• Neueste Fahrtests:

  • Letzte Kommentare:

    • Markus JordanNein, der A45 AMG hat seine Markteinführung in Deutschland erst im Juni 2013. genauer: 14.06.2013 19 Mai, 21:01
    • EKlassefahrerKann man den A45 eigentlich schon Probefahren ? 19 Mai, 20:54
    • Markus JordanDetails und Videos zum Fahrwerk haben wir hier: http://blog.mercedes-benz-passion.com/2013/05/magic-body-control-mbc-details-zur-funktion/ 19 Mai, 20:46
    • iAMGDer erste 4-Zylinder AMG ist das auch nicht! :P http://www.elchfans.de/aklasse_w168/a38_amg.php?st=1&um=4 Du konntest damals schon über die Niederlassungen Fahrzeuge beziehen die vorher zu Besuch bei AMG... 19 Mai, 20:35
    • Markus Jordan@christopher: Wir starten das erst im Juni 2013, da die Modelle aktuell noch nicht produziert werden. Dann werden wir es ankündigen, - natürlich hier. 19 Mai, 19:50
  • Bloggeramt.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de Ebuzzing - Top Blog - Automobil
  • « | Home | »

    Das neue Produktionswerk der Daimler AG in Oragadam-Chennai: BharatBenz LKW für Indien aus Indien!

    von Philipp Deppe | 23.April 2012

    Mit einer großen Feierstunde wurde in der letzten Woche das neuste LKW Produktionswerk der Daimler AG im indischen Oragadam-Chennai offiziell eröffnet.

    Das moderne Produktionswerk der Daimler India Commercial Vehicles, eine hundertprozentige Daimler Tochtergesellschaft, wurde in nur 24 Monaten fertiggestellt. Auf der Großbaustelle arbeiteten pro Tag durchschnittlich 2.500 Arbeiter, die auf dem etwa 160 ha großen Gelände in rund einer Million Arbeitsstunden nicht nur die Produktionshallen, – sondern auch ein komplettes Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie eine hochmoderner Teststrecke errichteten. Für das Projekt und den Standort wurde eine Gesamtsumme von 700 Millionen Euro investiert.

    Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche eröffnete in einer feierlichen Zeremonie gemeinsam mit Selvi J. Jayalalithaa, der Ministerpräsidentin des Bundesstaates Tamil Nadu, – und Daimler-Trucks Chef Andreas Rentschler sowie Marc Llistosella (Geschäftsführer von Daimler India Commercial Vehicles) den neuen Standort in Südindien.

    Um zu verstehen, was es heißt, LKW in Indien für Indien zu produzieren und welche Gründe für Daimler entscheidend waren einen nahezu komplett neuen Markt zu erschließen, ist ein Blick in die Vergangenheit und Gegenwart notwendig: Hier ist zum einen der Markenname: BharatBenz. Bharat und Benz, zwei Begriffe die so ziemlich jeder in Indien kennt und damit bereits eine gute Basis für die neue Marke bieten.

    Doch dahinter steckt noch mehr: BharatBenz, was übersetzt von Hindi ganz simpel „Indien-Benz“ heißt, hat seine ersten Wurzeln im Jahr 1954. Damals baute Mercedes-Benz zusammen mit dem lokalen Hersteller Tata die ersten LKW in Indien für den indischen Markt. Aktuell spielt Daimler allerdings keine große Rolle auf dem indischen LKW Markt – immerhin momentan der drittgrößte LKW Markt weltweit. Lediglich der Actros wird seit 2007 nach Indien exportiert – dort aber nur für die Arbeit in Minen eingesetzt. Die Masse wird aktuell von Tata sowie Ashok Leyland und Eicher dominiert. Mit den neuen leichten, mittelschweren und schweren BharatBenz LKW soll sich dieses in den kommenden Jahren aber gewaltig verändern.

    Sieht man sich aktuell auf den Straßen in Indien um, fällt eines sofort ins Auge: Die zurzeit gefahrenen Nutzfahrzeuge der Marken Tata, Ashok Leyland und Eicher wirken wie aus einem anderen Jahrhundert, sind teils noch mit Holz-Fahrerkabinen ausgerüstet und in einem allgemein sehr schlechten, rückständigen Zustand. Wie fast überall auf der Welt, sind auch die Indischen Trucker täglich viele hunderte Kilometer auf den Straßen unterwegs um Ware auszuliefern. Mit Blick auf das Arbeitsgerät ein wahrlicher Knochenjob!

