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    Mercedes-Benz Forschungsfahrzeug F 800 Style – Wegweisende Oberklasselimousine mit „grüner“ Technologie und avantgardistischem Design

    von Philipp Deppe | 21.Februar 2010

    Mit dem Forschungsfahrzeug F 800 Style zeigt Mercedes-Benz die Zukunft des Premiumautomobils aus einer neuen Perspektive:

    Die fünfsitzige Oberklasselimousine kombiniert hocheffiziente Antriebstechnologien mit einzigartigen Sicherheits- und Komfortfunktionen sowie einer emotionalen Formensprache, die das moderne Mercedes-Benz Design im Sinne der markentypisch kultivierten Sportlichkeit interpretiert. Der F 800 Style bietet einen großzügigen Innenraum mit intelligenten Sitz-, Bedien- und Anzeigekonzepten. Weltweit einmalig für große Limousinen ist auch eine neu entwickelte Multiantriebsplattform. Künftig gilt es mehr denn je, Mobilität und Umweltschutz in Einklang zu bringen.

    Die Weltbevölkerung wird weiter wachsen, insbesondere in den Ballungszentren. Damit nimmt auch der Mobilitätsbedarf und folglich die Verkehrsdichte zu. Laut aktuellen Studien wird sich der globale Automobilbestand bis zum Jahr 2030 auf rund 1,8 Milliarden Fahrzeuge verdoppeln. Als Erfinder des Automobils übernimmt Mercedes-Benz auch die Verantwortung für dessen Weiterentwicklung – dies mit Blick auf effiziente und saubere Antriebslösungen ohne Verzicht auf Komfort, Sicherheit, Funktionalität und Fahrspaß.

    Dabei beschränkt sich die Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Mercedes-Ingenieure keineswegs auf aktuelle Kundenwünsche und gesetzliche Vorgaben.

    Darüber hinaus werden langfristige Trends – im technologischen Bereich ebenso wie auf sozialer und kultureller Ebene – auf wissenschaftlicher Basis ermittelt und gezielt für die Automobilentwicklung adaptiert. Systematische und zielorientierte Zukunftsforschung bildet somit eine wesentliche Grundlage für die Innovationskraft von Mercedes-Benz, die in Forschungsfahrzeugen mit dem Stern konkrete Gestalt annimmt.

    Multiantriebsplattform für zwei unterschiedliche Antriebskonzepte
    Der F 800 Style ist dank seiner flexiblen Multiantriebsplattform für den Einsatz von unterschiedlichen alternativen Antriebssystemen geeignet. Beispielhaft wird dies durch zwei technisch eigenständige Varianten demonstriert:

    • Als Plug-in-Hybrid ermöglicht der F 800 Style lokal emissionsfreies elektrisches Fahren im urbanen Verkehr. Auf Langstrecken sorgt ein vom Hybridmodul unterstützter Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung der neuesten Generation für souveränen und effizienten Fahrspaß

    • Bei der F-CELL Variante ermöglicht eine Brennstoffzelle mit Wasser-stoff als Energieträger lokal emissionsfreies Fahren mit Elektroantrieb. Die einzige Emission von Elektroautos mit Brennstoffzelle ist Wasserdampf

    „Hybrid- und Elektronantriebe mit Brennstoffzelle sind zwei wichtige Bausteine unseres breit aufgefächerten Antriebsportfolios, mit dem wir weltweit alle Kundenanforderungen an die Mobilität von heute, morgen und übermorgen erfüllen können“, so Dr. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für Konzernforschung und Entwicklung Mercedes-Benz Cars. „Unser Weg in die nachhaltige Mobilität ist dreispurig ausgebaut – das Spektrum umfasst die Optimierung von Fahrzeugen mit modernsten Verbrennungsmotoren, die weitere Effizienzsteigerung durch maßgeschneiderte Hybridisierung sowie das lokal emissionsfreie Fahren mit Brennstoffzellen- oder Batteriefahrzeugen.“

