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    Der ML 350 BlueTEC 4MATIC im Fahrtest rund um Kitzbühel – On und Offroad eine Klasse für sich…

    von Philipp Deppe | 5.September 2011

    Umfassend weiterentwickelt, präsentiert sich die dritte Generation der M-Klasse. Neben ausgezeichneten Onroad-Eigenschaften, soll das Premium-SUV noch mehr denn je im Offroad-Terrain überzeugen.

    Mehr als ein Grund also, sich selbst einmal von den Allround-Talenten der M-Klasse im Fahrtest, zu überzeugen. Wir haben das, zwei Tage mit einem ML 350 BlueTEC 4MATIC rund um Kitzbühel in den Tiroler Alpen getan.

    Das Design, mit einer charaktervoll gestalteten Karosserie ist eine klare Weiterentwicklung des SUV-Konzepts und trägt dazu bei, dass die Baureihe W166 sofort als M-Klasse erkennbar ist. In der Frontansicht dominieren die kraftvoll gestaltete drei Lamellen Kühlermaske mit Zentralstern und der Frontstoßfänger mit seinem großflächigen Unterschutz in Chromoptik. Unser Testfahrzeug ist mit dem optionalen AMG Sport-Paket ausgestaltet. Damit wirkt die Front noch eine Spur sportlicher und dynamischer als im Vergleich zur Serienoptik.

    Die Frontansicht der M-Klasse ist stimmig. Wir hatten das Licht-Paket mit Bi-Xenon Scheinwerfern und Intelligent Light System sowie Positionslicht und Blinker als geschwungene Lichtleiste in LED-Technik an Bord. Damit wirkt die M-Klasse besonders exklusiv. Lediglich die Scheinwerfer könnten unserer Meinung nach etwas größer in der Form und gern auch ein bisschen kantiger daher kommen. Sie machen ein bisschen den Eindruck als würden sie in der großen und kraftvollen Frontansicht untergehen. Serienmäßig sind in der neuen M-Klasse Halogenscheinwerfer mit Projektionsmodul für das Abblendlicht und Reflektor für Fernlicht sowie Positionslicht verbaut.

    In der Seitenansicht unterstreicht eine gestreckte Linienführung, die das Fahrzeug optisch in Spannung versetzt, die Onroad-Betonung der M-Klasse, dessen kompakte Proportionen über einen großen Radstand und kurze Überhänge definiert werden. Die hohe Bordkante mit einem Zierstab in Chromoptik unterstreicht dabei, die Linienführung der Karosserie. Zusätzlich sorgt die leicht nach hinten abgesenkte Dachlinie für eine insgesamt sportliche Silhouette. Dank der optionalen 20″-AMG Leichtmetallräder im 5-Speichen-Design, steht unser ML 350 BlueTEC 4MATIC noch eine Spur stämmiger in der seitlichen Ansicht auf der Straße. Die großen gelochten Bremsscheiben und der Bremssattel mit „Mercedes-Benz“ – Schriftzug, sind Bestandteil der Sportbremsanlage aus dem AMG Sport-Paket Exterieur. Für die Optik ist unser Testfahrzeug, zusätzlich mit dunkel getöntem Glas, an Fond- und Heckscheibe ausgestattet. Die sichtbare Dachreling in Chromoptik, gehört zur Serienausstattung des SUV.

    Die am Heck reduzierte Dachhöhe und die horizontale Linienführung in Rückwandtür, Heckleuchten und Heckstoßfänger bewirken eine breite Heckansicht. Der Stoßfänger mit seitlich positionierten Reflektoren sowie großflächigem Unterschutz und integriertem Ladekantenschutz jeweils in Chromoptik, sorgen auch in der Heckansicht für einen kraftvollen Auftritt. Die Auspuff-Endrohre der neusten M-Klasse Generation sind grundsätzlich nicht sichtbar. Im großen Dachspoiler ist die dritte Bremsleuchte integriert. Ohne sichtbare Säule, geht die Fondseitenscheibe in die Heckscheibe über und sollen zusammen mit den ebenfalls umlaufenden, serienmäßigen zweiteiligen Heckleuchten in LED-Lichtleitertechnik für ein Design aus einem Guss sorgen. Für unseren Geschmacknach wirkt das Heckdesign aber ein bisschen zu Rund. Gern würden wir dort ein bisschen mehr Ecken und Kanten sehen. Die sehr weit in die Seite laufenden Heckleuchten, wirken auf uns etwas zu sehr gestreckt und eine Idee zu schmal.

