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    Konzeption und Entwicklung des SLS: Virtuell und real – digitale und echte Prototypen für höchste Ansprüche

    Von Philipp Deppe | 6.November 2009

    Zum ersten Mal in ihrer über 40-jährigen Geschichte besitzt die Mercedes-AMG GmbH die hundertprozentige Verantwortung für die Konzeption und Entwicklung eines komplett neuen Automobils. Eine überaus solide Grundlage hierfür bilden nicht nur die in über vier Jahrzehnten Motorsport gewonnenen Erfahrungen, sondern auch das große Know-how beim Bau hochkarätiger Performance-Automobile sowie die vernetzte Entwicklung mit ausgewählten Mercedes-Benz Entwicklungsbereichen des Mercedes Technology Centers (MTC) in Sindelfingen.

    SLS 63 AMG

    Faszinierende Fahrdynamik und Mercedes-typische Alltagstauglichkeit – diese Attribute stehen im Lastenheft des Mercedes-Benz SLS AMG im Mittelpunkt. Bei der Realisierung und Umsetzung der hochgesteckten Ziele vertrauen die Mercedes-AMG Fachleute am Standort Affalterbach modernsten Simulationsprogrammen und aufwendigen Testfahrten auf allen Kontinenten.

    Die Konzeption und Entwicklung des neuen Supersportwagens wurde Ende 2006 verabschiedet.

    Digitaler Prototyp schafft Grundlage für erste Entwicklungsträger
    Bevor der erste „echte“ Prototyp auf die Räder gestellt wird, müssen zunächst die virtuellen Prototypen das Laufen lernen. So wird der neue Flügeltürer zu Beginn am Computer zum Leben erweckt – und zwar als digitaler Prototyp (DPT). Auf diese Weise wird mithilfe ausgiebiger Untersuchungen ermittelt, wie die Zielsetzungen für den neuen Supersportwagen erreicht werden können. Ob Gewichtsverteilung, Einbauposition des Motors, Schwerpunktlage, Achskonstruktion, Fahrdynamik, Aerodynamik, Ergonomie, Crashverhalten oder Produktionsprozess – modernste Simulationsprogramme ermöglichen die realitätsnahe Abbildung eines Fahrzeugs und alle seiner Eigenschaften. Der digitale Prototyp ist somit ein komplettes virtuelles Automobil.

    Der digitale Prototyp hilft auch bei Planung und Aufbau der ersten fahrbereiten Entwicklungsträger, also Autos, die mit den ersten Technik-Komponenten wie Antrieb, Bremse oder Achsen bestückt sind, den sogenannten „Mulettos.“ Dank der virtuellen Vorarbeit haben die seit Frühjahr 2007 eingesetzten Testfahrzeuge vom Start weg einen sehr hohen Reifegrad. Modernste Messtechnik in den Fahrzeugen liefert wertvolle Daten, etwa die Temperaturen von Motoröl, Kühlwasser und Bremsscheiben – im Fokus stehen aber beispielsweise auch Rundenzeiten etwa auf der Nürburgring-Nordschleife sowie messbare und exakt definierte Fahrdyna-mikmanöver, um verschiedene Achskinematik-Varianten oder Feder- und Dämpfer-varianten miteinander vergleichen zu können.

    Seit Sommer 2008 sind die ersten „echten“ getarnten Prototypen des SLS AMG auf Welterprobung. Ob Klimaanlage, Reifen, Fahrwerk, Motorkühlung, Fahrdyna-mik-Regelsysteme oder Bremsen: das standardisierte und aufwendige AMG Entwicklungs- und Erprobungsprogramm auf Test- und Rennstrecken, Alpenpässen und spezifisch definierten, öffentlichen Straßen dient der konsequenten Weiterentwicklung sowie dem Aufspüren etwaiger Problemfelder – und somit der verlässlichen Erzielung höchster Qualität. Hierbei sind permanent über 40 Fahrzeuge parallel im Einsatz. Parallel dazu werden auf Prüfständen Einzelkomponenten wie Motor, Antriebsstrang, Getriebe, Achsen, und Bremsen, aber auch die komplette Karosserie-Struktur bis an ihre Grenzen belastet.

    Dauerlauferprobung im Zeitraffer unter härtesten Bedingungen
    Die umfangreiche Fahrzeugentwicklung ergänzt eine Dauerlauferprobung; sie simuliert ein Fahrzeugleben unter härtesten Bedingungen im Zeitraffer. Das Ziel: einen hohen Reifegrad sicherzustellen, bevor die Fahrzeugproduktion im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen anlaufen kann.

    Die Dauerlauferprobung auf einen Blick:
    Gemischter Straßendauerlauf:
    • Erprobung aller Komponenten und Systeme im Zusammenspiel im Alltags-gebrauch. Die bis zum zulässigen Gesamtgewicht beladenen Testfahrzeuge spulen ein exakt definiertes Programm auf Landstraßen, Autobahnen sowie im Stadtverkehr ab.

    Heide-Dauerlauf:
    • Im Fokus der Entwickler stehen die Betriebsfestigkeit der Fahrwerkkomponenten, der gesamten Karosserie sowie des Integralträgers, an dem Vorderachse, Lenkung und Motor befestigt sind. Die Testfahrzeuge sind dabei bis zum zulässigen Gesamtgewicht beladen.

    Raff-Dauerlauf:
    • Gesamtfahrzeug-Erprobung mit Schwerpunkt Antriebsstrang und Fahrwerk. Besonderheit des AMG-Programms: 10.000 Kilometer auf der Nürburgring-Nordschleife und 10.000 Kilometer im Stadtverkehr.

    Volllast-Dauerlauf:
    • Extreme Beschleunigungs- und Verzögerungsprofile mit hohem Volllastanteil, hohe Belastung für Kühlung, Kraftstoffversorgung und Bremsanlage.

    Welt-Dauerlauf:
    • Gesamtfahrzeug-Erprobung mit Schwerpunkt Antriebsstrang, Fahrwerk, Aufbau.

    Korrosions-Dauertest:
    • Die Korrosionserprobung am Gesamtfahrzeug simuliert härteste dynamische und klimatische Umwelteinflüsse.

    Klausur-Erprobung:
    • Gesamtheitliche Überprüfung des Entwicklungs- und Fertigungsreifegrades.

    Bis zum Entwicklungsende im Januar 2010 werden rund 40 Erprobungsfahrzeuge eine Distanz von rund 1,25 Millionen Testkilometer abgespult haben. Das finale Ziel heißt „Gesamtfahrzeugfreigabe“ – der lang ersehnte „Job Nr. 1“, also die Produktion der ersten Mercedes-Benz SLS AMG Kundenfahrzeuge, kann beginnen.

    Quelle: Daimler AG

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    Topics: SLS | Kein Kommentar »

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