Ende Dezember 2011 war es soweit in Stuttgart: Auf der Einfahrbahn, in der Nähe des Mercedes-Benz Museums in Untertürkheim drehte der frisch restaurierte , – älteste noch vorhandene, SL seine ersten neuen Runden.

Ganze 9 Monate hat die Classic-Abteilung von Mercedes-Benz benötigt, zahllose Einzelteile des Flügeltürers aufzubereiten und wieder zusammenzubauen. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Mercedes-Benz SL soll in Detroit auf der Detroit Motor Show (NAIAS 2012) – parallel zur neuesten SL-Generation – , der älteste noch existierende SL in neuen Glanz über die Bühne rollen.

Das Fahrzeug selbst gehört zu den SL-Prototypen, die 1952 für den Einsatz im Motorsport gebaut worden, – einer von 11, wovon noch 4 im Besitz der Daimler AG sind. Der Wagen mit der Fahrgestellnummer 2 hat dabei eine Besonderheit: Fahrer und Beifahrer müssen durch winzige Flügelklappen, über die breiten Karosserieflanken einsteigen. Erst spätere Modelle bekamen größere Flügel verpasst.

Das Fahrzeug mit der „Nr.2“ in der Fahrgestellnummer wurde nie bei einem Rennen eingesetzt, – und war bei Veranstaltungen immer als Trainings-, oder Ersatzfahrzeug dabei. Ende der 90er Jahre wurde das Fahrzeug zerlegt und die Einzelteile gut konserviert. 90 % der Karosserie sind Original, die Windschutzscheibe aus Plexiglas musste neu angefertigt werden – sogar vom Plexiglas-Spezialisten Kienzle, wie dazumal. Der Stoffbezug über Armaturentafel und Dachhimmel wurden gereinigt, Teile des Sitzbezuges konnten ebenso wiederverwendet werden. Originale Schrauben mit Patina wurden verwendet, soweit es unter den Sicherheitsaspekten ging. Der Motor blieb vollkommen Original: wie im Jahre 1952 hat der 6-Zylinder weiter seine 170 PS behalten.

Die Testfahrt ging über rund 30 Kilometer, – danach wurde das Fahrzeug für die Fahrzeugmesse nach Detroit verladen. Die Fahrgestellnummer „1“ wurde dazumal übrigens verschrottet.

Bild: Daimler AG