    Unter der Haube unseres ML 350 BlueTEC 4MATIC werkelt der bekannte 3 Liter-V6 Diesel OM 642. Er wurde umfassend überarbeitet – beispielsweise mit Nanoslide-Technologie – und leistet 258 PS. Damit ist die M-Klasse wirklich ausreichend motorisiert. Zu keiner Zeit, kam auf der ausgiebigen Testfahrt das Gefühl auf, noch mehr Leistung haben zu müssen. Eine große Rolle zu diesem Fahreindruck, trug sicherlich auch das bullige Drehmoment von 620 Newton bei – es liegt ab 1.600 und bis 2.400 U/min an. Überholmanöver lassen sich insgesamt sehr entspannt angehen, ein Tritt auf das Gaspedal und die M-Klasse spurtet in rund 7-8 Sekunden von 60 auf 120 km/h. Auch im Sprint bei hohen Autobahn-Geschwindigkeiten, wie zum Beispiel von 130 auf 180 km/h, schiebt die M-Klasse noch ordentlich nach vorn. Lässt man dem SUV auf der Autobahn freien Lauf, endet der Vortrieb erst bei knapp 230 Kilometer pro Stunde laut Tacho. Insgesamt verrichtet der V6 seine Arbeit sehr geräuscharm. Bis zu einer Drehzahl unter 2.000 ist das Arbeitsgeräusch nicht wirklich erkennbar. Hier würde man deshalb zuerst nicht unbedingt vermuten, dass ein Selbstzünder unter der Haube steckt. Erst wenn der Drehzahlmesser in Richtung 3.000 U/min und darüber wandert, ist ein Dieseltypisch kerniges aber nicht störendes Verbrennungsgeräusch hörbar. Im Rahmen unserer Fahrt rund um Kitzbühel, zeigte sich ein Testverbrauch von 8,8 bis 9,0 Liter pro 100 Kilometer – Werksangabe 6,8 – 7,4 l/100km.

    Motorvibrationen oder anderen Schwingungen konnten wir im Rahmen der Testfahrt bei unterschiedlichsten Geschwindigkeiten und Fahrsituationen nicht feststellen. Zum überaus guten und positiven Eindruck des Diesels, trägt aber auch die Detailarbeit der Entwicklungsingenieure im Bereich NVH (Noise, Vibration, Harshness) bei. Das Fundament für den hohen NVH-Komfort bildet die sehr steife Karosserie der M-Klasse. Hinzu kommen neuartige Dämmungen und Isolierungen. Auch in Punkto Windgeräusche ist die neue Generation der M-Klasse vorbildlich. Dieses macht sich vor allem im Langstreckenkomfort positiv bemerkbar. Wir konnten erst ab einer Geschwindigkeit von über 150 km/h minimal hörbare Windgeräusche feststellen, darunter in dieses komplett kein Thema.

    Abgerundet wird das gute Motorerlebnis durch die serienmäßige 7G-TRONIC Plus und integrierten ECO Start-/Stopp-Funktion. Ohne großartige Schaltrucke wechselt die Automatik die Gänge hoch und runter. Dank der großen Getriebespreizung kann im Ortsverkehr mit sehr geringen Motordrehzahlen von etwas über 1.000 Umdrehungen gefahren werden. Bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn liegen gerade einmal etwas über 2.000 U/min an. Auch dadurch erhöht sich verständlicherweise der Geräusch- und Langstreckenkomfort in der M-Klasse. Als minimalen Kritikpunkt empfanden wir lediglich eine kurze Verzögerung in der Rückschaltung der 7-Gang Automatik, beim Beschleunigen aus Drehzahlen zwischen 1.000 und 1.800 Umdrehungen. Regelmäßig stellten wir in diesen Fahrsituationen, beim schnellen Tritt des Gaspedals eine kurze „Gedenksekunde“ fest, bis aus dem hohen Gang runtergeschaltet wurde und die M-Klasse kraftvoll beschleunigte. Sicherlich ist dieses aber auch eine Frage der Gewöhnung und Routine im alltäglichen Fahrbetrieb mit der M-Klasse, so dass wir das hier nicht abschließend bewerten wollen.