    F 800 Style mit Plug-in-Hybrid: Dreiliterauto im Sportdress
    Mercedes-Benz setzt mit dem F 800 Style neue Maßstäbe für künftige nachhaltige Mobilität. Dank eines leistungs- und drehmomentstarken Hyb-ridmoduls fährt der F 800 Style Plug-in HYBRID in der Stadt fast aus-schließlich rein elektrisch und damit ohne lokale Emissionen. Ein hohes Drehmoment schon aus dem Stand heraus sorgt auch im Elektromodus für Fahrleistungen auf dem Niveau eines V6-Benzinmotors. Die elektrische Reichweite beträgt bis zu 30 Kilometer. Durch den effizienten Antrieb und einen CO2-Bonus für den batterieelektrischen Fahrbetrieb erreicht der F 800 mit Plug-in-Hybrid einen zertifizierten Verbrauch von lediglich 2,9 Liter Benzin auf 100 Kilometern. Daraus resultiert ein extrem niedriger CO2-Ausstoß von nur 68 Gramm pro Kilometer. Dank seiner hervorragenden Effizienz erzielt der F 800 Style mit Plug-in-Hybrid dennoch Fahrleistungen auf gehobenem Sportwagenniveau. In lediglich 4,8 Sekunden beschleunigt er auf 100 km/h und ist maximal 250 km/h schnell (elektronisch abgeregelt). „Damit ist der F 800 Style das erste Dreiliterauto, das derart sportliche Akzente setzt und gleichzeitig Platz für fünf Passagiere bietet“, so Dr. Weber. Der Antrieb besteht aus einem rund 220 kW (300 PS) starken V6-Benziner mit Direkteinspritzung der nächsten Generation und einem Hybridmodul mit rund 80 kW (109 PS) Leistung, sodass rund 300 kW (409 PS) Gesamtleistung zur Verfügung stehen. Die Lithium-Ionen-Batterie mit einer Speicherkapazität >10 kWh lässt sich an Ladestationen oder einer Haushaltssteckdose aufladen.

    Dank des leistungsstarken Elektroantriebs kann der F 800 Style bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h rein elektrisch fahren. Damit deckt die lokal emissionsfreie und geräuscharme Elektrotraktion den gesamten städtischen und den größten Teil des Überlandverkehrs ab. Der Aktionsradius im Elekt-romodus beträgt bis zu 30 Kilometer. Extreme Effizienz zeichnet auch den neuen 3,5-Liter-Benziner aus. Der V6-Motor verfügt über eine innovative strahlgeführte Benzindirekteinspritzung mit hochpräzisen Piezo-Injektoren. Dank der hohen Effizienz des Antriebs genügt beim F 800 Style mit Plug-in-Hybrid ein Tankvolumen von 45 Litern für eine hohe Gesamtreichweite von rund 700 Kilometern.

    Vielseitiger Hybrid-Systembaukasten
    Die elektrischen Antriebskomponenten des F 800 Style mit Plug-in-Hybrid belegen einmal mehr die Vielseitigkeit des intelligenten, weit skalierbaren modularen Hybrid-Systembaukastens von Mercedes-Benz, der in puncto Leistung und Einsatzspektrum vielfältige Ausbaumöglichkeiten bietet: Hybridmodule verschiedener Leistungsstufen und Batterien mit entsprechender Kapazität können mit den volumenstärksten Benzin- und Dieselmotoren von Mercedes kombiniert werden. Alle Hybridmodule sind mit dem Automatikgetriebe 7G-TRONIC kompatibel.

    Auf dieser Basis können sämtliche Varianten des Hybridantriebs realisiert werden: vom Mildhybriden bis hin zum Hybriden, der zusätzlich zu den Boost-, Start/Stopp- und Rekuperationsfunktionen auch rein elektrisches Fahren ermöglicht. Eine weitere Option ist der im F 800 Style eingesetzte Plug-in-Hybrid, der in ähnlicher Form auch bereits in der Vision S 500 Plug-in HYBRID im Rahmen der IAA 2009 vorgestellt wurde. Bei dieser besonders leistungsfähigen Variante des Mercedes-Hybridantriebs kann die Batterie zwecks Steigerung der „elektrischen“ Reichweite zusätzlich an der Steckdose aufgeladen werden.

