auf den Seiten, – ansonsten fahr ich weiter. Ganz klar: bestimmte Autos kann man dabei gar nicht aus den Auge lassen….und auch nicht alleine: der 300 SL Roadster ist einer davon.

      Das Fahrzeug selbst hatte einen GPS-Peilsender von Mercedes-Benz Classic an Bord, – da die Leute vom Classic-Center gerne wissen möchten, wo Ihre Schätze aktuell sind..aber da auch nur für den Fall der Fälle, das Hilfe benötigt wird. Das Auto selbst verlasse ich nur, um Fotos in maximal 5-10 Meter Entfernung zu machen…dabei steckt der Schlüssel in meiner Tasche und ich hab jederzeit Blickkontakt.

      Ich hab den 300 SL gehandelt, ob ob es mein Auto wäre…eigentlich noch mehr als das: extremst vorsichtig,..jedoch hab ich auch mal ordentlich das Gaspedal durchgedrückt..das muss das Ding auch mal (sachte) abkönnen. Ein wenig verwundert ist man, das man das Fahrzeug in die Hand gedrückt bekommt…und dann eine Stunde damit verschwinden kann. Aber die Classic-Leute wissen, wen sie die Schlüssel in die Hand drücken…und jeder bekommt das Teil auch nicht..definitiv.

      Nebenbei bemerkt,..ich wollte das Auto eigentlich gar nicht fahren…ich hatte früh morgens eigentlich gar keine Lust. Die Geschichte drumrum: Reinhold Deisenhofer, ehemals N24-Moderator stand früh neben mir, – und meinte, ich soll jetzt meine Tasche in den Roadster werfen….weil wir jetzt zusammen ne Tour zum Hafen machen…. “Oder meinst Du, man kann alleine Fotos bei der Fahrt machen?” – da hatte Reinhold Recht,…und hat mir den richtigen Schubs in die richtige Richtung gegeben. So stand ich mit Reinhold früh am Hafen, – hab in Marbella einige Fotos bei der Fahrt gemacht (Fahrbilder hat zb.B. Reinhold Deisenhofer für mich hier gemacht) – und am Ende kam noch Jan Stecker hinzu, den wir dann auch noch schnell in einen anderen Auto fotografierten. Klingt komisch, – es ware eine ungezwungene Atmosphäre… die Geschichten, wie die Storys vor Ort eigentlich abgingen, glaubt aber oft danach keiner mehr. Danke trotzdem an Reinhold für die Bilder :)

    12. Roman meint:
      30.Mai 2012 at 09:23

      @Markus:
      Klingt ja nach einem mehr als interessanten Tag für Euch.
      Die Gelegenheit einen solchen Klassiker zu fahren hat ma selten oder gar nie.
      Man liest im Text deutlich raus, dass der SL mächtig Eindruck hinterlassen hat, ein Stück fahrende Geschichte eben :)

    13. Markus Jordan meint:
      30.Mai 2012 at 10:08

      @roman: Hat er… steht ein SLS und ein 300 SL Roadster herum… ich wähle den älteren….