    Auf der Fahrwerkseite war unser ML 350 BlueTEC 4MATIC mit dem AIRMATIC-Paket ausgestattet – im wahrsten Sinne ein „schwebendes“ Vergnügen. Die Luftfederung bügelt vor allem im Komfort-Modus Straßenunebenheiten sehr gut aus und ermöglicht ein angenehmes gleiten über die Straße. Vor allem kurze und schnelle Stöße werden Effektiv geschluckt. Wahlweise steht sowohl ein Sport-Modus als auch die Möglichkeit das Fahrzeug um 25 Millimeter anzuheben zur Auswahl. Beide Funktionen werden per Knopfdruck in der Mittelkonsole aktiviert. Im Fahrtest zeigte sich der Sport-Modus, unserem Gefühl nach nur unwesentlich härter. Bis auf einige wenige Unebenheiten, die stärker im Innenraum fühlbar waren, machte es für uns kaum einen Unterschied in welchen der beiden Modi wir fuhren. Schon mehr bemerkbar machte sich dagegen die sportlichere Variante, bei schneller Kurvenfahrt durch die Tiroler Bergstraßen. Hier fühlte sich die M-Klasse der dritten Generation, straffer und angenehmer zu fahren an. Insgesamt waren aber die knapp 2,2 Tonnen und der hohe Schwerpunkt des ML 350 BlueTEC 4MATIC – auch mit der Luftfederung im Sport-Modus – in schnell gefahrenen und engen Kurven immer bemerkbar. Die M-Klasse drückt und schiebt in diesen Phase über die Vorderachse in Richtung Kurvenrand. Genau in dieser Eigenschaft liegt aber auch ein Vorteil, macht es den SUV doch auf diese Art leicht beherrschbar, denn die Neigung zum Untersteuern lässt sich sehr simpel durch Rücknahme des Gaspedals – und natürlich durch den Einsatz des elektronischen Stabilitäts-Systems – in den Griff bekommen. Typbedingt sind in dieser Fahrsituation natürlich auch Wankbewegung feststellbar gewesen, diese wir aber keinesfalls als negativ oder zu störend bezeichnen würden.

    Eine deutliches mehr an Fahrdynamik und Fahrspaß schafft das neuartige ACTIVE CURVE SYSTEM. Dieser Sonderausstattungspunkt war zwar nicht in unserem Testfahrzeug vorhanden, aber wir hatten die Gelegenheit das System in einer Live-Demonstrationsfahrt zusammen mit Rennfahrerin Ellen Lohr am Steuer, auf einem abgesperrten Gelände zu erleben. Das System arbeitet an der Vorder- und Hinterachse mit aktiven Stabilisatoren und regelt diese automatisch in Abhängigkeit von der Querbeschleunigung und Fahrgeschwindigkeit. Fühl- und sichtbar reduziert das ACTIVE CURVE SYSTM die Wankbewegungen des Fahrzeugs. Schnelle Kurven und Richtungswechsel wie zum Beispiel ein Ausweichmanöver, können merklich dynamischer und besser fahrbar gemeistert werden. Gleichzeitig steigert das System, aber auch den Federungskomfort bei Geradeausfahrt, weil die Stabilisatoren „entkoppelt“ werden und damit quasi offen sind.

    Noch beeindruckender als das ACTIVE CURVE SYSTEM, sind die Offroad-Eigenschaften der neuen M-Klasse. Davon konnten wir uns auf einem speziellen Offroad-Parcour überzeugen. Die eigens dafür eingesetzten Fahrzeuge waren allesamt mit dem optional erhältlichen ON&OFFROAD-Paket ausgestattet. Selbst am Steuer ging es zusammen mit einem Instruktor als Beifahrer durch einen aktiven Steinbruch. Hautnah und auf beeindruckende Weise, konnte man so die wechselseitige maximale Achsverschränkung, eine Schrägfahrtpassage mit rund 28 Grad seitlicher Neigung, eine kurze Wasserdurchfahrt und die Kletterfähigkeit inklusive Anfahren in der Steigung erleben. Absoluter Höhepunkt im wahrsten Sinn des Wortes, stellte eine Bergabfahrt unter Einsatz der Downhill-Speed-Regulation (DSR) mit bis zu 80 Grad Gefälle dar. Ohne das Bremspedal zu treten rollte und bremste das Fahrzeug automatisch mit den vorher eingestellten 4 km/h den Berg hinunter – ohne dabei ins Rutschen zu kommen. Dank Offroad-Paket und den vielen elektronischen Helferlein, absolvierte die M-Klassen den Offroad-Parcour spielend einfach – selbst mit einem ungeübten Geländefahrer hinter dem Lenkrad.

