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    Mit Hochspannung unterwegs: Fahrtest mit der A-Klasse E-CELL – 70kW und 290Nm

    von Markus Jordan | 26.Juli 2011

    Wir hatten am vergangenen Freitag in der Nähe von Stuttgart die Gelegenheit, die A-Klasse E-CELL erstmals zu testen, – sogar zeitgleich mit einen erneuten Fahrtest mit einer B-Klasse F-CELL. Ein Vergleich, den wird wir auf alle Fälle wahrnehmen.

    Die Leistungsdaten des Fahrzeuges sind eigentlich ausreichend – nicht nur für den urbanen Verkehr sondern auch außerhalb der Stadt: 70 kw Spitzenleistung (50 kw Dauerleistung) und 290 Nm Drehmoment reichen für durchaus flotten Fahrbetrieb bei einen Leergewicht von 1591 kg.

    Vergleicht man die E-CELL der A-Klasse mit der Leistung der Serienversion, hier der A 160 BlueEFFICIENCY, ist die Mehrleistung im Drehmoment beachtlich: Standartmässig gibt es in der A 160-Version bei gleicher PS-Zahl nur 140 Nm, – der bei 3.500-4.000 Umdrehungen anliegt. Der Vorteil eines Elektromotors, liegt hierbei sofort auf der Hand: Der Drehmoment steht sofort an, und treibt das Fahrzeug in 5.5 Sekunden auf 60 km/h – die 100 km/h sind nach 11,8 Sekunden erreicht.

    Am interessantesten bleibt jedoch der Nutzwert der A-Klasse: Gegenüber der Benzinvariante bleibt der Innenraum sowie das Kofferraumvolumen auf gleichen Niveau, im Unterboden des Kofferraums ist hier das Aufbewahrungsfach für die Anschlusskabel untergebracht. Weiterhin sind bis zu maximal 1.370 Liter im Kofferraum nutzbar – Sitzplätze sind ebenso 5 vorhanden.

    Die Reichweite des Fahrzeuges beträgt aktuell 255 km (NEFZ lt. Herstellerangaben), die Batteriekapazität liegt bei 36 kWH (Lithium-Ionen, flüssig gekühlt), der Elektromotor ist hier eine permanenterregte Synchronmaschine.

    Bei unseren Fahrtest in der Gegend um Stuttgart vergleichen wir die A-Klasse E-CELL mit der erneut gefahrenen B-Klasse F-CELL, dessen Reichweite aufgrund der Brennstoffzelle bei 400 km liegt. Hier fällt der kleinere Kofferraum der A-Klasse auf – allerdings typbedingt. Bei Einstieg, Schaltung und Übersicht, st erstmal keinerlei Unterschied erkenntlich. Lediglich das Kombiinstrument, fällt im Vergleich zur B-Klasse F-CELL leicht anders aus. Der Start des Antriebes bleibt, für jemanden der erstmals in einen Elektrofahrzeug sitzt, ungewohnt: Ruhig.

    Im Gegensatz zur F-CELL, dessen Hochlaufen der Brennstoffzelle wenigstens noch minimal wahrnehmbar ist, hört man in der E-CELL rein gar nichts – man muss sich auf die Anzeigen im Display konzentrieren und die Automatik erstmals gewohnt auf “D” stellen. Ein kurzer, zarter Druck auf das Gaspedal bewegt das Fahrzeug nach vorne… – lautlos. Nur das Laufgeräusch der Reifen und ein wenig Wind bleibt im Ohr. Immer wieder faszinierend – der Durchzug und auch die Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h sind komplett ausreichend. Ein Sprint auf der Autobahn – kein Problem.

    Der direkte Vorteil der E-CELL ist natürlich die “Betankung”: – hier ist jede Steckdose verwendbar, – bei einer F-CELL sieht es mit den Wasserstoff in Deutschland natürlich – bislang – schwieriger aus. Ist eine F-CELL in 3 Minuten betankbar, dauert es bei der E-CELL ein wenig länger: bei 230 Volt ist eine komplette Ladung in 14 Stunden möglich, bei 400 Volt schafft man in 3 Stunden eine Ladung von 80 %. Pro 100 km verbraucht die E-CELL knapp 19 kwH – bei 20 Cent pro kwH kann man also mit 3,81 Euro auf 100 km rechnen.