    Konstruktiv unterscheidet sich das Hybridmodul des F 800 Style mit rund 80 kW Leistung nur unwesentlich von der 44 kW starken Variante der Vision S 500 Plug-in HYBRID. Während die Lithium-Ionen-Batterie bei der Vision S 500 Plug-in HYBRID hinter den Rücksitzen platziert war, sitzt der Stromspeicher beim F 800 Style nun unter der Rücksitzbank. Die Einbaulage gewährleistet bestmögliche Crash-Sicherheit, gute Fahrdynamik dank niedrigem Fahrzeugschwerpunkt sowie uneingeschränktes Platzangebot im Fahrzeuginnenraum. Der 45 Liter fassende Benzintank ist – ebenfalls crashsicher und platzsparend – hinter der Rücksitzlehne montiert. Daraus resultiert ein großzügiges Kofferraumvolumen von 440 Litern. Beim F 800 Style mit Plug-in-Hybrid haben die Mercedes-Ingenieure besonderes Augen-merk auf die Weiterentwicklung des rein elektrischen Fahrens im urbanen Verkehr gelegt. Ergebnis: Durch die hohen Leistungsreserven bewältigt der F 800 Style alle Arten von Stadtverkehr im E-Modus extrem souverän und lokal emissionsfrei.

    Trennkupplung vermeidet Motorschleppverluste
    Ein systemspezifisches Merkmal des vom S 500 Plug-in HYBRID bekannten Hybridkonzepts ist die Kupplung, die zwischen Verbrennungs- und Elektromotor integriert ist. Sie entkoppelt die beiden Aggregate bei rein elektrischer Fahrt voneinander, sodass im Elektromodus für höchste Effizienz ohne Motorschleppverluste gesorgt ist. Dank vollständiger Integration ins Wandlergehäuse der Siebenstufenautomatik 7G-TRONIC beansprucht die Trennkupplung keinen zusätzlichen Einbauraum.

    Im F 800 Style mit Plug-in-Hybrid kommt eine Antriebsbatterie auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie zum Einsatz. Sie wird über einen eigenen Wasserkreislauf gekühlt, der an die Klimaanlage des Forschungsfahrzeugs angeschlossen ist und die Kühlung des Akkus innerhalb eines optimalen Temperaturfensters gewährleistet. Die Plug-in-Batterie des F 800 Style kann sowohl an Ladestationen als auch über eine Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Damit ist der F 800 Style ein vollwertiges Elektroauto. Die Ladesteckdose am Fahrzeug ist von Leuchtelementen eingefasst, die den Ladezustand der Batterie anzeigen. Ein langsam pulsierendes Leuchten signalisiert den aktiven Ladevorgang, ein konstantes Dauerleuchten bedeutet, dass die Batterie vollgeladen ist.

    Leistungsstarkes Hybridmodul: Elektromobilität nicht nur in der Innenstadt
    Die Hochleistungsbatterie mit einer Speicherkapazität >10 kWh und das rund 80 kW/109 PS starke Hybridmodul ermöglichen dem F 800 Style rein elektrisches Fahren bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h, was für Fahrten in der Stadt sowie im Überlandverkehr mehr als ausreichend ist. Das hohe Drehmoment steht bereits ab der ersten Umdrehung des Elektromotors zur Verfügung und verleiht dem F 800 Style einen beeindruckenden Auftritt – er ist damit dynamisch und souverän unterwegs, gleichzeitig hocheffizient, lokal emissionsfrei und beinahe geräuschlos.

    Bei schnellerer Fahrt oder wenn die Batteriereichweite von ca. 30 Kilometern erlangt ist, wird der Benzinmotor automatisch zugeschaltet. Die Fahrzeugelektronik synchronisiert dabei die Drehzahl von Ver-brennungsmotor und Hybridmodul, sodass das Schließen der Kupplung völlig ruckfrei und unmerklich für den Fahrer geschieht. Das ausgefeilte Zusammenspiel mit dem Verbrennungsmotor ermöglicht zahlreiche Zusatzfunktionen, die den Kraftstoffverbrauch, die Emissionen und die Agilität gleichermaßen positiv beeinflussen.

    Neben einer ECO Start-Stopp-Funktion ist dies unter anderem der sogenannte „Boost“-Effekt, durch den der Elektromotor den Verbrennungsmotor in der Beschleunigungsphase kraftvoll unterstützt. Den Energievorrat der Batterie frischt das Hybridmodul während der Fahrt auf: durch die sogenannte Rekuperation, die Nutzung der Bremsenergie. Die Trennkupplung wirkt auch dabei effizienzsteigernd, da sie die volle Rekuperationsleistung ohne Motorschleppverluste ermöglicht.