    Ein nettes Gimmick in Verbindung mit dem ON&OFFROAD-Paket ist außerdem die grafische Aufarbeitung der jeweiligen Fahrsituation. Hier wird unter anderem das gewählte Fahrprogramm – es gibt 6 – über den COMAND-Bildschirm dargestellt. Wählt der Fahrer beispielsweise das Winterprogramm, visualisiert das Display die M-Klasse im Schnee. Die Sporteinstellung zeigt eine Rennstrecke mit rot-weißen Curbs, bei Offroad 1 und 2 sind es verschieden konturierte Geländeformationen. Die Darstellung im COMAND-Bildschirm erfolgt zudem interaktiv: Lenkeinschlag und Federwege entsprechen den realen Werten, zusätzlich informiert die Darstellung über den Lenk-, Steigungs- und Kippwinkel, das AIRMATIC-Niveau, die vorgewählte Geschwindigkeit der Bergabfahrhilfe und die gewählten Triebstrang-Einstellungen mit Untersetzung und Sperre.

    Serienmäßig verfügt die M-Klasse über eine elektromechanische Direktlenkung. Die Lenkung ist präzise und ermöglicht zielgenaues Fahren. Im Stand und beim Rangieren fühlt sie sich angenehm leichtgängig an. Bei hohen Geschwindigkeiten ermöglicht sie einen stabilen Geradeauslauf, so dass nur wenige Lenkkorreturen notwendig sind. Außerdem ermöglicht das elektromechanische Lenkgetriebe den Einsatz verschiedener Assistenzsysteme wie den aktiven Park-Assistent oder den aktiven Spurhalte-Assistent.

    Der Charakter der neuen M-Klasse ist auch im Interieur erlebbar. Das Designkonzept des Interieurs verbindet das SUV-Erlebnis mit den Wohlfühlqualitäten einer hochwertigen Mercedes-Benz Limousine. Unser ML 350 BlueTEC 4MATIC Testfahrzeug ist mit Leder in Alpakagrau ausgestattet. Als Blickfang erschließt sich, sobald man durch weit öffnenden Türen die angenehm hohe Sitzposition eingenommen hat, dass großes Zierteil in Holz Pappel dunkelgraphit glänzend, an der Instrumententafel. Es setzt sich in den Türen fort und erzeugt einen harmonischen Wrap-Around-Effekt. Der positive Eindruck wird durch die optionale Verkleidung der Instrumententafel in Ledernachbildung ARTICO mit Ziernähten, abgerundet. Hinter dem 4-Speichen-Multifunktionslenkrad mit zwölf trapezförmigen Bedientasten für Reiserechner, Radio, Telefon etc. befindet sich das Kombiinstrument mit zwei klar gezeichneten und leicht ablesbaren Rundinstrumenten in Tubenoptik sowie das monochrome 11,4-cm-Display. Das Kombiinstrument besticht durch seine hochwertige Gestaltung.

    Daneben dominiert in Fahrzeugmitte, der große farbige Zentralbildschirm für das Infotainmentsystem, auf der Instrumententafel. Da unser Testfahrzeug mit dem COMAND Online ausgestattet ist, hat der Bildschirm eine Diagonale von 17,8 Zentimetern – beim serienmäßigen Audio 20 sind es 14,7 cm. Das Multimedia-System COMAND Online bietet erstmals einen Internetzugang für die M-Klasse. Hiermit kann man im Stand frei browsen oder eine Mercedes-Benz App aufrufen, dessen Seiten sich besonders schnell aufbauen und auch während der Fahrt einfach zu bedienen sind.

    Zu den integrierten Apps zählen Google Lokale Suche, ein Facebook-Zugang und Wetter sowie die Möglichkeit, eine zuvor am PC per Google Maps konfigurierte und zum Auto gesendete Route, direkt in die Navigation zu übernehmen. Senkrecht stehende eckige Lufteinlassdüsen rahmen den großen COMAND-Bildschirm ein. Die außen liegenden Luftdüsen zeigen die gleichen Umrisse, liegen allerdings waagerecht. Negativ fiel uns hierbei die Spiegelung der äußeren Luftdüse in der Seitenscheibe auf, insbesondere da sie genau das Blickfeld des Außenspiegels überdeckt.

    Auf der Mittelkonsole, befinden sich die Armauflage mit integrierter Handballfläche und davor der Controller und die Schalter beispielsweise für die Offroad-Programme oder die Luftfederung AIRMATIC. Alle Bedienschalter sind edel in einheitlichem Look gestaltet. Des Weiteren ist der Controller in Metallausführung, einheitlich wie die Bedienräder für das Infotainmentsystem und die Klimaanlage im Dom gestaltet.

    Eine besondere Umgestaltung zeigt sich beim Blick hinter das Lenkrad, an den Bedienhebeln für den Tempomat oder wie in unserem Testfahrzeug für die DISTRONIC Plus und den Blinker/Wischer. Beide haben in der neuen M-Klasse die Position getauscht. Der Kombihebel für die Bedienung des Blinkers, des Scheibenwischers und des Fernlichts ist auf die 10 Uhr-Position gewandert. Ein Grund für die neue Ausrichtung, so wurde uns von den Mercedes-Benz Experten vor Ort in Kitzbühel berichtet, sei die bessere Sichtbarkeit des Kombihebels aber auch die Anpassung an die Mitbewerber. Vor allem für den US-Markt wo mehrere Fahrzeuge pro Haushalt die Regel sind.

