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Der SLS AMG E-CELL: Wir fuhren das Aktuellste aus Affalterbach mit elektronischen 526 PS
von Markus Jordan | 14.Juli 2010
Das neueste und heißeste Gefährt, das momentan aus Affalterbach kommt, ist wohl der SLS AMG. Eine Verschärfung ist die Elektro-Variante E-CELL, welchen wir am Rande der Silvretta Classic im Montafon probefahren konnten.
Da stand er nun, von den Perfektionisten von AMG für uns vor ein Hotel im Montafon bereitgestellt: der SLS AMG E-CELL. im knalligen “AMG lumilectric magno” – dessen Farbe selbst in der Nacht noch nachleuchtet und sich nur wenige RAL-Stufen von der Farben der Rettungswagen unterscheidet. Das Fahrzeug rief mehr als ein “fahr mich !” – und die angegebenen 392kw – 526 PS, 880 Nm war dann mehr als eine Ansage an die Konkurrenz., es war eine Aufforderung für uns, schnellstens einzusteigen.
4 Synchron-Elektromotoren – die mit maximal 12.000 U/min in 4 Sekunden aus den Stand auf 100 km/h beschleunigen können, erwarten uns. Die Motoren selbst sind radnah angeordnet; damit werden die ungefederten Massen gegenüber Radnabenmotoren erheblich reduziert. Ein Getriebe pro Achse stellt den notwendigen Kraftschluss her.
11 Sekunden – und der Forschungsträger knackt die 200 km/h-Marke – bei 250 km/h ist der Vortrieb beendet, elektronisch abgeregelt. Die Reichweite – unter der Berücksichtigung, das es sich um einen Technologieträger handelt: 150 km – im Mix. Erste Auslieferungen des Wagens sind ab 2013 geplant, die Reichweite ist bis dahin wohl auch noch zu erhöhen. Die AMG-Leute geben auf Rückfrage eine Zielmarke von rund 200 km an. Preis? – gut, wir haben natürlich gefragt – aber detailierte Antwort haben wir nicht erwartet, aber auch nicht bekommen – es ist aber scheinbar mit den doppelten der Kaufpreises der normalen V8-Version zu rechnen.
Die Batterien des SLS AMG E-Cell bestehen aus 324 Lithium-Ionen-Polymerzellen mit einer Ladekapazität von 480 kW und ermöglichen mit den 4 Elektromotoren eine fast lautlose Fahrt, – und eben das ist es, was an diesen Fahrzeug – neben der Beschleunigung -, fasziniert.
Die größten optischen Veränderungen finden wir im Innenraum des SLS AMG E-CELL: Das Kombiinstrument und die Mittelkonsole im neuen Design, das neue AMG Kombi-Instrument informiert über Geschwindigkeit, Ladezustand des Akkus und die voraussichtliche Reichweite.
KM-Stand des Forschungsträgers? schon über 5000 km – es scheint, als hatte man bei der ersten Fahrvorstellung in Norwegen durchaus viel Spaß – zeigt uns aber gleichzeitig, das das Fahrzeug nicht nur gut aussieht, sondern auch fahren kann. Der Blick geht zur Mittelkonsole, wo nun ein 25 Zentimeter großer Touchscreen integriert ist, hier können Fahrer und Beifahrer nicht nur sämtliche Audio-, Klima- und Navigationsfunktionen bequem bedienen, sondern erhalten auch Informationen über den Kraftfluss der vier Elektromotoren. Die Bedienung ähnelt ein wenig dem iPhone von Apple, aber das auch nur Ansatzweise. Eine Navigationsansicht bleibt uns in Österreich verwehrt, nach Rückfrage wird uns erklärt, das hier bislang nur Kartendaten für Deutschland eingepflegt worden sind. Auf die Frage, ob das neue Display auch irgendwann in den “normalen” SLS AMG angeboten wird, erhalten wir erstmal ein kurzes “Nein” – der Aufwand und der notwendige Support beim örtlichen Händler wäre dazu wohl noch zu hoch. Jedoch: Wenn es mal kommen sollte, hätte Daimler hier im Gegensatz zur Konkurrenz wohl einige Zeit die Nase vorne.
In der zum Fahrer geneigten “AMG Drive Unit” befindet sich der Taster für den Motorstart, die ESP®-Funktionen, die AMG Speicherfunktion und die ausfahrbaren Splitter bzw. Flügel an Front und Heck. Mit Hilfe von drei neuen Tastern kann der Fahrer durch einfaches Antippen zwischen P, R, und D wechseln – erst für uns ungewohnt, aber dann schnell begriffen. Eine Parkstellung wird durch Abstellen der Elektromotoren auch automatisch aktiviert.