    Effizienter Benziner mit strahlgeführter Piezo-Direkteinspritzung
    Mit rund 220 kW (300 PS) Leistung unterstreicht der V6-Benziner den sportlichen Charakter des F 800 Style. Dank strahlgeführter Direkteinspritzung mit hochpräzisen Piezo-Injektoren arbeitet er besonders effizient. Die strahlgeführte Benzindirekteinspritzung, die Mercedes-Benz 2006 als erste Automobilmarke in Serie brachte, ermöglicht durch einen höheren thermodynamischen Wirkungsgrad eine bessere Kraftstoffausnutzung und damit einen verminderten Kraftstoffverbrauch. Den entscheidenden Vorteil bietet der sogenannte Schichtmodus, wenn der Motor mit hohem Luftüberschuss und damit sehr verbrauchsgünstig arbeitet.

    Dieser vorteilhafte „Magerbetrieb“ ist beim Mercedes-Direkteinspritzer in einem erweiterten Drehzahl- und Lastbereich möglich, weil das Brennverfahren konsequent weiterentwickelt wurde. Zudem werden die Brennräume bei jedem Arbeitstakt in Sekundenbruchteilen mehrmals hintereinander mit Kraftstoff versorgt. Gemischbildung, Verbrennung und Verbrauch konnten auf diese Weise weiter verbessert werden.

    Fahrspaß ohne Schadstoffemissionen: F 800 Style mit Elektroantrieb auf Basis der Brennstoffzellentechnik
    Auch als Variante mit einem Elektroantrieb auf Basis der Brennstoffzellentechnologie bietet der F 800 Style dank seiner intelligenten Auslegung Fahrspaß und Fahrdynamik sowie Platz für bis zu fünf Personen: Der rund 100 kW (136 PS) starke Elektromotor entwickelt ein souveränes Drehmoment von rund 290 Nm. Den Fahrstrom erzeugt die Brennstoffzelle emissionsfrei aus einer chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff an Bord; dabei entsteht lediglich reiner Wasserdampf.

    Schon seit 1994 erforscht der Stuttgarter Automobilhersteller den Einsatz des Elektroantriebs mit Brennstoffzelle im Automobil und verfügt damit über herausragendes Know-how auf diesem Gebiet. Mit der neuen B-Klasse F-CELL hat Mercedes-Benz bereits das erste unter Serienbedingungen gefertigte Fahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb vorgestellt. 2010 gehen die ersten Fahrzeuge der Kleinserie in Kundenhand über.

    Wie bei der Hybridantriebstechnik haben die Mercedes-Ingenieure auch für Fahrzeuge mit Batterie- und Brennstoffzellenantrieb einen modularen Systembaukasten entwickelt. Dieser ermöglicht den effizienten Einsatz von Gleichteilen in allen Elektrofahrzeugen, von dem Elektromotor und dem Getriebe über die Batterie und das Hochvolt-Sicherheitskonzept bis hin zu Hochvoltverkabelung und Softwaremodulen. Bei F-CELL Fahrzeugen lassen sich spezifische Komponenten wie die Stacks für ganz unterschiedliche Fahrzeuge nutzen. Die im F 800 Style eingesetzte Brennstoffzelle und der Elektromotor kommen beispielsweise auch in der B-Klasse F-CELL zum Einsatz. Die Brennstoffzellenvariante des F 800 Style ist für eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h ausgelegt.

    Der F 800 Style profitiert von dem herausragenden Know-how auf dem Gebiet der Brennstoffzellentechnologie, das bei Daimler bis zur Fertigung von Pkw und Nutzfahrzeugen reicht. Der neueste Mercedes-Benz Brennstoffzellenbus vom Typ Citaro wird mit zwei Pkw F-CELL Systemen desselben Typs betrieben, der in der B-Klasse F-CELL verwendet wird.

    Emissionsfrei auch auf langen Strecken
    Der Brennstoffzellen-Elektroantrieb für den F 800 Style wurde so konzipiert, dass es sich komplett im Vorderwagen unterbringen lässt. Das kompakte Vorbau-Package konnte dank konsequenter Größenreduzierung aller F-CELL Komponenten realisiert werden. So kommt zum Beispiel ein leistungsstarker, hocheffizienter und sehr laufruhiger elektrischer Turbolader für die Luftversorgung zum Einsatz. Da der Lader sehr leise arbeitet, ist keine aufwendige und voluminöse Geräuschkapselung erforderlich.