    Komplett anders dagegen: die neuen BharatBenz. Sie wirken im Vergleich ultramodern und stehen sowohl für hervorragende Qualität als auch für besonders moderne Technik und Langlebigkeit. Umso logischer und konsequenter ist es daher, diesen Markt – samt großem Wachstumspotenzial – zu erschließen. Die neuen LKWs der Marke BharatBenz werden im Segment von 6 bis 49 Tonnen angeboten und bieten damit eine breite und umfassende Einsatzpalette ab. Bis 2014 wird es insgesamt 17 verschiedene BharatBenz mit einer Leistung zwischen 109 und 170 PS bei den leichten und mittelschweren sowie zwischen 231 und 279 PS bei den schweren Nutzfahrzeugen geben. Die ersten Fahrzeuge „Made in India“ werden ab dem dritten Quartal das neue Werk verlassen.

    Die leichten und mittelschweren Modelle basieren auf der Fuso Canter Baureihe. Bei den schweren LKWs ist der Mercedes-Benz Axor die Basis. Die komplette Produktfamilie von BharatBenz wurde komplett an den indischen Markt und deren Bedingungen und Bedürfnisse angepasst, so dass sie mit der Basis (Axor/Canter) nur bedingt Gemeinsamkeiten haben. Die komplette Forschung und Entwicklung der BharatBenz Trucks findet ausschließlich in Indien, in Oragadam-Chennai statt – mit indischen Ingenieuren und Mitarbeitern.

    Wie wichtig die lokale Entwicklung ist, zeigt sich zum Beispiel an folgendem Punkt: Zu Beginn der Entwicklungsphase hatte die Ingenieure ziemlich unerwartet festgestellt, dass das sogenannte „Motor-Mapping“, also die Software zur Steuerung des Motors, anders programmiert werden muss, da bei Testfahrten mit indischen Truckern ein extrem hoher Kraftstoffverbrauch gemessen wurde. Rasch wurde das Mapping geändert und die Verbräuche gingen auf den üblichen Rahmen zurück. Doch das war natürlich nicht alles: so wurden viele weitere Punkte speziell für Indien angepasst und leicht geändert, darunter beispielsweise auch Optimierungen an der Rahmenstruktur für eine höhere Belastbarkeit und Langlebigkeit der LKW.

    Insgesamt wurden mit den neuen BharatBenz LKW 4,5 Millionen Testkilometer auf der hauseigenen Teststrecke im Werk in Oragadam-Chennai zurückgelegt. Die Teststrecke hat zwei unterschiedliche Bahnen. Die dreispurige äußere Bahn ist in Summe 1,55 Kilometer lang. Sie ist speziell für den Test des Antriebstrangs und der Fahrgeräusche ausgelegt. Die zweispurige innere Bahn hat eine Länge von 1,16 Kilometern und ist mit verschiedenen indienspezifischen Schlechtwegmustern ausgestattet. Sie bietet spezielle Testmöglichkeiten wie Wasserdurchfahrt, Staubstrecke und Schlechtwegstrecke.

    Am Ende dieser langen Prozesskette steht nun das fertige Produkt: LKW der Marke BharatBenz, bereit für den indischen Markt und die indischen Kunden! Aktuell sind im Werk 1.400 Mitarbeiter beschäftigt, die Zahl der Belegschaft soll aber in den folgenden Monaten weiter erhöht werden. Das neue Daimler Werk ist eines von drei Lkw-Werken weltweit, in denen die Lkw-Montage und die Aggregate-Produktion an einem Standort zusammengefasst sind. Das moderne Werk in Südindien wurde von Grund auf komplett auf eine Produktion mit geringen Kosten ausgelegt. Bis zu 85 Prozent der Teile stammen von über 450 indischen Zulieferern. Der restliche Anteil – zumeist Kleinteile – kommen aus dem fernen Europa. Das neue Werk, ist auf eine jährliche Produktionskapazität von maximal 36.000 Einheiten ausgelegt, kann aber bei entsprechender Nachfrage auch auf bis zu 70.000 Einheiten erhöht/erweitert werden. Die Produktion wird schrittweise hochgefahren.