    Der Hebel für die Bedienung des Tempomat bzw. der DISTRONIC Plus, befindet sich nun auf der 8 Uhr-Position. Beide Hebel liegen Griffgünstig aber dennoch benötigt es eine kurze Eingewöhnungszeit, wenn man bisher nur die alte Stellung gewohnt war. Schnell passierte es deshalb auf unserer Testfahrt das ein oder andere Mal, dass man in einem unbedachten Moment, statt zu Blinken den DISTRONIC Hebel bediente. Je mehr Kilometer wir aber mit unserem ML 350 BlueTEC zurückgelegt hatten, desto mehr ging einem die neue Bedienlogik in Fleisch und Blut über. Insgesamt finden wir die Änderung der Position von Kombihebel und Tempomat/DISTRONIC Plus gelungen und können uns damit durchaus anfreunden. Einzig der Kraftaufwand über den Druckpunkt beim Kombihebel, beispielsweise wenn man den Blinker setzen möchte, erschien uns eine kleine Idee als zu schwergängig. Aber auch dieses, sollte sich genau wie die neue Bedienlogik nach einer Weile der Eingewöhnung geben und daher keine größere Rolle spielen.

    Ebenfalls über einen Bedienhebel hinter dem Lenkrad wird das Automatikgetriebe 7G-TRONIC PLUS bedient. Der DIRECT SELECT-Wählhebel ist genau wie der Kombihebel auf der 10 Uhr-Position zu finden und einfach und intuitiv bedienbar. Zusätzlich stehen zur manuellen Gangwahl die DIRECT SELECT-Schaltpaddles am Lenkrad bereit.

    Die Sitze der neuen M-Klasse sind für hohen Langstreckenkomfort und bestmöglichen Seitenhalt ausgelegt. Alle wichtigen Parameter lassen sich elektrisch einstellen. Dazu zählen Höhen-, Lehnenneigungs-, Kissenneigungs- und Längsverstellung. In unserem Testfahrzeug war zudem das optionale MEMORY-Paket, unter anderem mit elektrischer Verstellung der Kopfstützen vorne und der Lenksäule vorhanden. Zusätzlich beinhaltet das MEMORY-Paket eine elektrische 4-Wege Lordosenstütze für die vorderen Sitze. Der großzügige Sitzverstellweg sorgt dafür, dass Fahrer und Beifahrer jeder Körpergröße optimale Sitzbedingungen vorfinden. Für gutes Sitzklima – Sommer wie Winter – sorgen außerdem die Sitzheizung und die Sitzbelüftung.

    Auch die Fondsitze bieten viel Platz und hohen Langstreckenkomfort. Die Sitzanlage kann im Verhältnis 1/3 zu 2/3 geklappt werden. Die Sitzfläche ist dabei nach vorn klappbar, so dass insgesamt ein ebener Laderaum entsteht. Zudem ist die Fondsitzlehne in der Neigung in 10-Stellungen veränderbar.

    Die neue Generation der M-Klasse bietet aber auch eine Menge Laderaum an. Das Laderaumvolumen beträgt 690 Liter bei Beladung bis Höhe der Fondsitzlehne sowie 2.010 Liter wenn die Fondsitze umgeklappt sind und bis zur Dachkante geladen wird. Unser Testfahrzeug ist außerdem mit der EASY-PACK-Laderaumabdeckung und dem Laderaummanagement EASY-PACK-System FIXKIT ausgestattet gewesen. Für leichtes be- und entladen sorgte die ebenfalls optionale elektrische EASY-PACK-Heckklappe.

    Eine weitere Besonderheit unseres Testfahrzeugs ist das optionale Fond-Entertainment mit zwei 20,3 cm großen Displays, die in vorderen Kopfstützen integriert sind. Zum System gehört außerdem ein DVD-Player, zwei Kopfhörern und eine Fernbedienung. Der Test ML 350 BlueTEC 4MATIC, war außerdem auch mit einem TV-Tuner für analogen und digitalen Fernsehempfang ausgestattet, doch eine Übernahme des TV-Signals auf die Fond-Bildschirme ist nicht möglich. Das TV-Bild kann ausschließlich im COMAND-Bildschirm – im Stand – angesehen werden. Schade eigentlich wäre es doch eine perfekte Ergänzung für das Fond-Entertainment System.