    Die kompakten Komponenten ermöglichen die Integration des Elektroan-triebs mit Brennstoffzelle in ein heckgetriebenes Fahrzeug mit den Abmessungen einer konventionellen Limousine. Der Elektromotor liegt dann platzsparend zwischen den Hinterrädern, die Lithium-Ionen-Batterie hinter der Rücksitzlehne. Die vier Wasserstofftanks sind bestmöglich geschützt im Mitteltunnel zwischen den Passagieren sowie unter der Rücksitzbank platziert.

    Der Wasserstoff für den Betrieb der Brennstoffzelle wird mit 700 bar in insgesamt vier Fahrzeugtanks gespeichert. Sie können bis zu 5,2 Kilogramm des gasförmigen Kraftstoffs aufnehmen, ausreichend für einen Aktionsradius von fast 600 Kilometern. Diese Reichweite wird durch die intelligente Integration der Tanks in das Fahrzeug realisierbar und zeigt erstmals die konsequente Ausrichtung einer Fahrzeugarchitektur auf alternative Antriebe. Die Tanks sind nach außen hermetisch dicht, sodass auch bei längeren Standzeiten des Fahrzeugs kein Wasserstoff in die Umgebung entweicht.

    Effizienzsteigerung durch Rückgewinnung von Bremsenergie
    Bei jedem Bremsvorgang und bereits beim Gaswegnehmen wandelt der Elektromotor Bewegungsenergie durch Rekuperation in elektrische Energie um, die in der Batterie gespeichert wird. Beim Rangieren, im langsamen Stadtverkehr mit Stop-and-go-Verkehr oder auf kurzen Fahrstrecken arbeitet der elektrische Antriebsmotor mit Batteriestrom. Reicht die Kapazität des Energiespeichers nicht aus, schaltet sich die Brennstoffzelle automatisch zu. Ob die elektrische Energie aus der Lithium-Ionen-Batterie, aus der Brennstoffzelle oder aus beiden Systemen zusammen genutzt wird, entscheidet das intelligente Antriebsmanagement jeweils vor dem Hintergrund höchster Effizienz.

    Hintere Schwenkschiebetüren gewährleisten maximalen Einstiegskomfort
    Eine besonders kundenfreundliche Innovation des F 800 Style sind seine hinteren Türen: Während die Vordertüren üblicherweise an der A-Säule angeschlagen sind und nach vorne öffnen, gleiten die hinteren Portale beim Öffnen zurück. Dabei haben die Mercedes-Benz Ingenieure für den F 800 Style einen komplett neuen Öffnungsmechanismus realisiert: Die beiden hinteren Türen sind jeweils an einem innen liegenden Schwenkarm aufge-hängt, der an der C-Säule fixiert ist. Beim Öffnen wird die Schwenkschiebetür durch eine mechanisch gekoppelte Kinematik aus Translation und Rotation ein Stück weit von der Karosserie wegbewegt und gleitet dann zurück.

    Da die hinteren Türen dicht an der Karosserie entlang geführt werden und die vorderen vergleichsweise kurz gehalten sind, gelingen Ein- und Ausstieg in engen Parklücken wesentlich leichter. Dank fehlender B-Säule ist der gesamte Raum zwischen A- und C-Säule bei geöffneten Türen frei zugänglich, die große Öffnung lässt den Passagieren maximale Bewegungsfreiheit. Die Öffnung der vorderen und hinteren Türen ist dabei jeweils völlig unabhängig voneinander möglich. In geschlossenem Zustand wird die vordere Tür über zwei Schlösser verriegelt; eines davon ist oben am Dachrahmen eingelassen, ein weiteres unten am Schweller. Die Schwenk-schiebetür wird über ein zentrales Schloss hinten sowie im vorderen Bereich der Tür mit entsprechenden Kulissenführungen verriegelt.

    Höchste Crash-Sicherheit bei gleichzeitig reduziertem Karosseriegewicht
    Dank der optimierten Karosseriekonstruktion erfüllen beide Varianten des F 800 Style auch in puncto Sicherheit höchste Anforderungen. Trotz des Verzichts auf eine B-Säule ist die leichte Rohbaustruktur des Forschungs-fahrzeugs hochstabil und verwindungssteif. Die Verbindung von hoher Belastbarkeit und effektivem Leichtbau erreichten die Mercedes-Ingenieure durch eine intelligente Metall-Hybridbauweise, bei der hochfeste Stähle in Kombination mit Aluminiumstrang¬press-Komponenten zum Einsatz kommen.