    Am Rande des Fahrtests keimt die Diskussion auf, ob bei der Ruhe der Fahrt nicht der Fahrspaß verloren geht. Für uns definitiv nicht: Das Fahrgefühl und die Art der Freude beim Fahren mit Elektroautos verschiebt sich einfach, – man genießt nicht nur die Ruhe. Man hat sogar Spaß dabei, beim Bremsen mittels Generator Bewegungsenergie in elektrische Energie zurückzuverwandeln, um die Reichweite des Fahrzeuges zu erhöhen (wenn auch nur minimal).

    Was bleibt, ist der Blick auf die Kosten: aufgrund der ersten Kleinserie des Werkes Rastatt ist das Fahrzeug momentan für 900 Euro netto im Voll-Service-Leasing verfügbar: d.h. alle Verbrauchsteile sind hierbei bereits eingeschlossen, sofern man das Fahrzeug auf 4 Jahre least.

    Sobald die Massenfertigung anläuft, sinken die Preise – davon gehen wir fest aus – dann wird es wohl auch viel interessanter für Privatpersonen.

    Bilder: MB Passion

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    9 Kommentare to “Mit Hochspannung unterwegs: Fahrtest mit der A-Klasse E-CELL – 70kW und 290Nm”

    1. Roman meint:
      26.Juli 2011 at 09:40

      Würde mich schon sehr reizen auch mal ein E-Fahrzeug zu fahren, das Fahrgefühl muss schon interessant sein.

    2. Peter meint:
      26.Juli 2011 at 13:33

      “…und die Automatik erstmals gewohnt auf “D” stellen.” ??
      Ich dachte hier ist gar kein Automatikgetriebe verbaut.

    3. Philipp Deppe meint:
      26.Juli 2011 at 13:49

      @Peter
      Die A-Klasse E-CELL hat ein einstufiges Untersetzungsgetriebe.
      Mit dem Wort “Automatik” im Text, wollten wir mehr die Bedienkulisse (P/R/N/D) als das eigentliche Getriebe bezeichnen.

    4. Peter meint:
      26.Juli 2011 at 14:59

      @ philipp
      ahh, danke, ich dachte schon….

    5. Flo meint:
      27.Juli 2011 at 00:42

      “Ein kurzer, zarter Druck auf das Gaspedal bewegt das Fahrzeug nach vorne”

      Habt ihr das Gaspedal nicht für deutlich zu leichtgängig befunden? In einem “normalen” Mercedes-Modell kann man mit dem Gaspedal nach meinen Erfahrungen deutlich besser dosieren, der E-Cell geht schon nach einer sehr sanften Berührung ziemlich ab. Aber das kann bis zur Serienreife ja bestimmt noch abgestellt werden.

    6. Markus Jordan meint:
      27.Juli 2011 at 06:33

      Das Gaspedal ist sicherlich technisch noch besser dosierbar,-aber im Grunde habe ich es nicht zu leichtgängig empfunden,- beim F-CELL ist das ganze übrigens auch nicht anders.

    7. Philipp Deppe meint:
      27.Juli 2011 at 10:31

      Vielleicht empfindet man das Gaspedal auch nur als besonders leichtgängig, weil der Elektromotor schneller, spontaner und direkter anspricht, als ein gewöhnlicher Verbrennungsmotor…..

    8. Markus Jordan meint:
      27.Juli 2011 at 10:49

      Liegt wohl auch daran, das der Drehmoment beim Elektromotor eben sofort anliegt, – was beim Verbrenner ja nicht der Fall ist. Wer einen Elektro bereits gefahren hat, bemerkt das eigentlich auch.

      Ich bin u.a. den Vito e-cell gefahren, – dieser ist zusätzlich auf 80 km/h elektronisch abgeregelt – das Ansprechverhalten beim Gaspedal ist auch hier entsprechend..jedoch aufgrund des Gewichts durchaus Schwergängiger. (Bilder davon sieht man bei Facebook von uns die Tage – vorab – war leider ordentlicher Regen ..)

    9. Florian meint:
      27.Juli 2011 at 12:01

      @mbblog: Etwas außerhalb des Themas, aber wisst Ihr etwas darüber, z.B., ob das Sondermodell auch auf dem dt. Markt erscheint?

      http://www.worldcarfans.com/111072535212/mercedes-s-class-grand-edition-unveiled

      VG