    Kommen wir zum Fazit der Testfahrt im ML 350 BlueTEC 4MATIC. Die neue M-Klasse überzeugt uns auf ganzer Linie. Frisch und sportlich, dynamisch rollte sich daher. Die Fahrleistungen des 3-Liter V6 Dieselmotors mit BlueTEC-Technologie und AdBlue-Einspritzung sind mehr als ausreichend. Der von uns erfahrene Testverbrauch von 8,8 bis 9,0 Liter/100 km geht mit Rücksicht auf die nicht ganz normale Fahrsituation in Ordnung und lässt sich in der Praxis sicherlich zwischen 7 und 8 Liter anrechnen – für ein fast 2,2 Tonnen schweres und 258 PS starkes Fahrzeug ausgesprochen gute Werte! Dank optionaler Luftfederung „AIRMATIC“, gleitet die M-Klasse bei den meisten Fahrsituationen souverän über die Straße. Möchte man mehr Dynamik und ein noch besseres Fahrgefühl, dem ist das ACTIVE CURVE SYSTEM mit deutlicher Wankreduzierung als Sonderausstattung empfohlen. Zu guter Letzt runden, ein perfekter Langstreckenkomfort der sich sowohl auf die Wind- und Motorgeräusche als auch auf die Sitze mit umfassender Verstellmöglichkeit bezieht, den positiven Eindruck ab. Das Interieur der M-Klasse bzw. speziell in unserem Testfahrzeug wirkt edel und ausgesprochen hochwertig. Die Kombination aus Holz, Leder und Aluminium wie zum Beispiel an der Umrandung der Headunit, ist stimmig und fügt sich harmonisch im Innenraum ein. Ebenfalls mehr als überzeugend sind die Offroad-Eigenschaften der dritten M-Klasse Generation. Ist der SUV mit dem extra erhältlichen ON & OFFROAD-Paket ausgerüstet, lassen sich nahezu spielerisch die schwierigsten Situationen, abseits befestigter Straßen und Wege überwinden. Kurzum der neue M setzt Maßstäbe – in allen Bereichen.

    Testfahrzeug – ML 350 BlueTEC 4MATIC

    Bilder: MB Passion + Daimler AG / Video: Daimler AG

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    26 Kommentare to “Der ML 350 BlueTEC 4MATIC im Fahrtest rund um Kitzbühel – On und Offroad eine Klasse für sich…”

    1. Flo meint:
      5.September 2011 at 10:03

      Sehr schöner Bericht!
      Was auch mal interessant wäre wären Fotos von der Presseveranstaltung an sich, d.h. der gesamte Fuhrpark etc., einfach mal dass man sieht wie es da zu geht.

      Zum ML:
      Sehr schönes Auto. Was ich jedoch nicht verstehe ist: Warum gibt es keine sichtbaren Endrohre mehr? Hätte dem ML gut gestanden.

      Gibt es neue Informationen zur Verfügbarkeit von Xenon? Immer noch Frühjahr?

    2. Philipp Deppe meint:
      5.September 2011 at 11:00

      @Flo
      Einige Fotos von der Presseveranstaltung können wir anbieten. Habe eine weitere Galerie unten im Artikel eingefügt – klick dich einfach mal durch.

      Beim Licht-Paket mit Bi-Xenon und ILS gibt es keine Änderung, es wird ab 04/2012 kommen.

      In 2012 wird dann auch der ML 500 BlueEFFICIENCY 4MATIC kommen.

    3. Dominic meint:
      5.September 2011 at 11:34

      Also nach meinem Kenntnisstand wird es für den europäischen Markt keinen ML500 geben. Der einzige 8 Zylinder wird der ML63 sein…. Das hat uns zumindest jemand aus dem AMG-Vertrieb so gesagt.

    4. Marc W. meint:
      5.September 2011 at 12:28

      Das Design”problem” der Scheinwerfer habt ihr auf den Punkt gebracht. Andererseits rennt mein Freundeskreis mir als Consultant gerade die Bude ein, neue MLs zu beschaffen…

    5. Alec meint:
      5.September 2011 at 14:29

      Also ich hab den ML 500 vor ein paar Tagen bei mir in der Nähe stehen sehn. In schönem Weiß.

      Falls gewünscht schaue ich mal ob das Auto noch da ist und mache ein Foto.

    6. Philipp Deppe meint:
      5.September 2011 at 15:32

      @Dominic
      Ich habe in Kitzbühel mit einem aus der Motorenentwicklung für die M-Klasse gesprochen und der hat bestätigt, das der ML 500 BlueEFFICIENCY 4MATIC in 2012 kommen wird.