    Zusätzlich wurden für den Unterboden und den Mitteltunnel leichte und dabei extrem steife (Sandwich-)Compound-Bauteile mit leichten Aluminiumwaben-kernen verwendet. Die gewichts- und crashoptimierten Baugruppen sind so ausgeführt, dass sie Antriebs- und Speicherkomponenten aufnehmen können. Beispielsweise sind die beiden längs übereinanderliegenden Wasserstofftanks des F 800 Style mit Brennstoffzellenantrieb platzsparend und bestmöglich geschützt im stabilen Mitteltunnel untergebracht.

    Erfolgreicher Transfer von der Forschung in die Serie
    Seit Anfang der Achtzigerjahre hat Mercedes-Benz 13 Forschungsfahrzeuge vorgestellt. Die Serie dieser faszinierenden und wegweisenden Automobile – vom Auto 2000 des Jahres 1981 bis zum aktuellen F 800 – dokumentiert, wie konsequent und vorausschauend die Ingenieure von Mercedes-Benz Kernthemen von Forschung und Technologie untersuchen und innovative Lösungen für die Zukunft entwickeln.

    Viele Systeme aus Forschungsfahrzeugen, die vor Jahren als revolutionär galten, sind heute bei Mercedes-Benz im Serieneinsatz. Dazu gehört beispielsweise der Abstandsregeltempomat DISTRONIC. Er wurde 1991 erstmals im F 100 realisiert und feierte 1998 in der S-Klasse Serienpremiere. Das aktive Fahrwerk Active Body Control, das heute in der CL-, S- und SL-Klasse eingesetzt wird, ist ebenso wie Windowbag oder Kurvenlicht ein Beispiel für erfolgreichen Technologietransfer vom Forschungs- in das Serienfahrzeug. Der F 500 Mind stand „Pate“ für die weitere Hybridentwicklung. Er kombinierte den V8-Dieselmotor einer S Klasse mit einer Elektromaschine. Dieses Doppel bildete den damals leistungs- und drehmomentstärksten Hybridantrieb für heckgetriebene Personenwagen.

    Der unmittelbare Vorgänger des neuen F 800 Style, der 2007 auf der IAA in Frankfurt vorgestellte F 700, kann als weltweit erstes Auto den Straßenzustand vorausschauend erkennen und mit seinem aktiven PRE-SCAN-Fahrwerk Unebenheiten nivellieren, was den Federungskomfort nochmals deutlich verbessert. Ein weiteres Technik-Highlight ist der im F 700 vorgestellte zukunftsweisende DIESOTTO Antrieb. Der Vierzylinder mit nur 1,8 Liter Hubraum verbindet die Stärken des emissionsarmen Ottomotors und den Verbrauchsvorteil des Dieselantriebs. Sein CO2-Ausstoß von lediglich 127 Gramm pro Kilometer entspricht einem Verbrauch von nur 5,3 Liter Ottokraftstoff pro 100 Kilometer.

    Der F 800 Style setzt diesen Weg fort. Wie seine Vorgänger weist er mit bedeutenden Innovationen der Antriebs-, Komfort- und Sicherheitstechnik sowie seinem emotionalen Design den Weg in die Serienproduktion von künftigen Mercedes-Benz Automobilen, die Faszination und Verantwortung auf überzeugende Weise verbinden.

    Quelle/Bilder: Daimler AG – MB Passion

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    3 Kommentare to “Mercedes-Benz Forschungsfahrzeug F 800 Style – Wegweisende Oberklasselimousine mit „grüner“ Technologie und avantgardistischem Design”

    1. Charly Weingärtner meint:
      21.Februar 2010 at 01:09

      Geil, einfach nur geil, wenn sowas kommt. Über das Design von Konzeptfahrzeugen lässt sich ja trefflich streiten… aber die Technik, allererste Sahne. So sieht die Zukunft des Automobils aus… YES, WE CAN!

    2. Markus Jordan meint:
      21.Februar 2010 at 08:27

      Das Design scheint auch mal aus anderer Hand zu kommen, – Details haben wir zwar, aber keine 100%ige Bestätigung, darum lassen wir das auch weg.

      Technik hat sich Philipp im Detail angesehen,…

    3. Mercedes-Benz in Genf: Details zum Messestand von Mercedes-Benz zum 80. Internationalen Auto Salon | Mercedes-Benz-Passion meint:
      24.Februar 2010 at 00:03

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