Wer nach Heck- oder Frontantrieb des Fahrzeuges fragen tut, hat eindeutig nicht aufgepasst: Der E-CELL hat Allrad, – und das zeigte er uns sofort. Nach einer kurzen Einweisung des Fahrzeuges durch das AMG-Team fuhren wir die ersten Meter auf öffentlichen Straßen in Österreich – erst zögerlich, dann wurde das Gaspedal durchgedrückt – was sich durchaus als Fehler zeigte. Die Folge unserer Tat: Durchdrehen auf allen 4 Rädern, – der E-CELL mag es wohl eher sanft, ein zu ruckartiges Drücken des rechten Pedals macht sich negativ bemerkbar, – nicht auf das Fahrzeug, aber durchaus auf uns – die unvermutete Leistung hatte uns erstmal geschockt.
Die Fahrt ging durch verschiedene Ortschaften im Vorarlberg in Österreich. Ist man Reaktionen der Passanten auf einen SLS AMG gewohnt, ändert sich diese schlagartig bei einen knallgelben, der zum “Hinterhersehen” geradezu einlädt. Bei der Fahrt und beim Außengeräusch ist nur ein leichtes Summen wahrnehmbar, ansonsten bewegt sich der Flügeltürer geradezu lautlos von A nach B.
Der Fahrspaß für die Fahrzeuginsassen erreicht Glücksgefühle, die man so gar nicht in Worte fassen kann – ein unbeschreibliches Gefühl: Lautlos unterwegs – aber trotzdem mit 526 PS keinen Gegner auf der Straße unterlegen, – wenn man natürlich von der momentanten Reichweite absieht – doch daran wird die nächsten Jahre noch gearbeitet.
In der Ortschaft Schruns mussten wir, aufgrund verengter Straße und entgegenkommenden Stadtbusses, mit den E-CELL ungeplant rückwärts zurücksetzen, geradewegs rückwärts in die Ziellinie der dort noch laufenden Oldtimerrallye. Zur Freude der Zuschauer: schon machte der Moderator erneut die Zuschauer auf den wohl einzigartigen SLS aufmerksam, schon wurden die Fotos gezückt. Geplant war dies nicht, – aber amüsant trotzdessen.
Am Ende der Fahrt passierte das, was wohl vom Beifahrer von AMG wohl gewollt war, aber irgendwie verhindert hätte müssen: das Aussteigen -wer einmal im E-CELL sitzt, möchte freiwillig nicht mehr aussteigen. Es hilft nichts ! – zumal AMG nur ein einziges Fahrzeug des E-CELL momentan im Bestand hat, welcher für Testfahrten genauso bereitstehen soll, wie für die Weiterentwicklung.
Unser Fazit der Testfahrt: AMG hat hier bewiesen, das Elektrofahrzeuge durchaus nicht langsam sein müssen, zumal der SLS E-CELL der normalen 8-Zylinder-Version kräftemässig so gut wie nicht nachsteht. Fahrspaß ist bereits jetzt schon garantiert. Mit einen geplanten Serieneinsatz ab 2013 und einer Zielmarke von 200 km an Reichweite hat man sich durchaus hohe Ziele gesetzt. Das Fahrzeug bleibt erstmal ein Forschungsfahrzeug, – bislang noch einzigartig. Es wird ganz offen darüber geredet, das noch nicht alles perfekt ist – oder gar so ist, wie es sein sollte. Die Richtung stimmt, die Perfektion ist angestrebt und wird, wer die Leute von AMG kennt, bis zur Serienversion erreicht.
Interessierte Kunden gibt es bereits, so wird uns erzählt. Zielgruppe: sicherlich nicht die, die nur einen SLS in der Garage haben… – sondern zwischendurch mit der Elektroversion Spaß haben möchten.. und, ja: Platz für die Golftasche im Kofferraum ist vorhanden, … Sportwagenfahrer, die Sportwagen auch mit den Ohr verbinden, müssen sich jedoch umstellen.
Bilder: MB Passion Blog / Daimler AG

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Themen: Fahrtest, Forschungsfahrzeug, SLS AMG | 5 Kommentare »










14.Juli 2010 at 12:55
Die Lackierung nennt sich meiner Meinung nach “magno”.
14.Juli 2010 at 13:09
@Florian
Gut aufgepasst! Da ist ein kleiner Buchstabendreher rein gerutscht.
Farbton ist AMG lumilectric magno – nicht Mango wie die Frucht.
14.Juli 2010 at 14:14
Sorry
Im Übereifer passiert das wohl, !
magno ist richtig, auch wenn er recht fruchtig aussieht. glänzend ist die Farbe hingegen nicht.
14.Juli 2010 at 23:33
völlig wurscht, wie sich die Farbe nennt, von mir aus auch rosa.
ich bin nur neidisch. ich will das Ding auch fühlen
NEID!!
2.August 2010 at 20:22
[...] Ort: Der SLR McLaren und der SLS AMG – letzterer sogar in der E-CELL Version, den wir bereits selbst gefahren [...]