    7. Dominic meint:
      5.September 2011 at 16:00

      @ Alec
      Ja mach das mal…. :-)

    8. Dominic meint:
      5.September 2011 at 16:02

      JA, es wird einen ML500 geben. Aber auch für den (EU)-Deutschen Markt?
      Asien, RU und USA, auf jeden fall….

    9. Alec meint:
      5.September 2011 at 16:46

      Wird das für USA dann nicht wieder ein ML 550?

      Ich werde nachher mal an der Stelle vorbeifahren wo er am Wochenende stand.

    10. Manuel meint:
      5.September 2011 at 17:06

      Mich stören auch drei Sachen an der neuen M-Klasse, die ansonsten echt gelungen ist: Die Scheinwerfer, die Heckleuchten und die fehlenden Auspuffendrohre.
      Ansonsten ist das Design top – die Seitenlinie, der Innenraum, das passt alles. Schade, dass die drei Sachen nicht so recht zum Rest passen wollen…

    11. sebi meint:
      5.September 2011 at 18:28

      front finde ich sehr gelungen.
      heckleuchten begeistern mich aber auch nicht so.
      fehlende endrohre ebensowenig..

      sonst top

    12. Maike meint:
      5.September 2011 at 20:26

      Ein wunderhübsches Auto und mal ein ein suuper Bericht!

    13. Roman meint:
      5.September 2011 at 22:00

      Noch vor einigen Jahren hatte nahezu kein Mercedes sichtbare Endrohre, hat die meisten und auch mich damals keineswegs gestört. Auch am ML finde ich das nicht wirklich störend.

      Finde den ML durchweg gelungen, v.a. das Interieur sieht spitzenmäßig aus!

    14. Thomas meint:
      6.September 2011 at 11:43

      Und der GLK ist in allen Belangen besser als der ML. Besonders im Gelände, in der Ausstattung und in der Endgeschwindigkeit beim 225 KW Motor. Ja und sein Verbrauch ist auch geringer bei gleicher Motorisierung.

    15. John Hörn meint:
      7.September 2011 at 12:51

      “Absoluter Höhepunkt (sic!) im wahrsten Sinn des Wortes, stellte eine Bergabfahrt unter Einsatz der Downhill-Speed-Regulation (DSR) mit bis zu 80° Gefälle dar.”
      80°? Das hätte ich gerne gesehen…wohl eher 80%.

      Und bin ich der einzige, der die Formgebung des neuen ML als Rückschritt betrachtet? Viel zu flächige Seiten, zu viel “Fleisch” über den vorderen Radläufen, das ganze Fahrzeug wirkt irgendwie viel zu schmal und hoch.

    16. Philipp Deppe meint:
      7.September 2011 at 17:57

      @John Hörn
      Ja, stimmt. Es waren 80%….habe es geändert.

    17. Jürgi meint:
      26.November 2011 at 13:42

      Auch ich finde die neue M-Klasse von innen recht schön. Die nicht sichtbare Auspuffanlage ist aber ein grosser Fehler. Sehr viele Fans werden sich nunmehr schwer tuen diesen SUV zu kaufen. DEs Weiteren ist es unverständlich, dass es erst 4/2012 ein Bi-Xenonlicht geben soll.
      Als jetziger ML 420 CDI-Fahrer gefällt es mit auch nicht, dass es keinen 8-Zylinder Diesel mehr gibt. Dies führt dann zwangsläufig zum Kauf einer andern Marke.

    18. Marc C. meint:
      26.November 2011 at 18:34

      Das ist korrekt – WER bitte kauft jetzt die neue M-Klasse ohne Xenonlicht? Echt ein Witz…
      Woran das liegt? Die Ausstattungsquote mit Xenonlicht dürfte doch bei mehr als 90% liegen…
      Das heisst alle deutschen Kunden warten wohl erstmal ab!

    19. Markus Jordan meint:
      26.November 2011 at 18:44

      da fehlt es wohl beim Zulieferer…..leider.

    20. Marc W. meint:
      27.November 2011 at 11:02

      @Marc C: Ich finde Xenon visuell schlechter (harte Dunkelgrenze ggü H7-Nightbreaker) – ein Witz, dass Abbiegelicht (Serie bei jedem Polo) nur über ILS zu haben ist. Den Fernlichtassi (meinetwegen binär) könnten sie auch mal serienmäßig für jede Lichtvariante bringen.
      @Jürgi: sorry, aber Auspuff und V8CDI sind sowas von gestrig – zumindest in D und CH. Für Asien traue ich mir keine Wertung zu…

    21. Markus Jordan meint:
      27.November 2011 at 12:04

      @marc: Ich hab mir gestern in der Niederlassung Stuttgart die M-Klasse mal ohne Xenon-Licht angeschaut, – persönlich kannte ich das Fahrzeug immer nur MIT Xenon-Licht. Im gesamten würde ich das ohne Xenon/ILS etc. eh nicht anschaffen.