    Mit einer Fläche – so groß ist wie etwa 90 Cricketfelder, ist das neue Werk in Indien das drittgrößte Daimler LKW-Werk außerhalb Deutschlands. Zusammengerechnet gut 10,5 Kilometer Straßennetz sind über das Werksgelände gespannt. Die Produktion der BharatBenz LKW erfolgt zu 90% nach dem aus den anderen LKW-Werken bekannten Daimler Truck Operating System – kurz TOS.

    Startschuss eines jeden neuen BharatBenz ist der Rohbau: Auf einer gemeinsamen Linie werden alle Arten von Fahrerhäusern, sowohl für die leichten als auch für die mittelschweren und schweren LKW montiert. Etwa 80 Prozent der Pressteile kommen hierbei, aus dem nahegelegenen Industriepark. Er ist direkt auf dem Werksgelände angesiedelt und umfasst aktuell zwei Firmen: Die Firma MS Autotech, welche Blechteile produziert und als weitere Firma die KLT-India, welche die Rahmen für die LKWs fertigt.

    Nach dem Rohbau und der Lackierung, wandern die Fahrerkabinen über einen direkten Transportweg in die Endmontage-Halle. Die Endmontage ist in mehre Fertigungslinien aufgeteilt. So gibt es dort zwei seitliche Linien – je eine für die leichten und eine für die schweren LKW –für die Ausrüstung und Ausstattung der Fahrerhauskabinen. Parallel erfolgt auf einer weiteren extra Fertigungslinie die Motoren- und Getriebe-Vormontage. Auf der Hauptlinie beginnt die Arbeit mit der Vorbereitung des Rahmens eines jeden künftigen BharatBenz. Später folgen seitlich von der Vormontage-Linie die Motoren und Getriebe sowie die Fahrerhauskabine. Für einen kleinen/leichten BharatBenz LKW müssen beispielsweise 1.200 Teilen in der Montage verarbeitet werden, erst dann steht am Ende das fertige Produkt bereit um ausgeliefert werden zu können.

    Auch an die Zeit danach, also wenn die BharatBenz Trucks in Kundenhand und im täglichen Einsatz sind, hat Daimler India Commercial Vehicles gedacht. Neben dem neuen Werk in Oragadam-Chennai, wird in Zusammenarbeit mit lokalen Händlern in ganz Indien ein Händlernetz aufgebaut. In der ersten Phase, soll das Händlernetz bis zum Jahresende rund 70 Standorte umfassen. Die ausgesuchten Betriebe wurden strengen Qualitätsprüfungen unterzogen um dem hohen Standard seitens Daimler India Commercial Vehicles gerecht zu werden. Bis 2014so sind die Planungen, soll das Händlernetz dann auf ganz Indien ausgeweitet und damit auf etwa 110 Vertriebsstandorte landesweit kommen. Jeder Standort wird einen 24/7 Service inklusive mobilem Roadservice, modernste Werkstattausrüstung und kurze Standzeiten in der Werkstatt bieten können. Das Training und die Ausbildung der Mitarbeiter in den Betrieben des Händlernetzes, hat bereits Ende 2011 begonnen und wird kontinuierlich fortgesetzt.

    Betrachtet man das komplette Paket von BharatBenz LKWs welche im neuen Werk vor Ort in Indien für Indien gebaut werden, sowie das in den kommenden Jahren immer weiter wachsende Händlernetz, so bietet Daimler India Commercial Vehicles seinen zukünftigen Kunden ein ausgesprochen stimmiges und überzeugendes Produkt an. Die BharatBenz LKWs punkten mit einer guten Wirtschaftlichkeit. Dazu zählen ein im Vergleich zu den Mitbewerbern um etwa 10 Prozent niedriger Kraftstoffverbrauch, die deutlich längere Lebensdauer der LKWs sowie die im Vergleich zur Konkurrenz klar längeren Service/Wartungs-Intervalle. Nicht zuletzt überzeugen die BharatBenz LKWs aber auch durch ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Laut Aussage von Daimler India Commercial Vehicles Geschäftsführer Marc Llistosella, soll der Einstiegspreis bei etwa 25.000 bis 28.000 Euro und das obere Preissegment bei rund 50.000 bis 60.000 Euro liegen. Eine klare Ansage an die Konkurrenz um Tata, Ashok Leyland und Eicher!

    Bilder: MB Passion

    Facebook Like

    Eingehende Suchbegriffe zum Artikel:

    Themen: LKW | Kommentare deaktiviert

    Kommentare geschlossen.