      Bin übrigens Ende der Woche 2 Tage mit der M-Klasse im Hochgebirge unterwegs, – mal sehen wie sich das Fahrzeug da so gibt. (sicherlich mit Xenon…:)

    22. Jürgi meint:
      28.November 2011 at 15:11

      @Marc
      Wenn Auspuffanlage und 8 Zylinder “so was von gestrig” sind, dann frage ich mich doch ernsthaft, warum dann noch der echte AMG erstens mit 4 Auspuffrohren und zweitens mit 8 Zylindern hergestellt und auch in Deutschland verkauft wird. Die am gleichen Tag wie die M-Klasse vorgestellte B-Klasse hat komischerweise sichtbare Auspuffrohre. Ob die Kunden, die B-Klasse kaufen, dies aber überhaupt wahrnehmen, ist fraglich. Des Weiteren zeigen die Resultate des ewigen Downsizing klar und deutlich, dass nicht die Zahl der Zylinder für den späteren Verbrauch und den CO2 Ausstoß verantwortlich sind. Bereits Anfang der ’90-er Jahre habe ich einen S 350 Diesel mit knapp 8(!!!!!) Litern pro 100km gefahren. In diesem Zusammenhang davon zu sprechen, dass Auspuff und 8 Zylinder nicht mehr in unsere Zeit passen würden, ist gelinde gesagt grober Unfug. Wer glaubt denn ernsthaft, der ML 166 würde nur deshalb weniger CO2 ausstoßen, nur weil der Auspuff nicht sichtbar ist. Wir sind doch hier nicht im Märchenland.

    23. Marc W. meint:
      28.November 2011 at 19:59

      V8Diesel (oder mehr bei den wahnsinnigen Wettbewerbern;-) sind schwer und saufend – da kann man weit günstiger Benziner (sogar sparsamere und stärkere) bauen und kaufen – daher gestrig (für MB und BMW).
      Auspuffrohre sind natürlich Geschmackssache, aber derzeit, was Mode betrifft so gestrig wie silberne Lackfarbe :)

    24. Jürgen meint:
      29.November 2011 at 13:04

      @Marc
      Über die letzten 80000 Km seit dem letzten Reset zeigt mein Bordcomputer für meinen 420 CDI aus 2009 einen durchschnittlichen Verbrauch von 10,8 Litern/100Km an. Wo bitte schön ist das als saufend und/oder gestrig zu bezeichnen? Wer 8-Zylinder in einem Auto dieser Klasse als “wahnsinnig” bezeichnet, hat offenbar noch keinen gefahren. Wenn überhaupt Wahnsinn im Spiel ist, dann höchstens die Tatsache, dass das Verbrauchs/Leistungsverhältnis in diesem SUV wahnsinnig gut ist. Würde ich einen Prius kaufen, wären mir Auspuffrohre auch egal. In einem SUV dieser Kategorie gehören sichtbare Auspuffrohre einfach dazu. Wenn dem nicht so wäre, würden alle, auch die Mitbewerber, etwas falsch machen. Außer und ich bitte schon jetzt um Verzeiung, Sie Marc, denn für Sie sind wir ja alle gestrig……In Deutschland ist man ja in Ihren Augen nur ein guter Bürger, wenn man ein möglichst teueres Auto kauft, für die Arbeitsplätze, und es dann möglichst in der Garage stehen lässt, der Umwelt zuliebe. Ganz nebenbei ist man dann natürlich auch gegen Atomkraft und somit für Kohlekraftwerke; oh dumm gelaufen, die machen doch hoffentlich keinen Dreck ????

    25. Marc W. meint:
      29.November 2011 at 14:42

      Ich fürchte, übermorgig wird man uns nicht mal mehr V6 gönnen – aber kommt es denn nicht ausschließlich auf die Zwischenspurtfähigkeit an, und da dürfte es bei vielen sicher auch ein R4 mit E-Booster sein… Dann kommt man vom X3 mit 5,7l/100km zum Cayenne mit 6 – zu aller Freude…

    26. Peter meint:
      22.Mai 2012 at 09:43

      Kann mir jemand sagen was in diesem test für reifen gefahren wurden … bin für meinen auf der suche nach paar richtigen offroadreifen in der größe 255/50R19…